Jakobs-Kreuzkraut: Ganz schön giftig

22. Mai 2013 | Von Redaktion | Kategorie: Featured, Gesundheit, Stall- & Betriebsmanagement

[Oldenburg (GER)/W. Hollweg]. Das Jakobs-Kreuzkraut ist berühmt-berüchtigt. Es verbreitet sich rasant, ist giftig für Warmblüter wie Pferde, Kühe, Schafe und Ziegen und nur sehr schwer zu bekämpfen. Für Landwirte und private Tierhalter ist die Pflanze in den vergangenen Jahren vor allem auf extensiv oder ökologisch bewirtschafteten Flächen zu einem Problem geworden, da eine alleinige mechanische Bekämpfung oft keine ausreichende Wirkung zeigt. Aber auch die chemische Bekämpfung ist häufig nicht zufriedenstellend, wie Dr. Bernhard Werner von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sagt.

Das Jakobskreuzkraut verbreitet sich rasant, ist giftig für Warmblüter wie Pferde, Kühe, Schafe und Ziegen und nur sehr schwer zu bekämpfen (Foto: B, Kasper).

Das Jakobskreuzkraut verbreitet sich rasant, ist giftig für Warmblüter wie Pferde, Kühe, Schafe und Ziegen und nur sehr schwer zu bekämpfen (Foto: B, Kasper/pixelio.de).

Das Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea) ist eine in Europa heimische Art und verwandt mit vielen anderen Kreuzkrautarten, wie beispielsweise dem Gewöhnlichen Kreuzkraut, das in jedem Garten vorkommt, oder dem Schmalblättrigen Kreuzkraut, das inzwischen ebenfalls an vielen Straßen zu finden ist. Es erreicht eine Höhe von 30 bis 100 Zentimetern, die goldgelben Blüten sind von 13 Blütenblättern umgeben - ähnlich der Struktur einer Margeritenblüte.

Alle Kreuzkrautarten sind wegen ihres Alkaloidgehaltes giftig, variieren aber stark in ihrer Toxizität. Das Jakobs-Kreuzkraut gehört zu den giftigeren Arten, die einzelnen Pflanzenteile weisen jedoch unterschiedlich hohe Alkaloidgehalte auf. Da die grünen Pflanzen Bitterstoffe enthalten, werden sie von den Tieren eher verschmäht. Problematisch wird es, wenn keine Alternativnahrung vorhanden ist, die Tiere unerfahren sind oder die Pflanzendichte zu hoch ist. Ein sehr großes Problem ist das Verfüttern von belastetem Raufutter, da zum Beispiel im Heu die Bitterstoffe verlorengehen, die Pflanze aber giftig bleibt.

Vorbeugen ist am effektivsten: Das Jakobs-Kreuzkraut ist konkurrenzschwach und hat in einer dichten Grasnarbe kaum eine Chance, sich zu etablieren. Daher ist es wichtig, die Grasnarbe geschlossen zu halten und mechanische Belastungen zu vermeiden, so der Fachmann der Landwirtschaftskammer. Wo es möglich ist, fördert eine angepasste Düngung vor allem die Gräser als die stärksten Konkurrenzpflanzen. Bei geringen Mengen ist es sinnvoll, die Einzelpflanzen auszustechen. Bei höheren Dichten sollte auf jeden Fall ein Aussamen verhindert werden, indem die Pflanzen bei Blühbeginn gemäht oder gemulcht werden. Vorsicht: Auch das Schnittgut darf von Tieren nicht gefressen werden, sondern muss abgefahren und vernichtet werden oder auf der Fläche vollständig verrotten.

Zwar gibt es beispielsweise einige Insekten, die das Jakobs-Kreuzkraut besiedeln und entweder durch direkten Fraß oder durch eine gezielte Eiablage und dem damit verbundenen Larvenfraß die Pflanze schädigen. Die Schäden sind jedoch nicht so nachhaltig, dass sich daraus ein biologisches Verfahren entwickeln ließe. Chemische Möglichkeiten sind ebenfalls begrenzt. Bei einem Herbizideinsatz sind die Anwendungsbedingungen und unbedingt alle gesetzlichen Auflagen zu beachten, so die Kammer.

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