DKB-Bundeschampionate: Lucky Lutz gewinnt Fahrpferde-Finale

8. September 2013 | Von Redaktion | Kategorie: Fahrsport, Turniere

DKB-BuCha2011_Logo[Warendorf (GER)/E. Borg (fn-press)]. Lucky Lutz heißt der Gewinner im Finale des DKB-Bundeschampionats des Deutschen Fahrpferdes für vier- und fünfjährige Pferde. Besonders glücklich war aber vor allen Dingen Lucky Lutz Besitzer und Fahrer Dieter Rabenstein aus Dietersheim in Mittelfranken. Denn er krönte seine Premiere beim DKB-Bundeschampionat in Warendorf direkt mit dem Titel und der Schärpe.

„Ein Pferd, wie man es sich wünscht“, schwärmte Ewald Meier, ehemaliger Cheftrainer Fahren und als Fremdfahrer in Warendorf im Einsatz. Der fünfjährige bayerische Wallach v. Locksley III, Mutter v. Feierschein I (Züchter: Stefan Remler) erhielt von Fremdfahrer Meier eine 8,2 und damit auch die höchste Wertnote der fünf Finalteilnehmer im Fremdfahrertest. Auch die Richter Dr. Klaus Christ (Günzburg) und Wilfried Gehrmann (Warendorf) hatten den braunen Wallach als Gewinner gesehen. Sie gaben die Wertnote 8,66, die doppelt gewertet wurde. So kam Lucky Lutz auf ein Gesamtergebnis von 25,52 Punkten. „Eine tolle Vorstellung von einem sehr gut ausgebildeten Pferd“, lobten die Richter. „Wir haben hier heute kein Pferd so korrekt durch die Wendungen gehen sehen.“ Wilfried Gehrmann hob besonders den „sehr dynamischen Trab mit viel Schub aus der Hinterhand, die gute Maultätigkeit und den energischen Antritt nach dem vorbildlichen Leinen aus der Hand kauen lassen“ hervor. „Alleine hier in Warendorf zu fahren, war schon ein langjähriger Traum von mir“, gestand Fahrer Dieter Rabenstein. Er besitzt Lucky Lutz seit der dreijährig ist und möchte mit ihm weiter im Sport starten. Im nächsten Jahr stehen dann die ersten M-Prüfungen auf dem Programm.

Der Titel des Vize-Champions ging an Louis, ein fünfjähriges Deutsches Sportpferd v. Lord Fantastic–Lafitte (Züchter und Besitzer: Dietmar und Cerstin Mewes). Vorgestellt wurde der Hengst von Karl-Heinz Finkler (Gardelegen), der sehr zufrieden mit dem Vize-Titel war: „Das ist mehr als erwartet, und an den Sieger ist heute einfach keiner rangekommen.“ Auch bei Platz zwei waren sich Richter und Fremdfahrer einig. Von den Richtern bekam Louis eine 8,16, vom Fremdfahrer eine 7,8, so dass er auf ein Gesamtergebnis von 24,12 kam. Louis punktete besonders in der letzten Teilnote der Richter. Sie gaben ihm für den Gesamteindruck, in den auch das Verhalten im Parcours, der Gehorsam, die Harmonie, das Temperament und die Perspektive des Pferdes mit eingerechnet wird, eine 9,0. Sie bemängelten lediglich die Trabverstärkung, bei der kaum eine Steigerung zum Gebrauchstrab zu erkennen war. Ewald Meier lobte, dass das Pferd sehr leicht in der Hand sei und eine gute Dehnungsbereitschaft mitbringe.

