CHIO Aachen: Deutsches Vielseitigkeitsteam gewinnt Nationenpreis

30. Juni 2013 | Von Redaktion | Kategorie: Turniere, Vielseitigkeit

CHIOAachen-Logo[Aachen (GER)/U. Helkenberg (fn-press)]. Die deutsche Mannschaft – Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit Opgun Louvo, Andreas Dibowski (Döhle) mit FRH Butts Leon, Dirk Schrade (Sprockhövel) mit Hop and Skip und Michael Jung (Horb) mit Halunke FBW - hat mit Abstand den Nationenpreis beim CHIO Aachen vor den Teams aus Großbritannien und Schweden gewonnen. Zum sechsten Mal stand ein deutsches Quartett beim CICO3* in Aachen oben auf dem Treppchen, „aber noch nie waren die Ergebnisse so ausgewogen“, sagte Bundestrainer Hans Melzer (Putensen). Der Sieg in Einzelwertung ging wie im vergangenen Jahr an den Australier Christopher Burton.

Burton hatte in diesem Jahr Holstein Park Leilani gesattelt, mit 17 Jahren das älteste Pferd im Starterfeld. „Die Stute ging super in London, super in Badminton, und da habe ich die Besitzer gefragt, ob ich sie noch in Aachen reiten darf“, berichtete der strahlende Sieger. Diese stimmten zu. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte, denn Holstein Park Leilani glänzte nicht nur auf dem Viereck. Sie blieb auch im Springen fehlerfrei und war das einzige Pferd, das im Gelände innerhalb der erlaubten Zeit ins Ziel kam. Damit blieb es bei 35,6 Minuspunkten für das Paar. In Aachen drehte Holstein Park Leilani ihre letzte Ehrenrunde. Im Herbst tritt sie die Reise in ihre alte Heimat Australien an, wo sie ihre zweite Karriere als Zuchtstute starten wird.

Die Olympia-Dritte Sandra Auffarth hatte es als Einzige in der Hand, den Australier noch zu schlagen. Mit nur 31,8 Minuspunkten lag sie nach Dressur und Springen in Führung. Im Gelände gab schließlich die Zeit den Ausschlag: genau eine Sekunde fehlte ihr zum Sieg. Dass es auf den letzten Metern knapp wurde, habe sie natürlich gemerkt, sagte die 26-Jährige. „Aber dann kann ich auch nichts mehr rauszaubern.“ Mit einem Endstand von 35,8 Minuspunkten – nur 0,2 Punkte Abstand auf Burton – belegte sie Platz zwei.

Mit ihrem Ergebnis besiegelte Sandra Auffarth den souveränen Sieg ihrer Mannschaft. Aber auch ihre Mitstreiter trugen ihren Teil zum Erfolg bei. Andreas Dibowski wurde mit FRH Butts Leon Vierter (Endstand 47,0 Minuspunkte). Dirk Schrade und Michael Jung mit Halunke FBW kamen auf jeweils 51,8 Minuspunkte, wobei Schrade mit Hop and Skip wegen der schnelleren Geländerunde Platz sechs belegte. Jung wurde mit seinem Mannschaftspferd Siebter. Allerdings hatte er in Aachen noch ein zweites Eisen im Feuer. Mit seinem Olympiapferd La Biosthetique Sam landete er auf Platz drei (42,4). Ein bisschen Aufregung gab es zuvor aber noch, denn versehentlich war dem Paar eine Verweigerung an der Heckenkombination 16c/d angerechnet worden. Erst die Videoanalyse stellte sicher, dass Sam die Hecke zwar etwas schräg, aber regelkonform überwunden hatte. „Sonst wäre ich auch nicht weitergeritten“, sagte Jung und erklärte: „Sam hatte zu Beginn zwei Eisen verloren, daher bin ich dieses Hindernis etwas ruhiger geritten. In diesem Fall habe ich wohl die falsche Entscheidung getroffen.“

Insgesamt beendeten 35 von 42 Teilnehmern die Prüfung. Darüber hinaus erwies sich der technisch-anspruchsvolle Kurs als echte Herausforderung. So wurden zahlreiche Verweigerungen oder besser gesagt „Vorbeiläufer“ an den schmalen Hindernissen gezählt. Davon betroffen war auch die zweimalige Mannschafts-Olympiasiegerin Ingrid Klimke (Münster), die mit Tabasco TSF nach Dressur und Springen noch auf Platz zwei gelegen hatte. Sie fiel mit Run-Outs am Wasserhindernis und den versetzten Hecken vor dem Einritt ins Stadion auf Platz 29 zurück.

Einen Platz in den Top Ten konnten sich dagegen der Aachen-Debütant Benjamin Winter (Warendorf) mit Revenue (54,4/Platz acht) sowie Klimkes Olympiakollege Peter Thomsen (Lindewitt) mit Horseware’s Barny sichern (55,6/Platrz neun). „Das Pferd war sensationell, sprang bombastisch, war konditionell super drauf und hat sich für EM empfohlen“, fasste er seinen Eindruck von Aachen in einem Satz zusammen.

Noch allerdings steht das Aufgebot für die Europameisterschaften in Malmö nicht fest. Wer nach Schweden reisen wird, entscheidet der Ausschuss Vielseitigkeit des Deutschen Olympiade Komitees (DOKR) nach einem Longlist-Lehrgang Mitte Juli in Warendorf.

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