Bei dem drittplatzierten Pferd waren sich Richter und Fremdfahrer dann nicht mehr ganz einig. Mit 22,56 Punkten ging die Bronzemedaille an Serengeti, einen fünfjährigen Rheinländer Hengst v. Sandro Hit–Fidermark I (Züchterin: Annemarie Schwinges), der von Christian Koller (Warendorf) vorgestellt wurde. Die Richter gaben eine 7,83, lobten den taktsicheren Schritt und Trab und wünschten sich lediglich teilweise eine etwas bessere Selbsthaltung. Fremdfahrer Ewald Meier sagte, dass das Pferd sehr gut in der Hand liege. „Aber das Pferd soll sich vorwärts-abwärts dehnen, und dabei fehlt mir das Vorwärts“, erklärte er. „Das ist ein Punkt, an dem muss man in der Ausbildung noch arbeiten.“ Fahrer Christian Koller freute sich über den dritten Platz, in der Qualifikation hatte der Hengst nämlich noch Platz acht belegt. „Das war heute sehr gut. Am Donnerstag war es eigentlich auch gut, aber irgendwie hatten die Richter das da anders gesehen“, so Koller.

In der Qualifikation am Donnerstag waren zwölf vier- und fünfjährige Pferde gestartet. Alle Pferde mit einer Wertnote von 6,0 qualifizierten sich für die Finalprüfung am Samstag – das waren alle Teilnehmer, zwei Pferde gingen aber am Samstag nicht mehr an den Start. Im Finale wurden die besten fünf Pferde zusätzlich dem Fremdfahrertest unterzogen. Das waren neben Lucky Lutz, Louis und Serengeti noch Cobold und Society Crown.

Mit einer Gesamtpunktzahl von 21,06 platzierte sich der fünfjährige Hannoveraner Wallach Cobold v. Calido I–Landfriese II (Züchter: Johann Ahlers) auf Rang vier. Marion Freymann (Hamburg) präsentierte Cobold den Richtern. „Ein Pferd mit sehr viel Vorwärtsdrang, aber nicht immer konstant vom Maul her. Und man wünscht sich ein wenig mehr Längsbiegung“, so der Kommentar vom Fremdfahrer Ewald Meier, der eine 7,4 gab. Platz fünf ging an die fünfjährige Trakehner Stute Society Crown v. Polarion–Biotop (Züchter: Peter Michael Heinen). Die Stute wurde von Marcel Lehmbruch (Kerken-Nieukerk) präsentiert und erhielt 20,54 Punkte insgesamt. Die Richter gaben eine 7,42, Fremdfahrer Meier allerdings nur eine 5,7. „Das Pferd ist in seiner Ausbildung noch nicht ganz so weit. Auf der linken Hand ist es doch sehr undurchlässig und die Dehnungsbereitschaft ist nur zögerlich vorhanden“, erklärte er dem Publikum.

Der Vorjahreschampion FST Royal Speed konnte seine Titel nicht verteidigen und platzierte sich am Ende auf Rang sieben. Der von Bettina Winkler (Greiz) vorgestellte fünfjährige Braune v. Rich Charly–Renier (Züchter und Besitzer: Strauß und Winkler GbR), der mittlerweile Wallach ist, blieb hinter den Erwartungen zurück. „Er ist hier nicht so gegangen, wie wir das aus dem Training eigentlich kennen“, sagte eine enttäuschte Bettina Winkler, die dafür aber auch keine richtige Erklärung hatte. FST Royal Speed wurde öfter mal eng im Hals und ging nicht immer ganz gleichmäßig in den Wendungen. „Der Takt steht an erster Stelle“, erklärte Richter Gehrmann. „Die Losgelassenheit fehlte, und er ging teilweise sichtbar unzufrieden“. Er erhielt die Note 6,66. Noch vor ihm auf Rang sechs platzierte sich Christian Koller mit seinem zweiten Pferd De Driesberg. Die fünfjährige Rheinländer Stute v. De Libris–Sir Shostakovich xx (Züchter und Besitzer: Andreas Coenen) musste beim Finale am Samstag als erstes Pferd in das Viereck und kam auf die Wertnote 6,75.

Eigentlich sollte es 2013 erstmalig zwei DKB-Bundeschampionate für Fahrpferde geben. Das Bundeschampionat des vier- bis sechsjährigen Fahrpferdes war aufgeteilt worden in die Titel für vier- und fünf- sowie sechs- und siebenjährige Pferde. Aufgrund des geringen Nennungsergebnisses entfiel nun aber das DKB-Bundeschampionat des sechs- und siebenjährigen Fahrpferdes.

Ergebnisse: www.fn-erfolgsdaten.de

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