Extrem lästig für Pferde: Herbstgrasmilben

19. Oktober 2017 | Von Redaktion | Kategorie: Featured, Gesundheit

[Bonn (GER)/(aid)]. Kaum fallen die Temperaturen, beginnt die Zeit der Herbstgrasmilben. Die zur Klasse der Spinnenartigen zählenden Gliederfüssler sind vor allem im Spätsommer und Herbst aktiv und werden bevorzugt auf Wiesen in Waldrandnähe und neben Gewässern für viele Pferde zur Plage.

In einigen Gegenden Deutschlands werden sie schnell zur Plage, denn mit den Herbstgrasmilben kommt auch der Juckreiz (Foto: A. Klabunde).

In einigen Gegenden Deutschlands werden sie schnell zur Plage, denn mit den Herbstgrasmilben kommt auch der Juckreiz (Foto: A. Klabunde).

Grasmilben bevorzugen eine niedrige Vegetation. Sie halten sich in Bodennähe auf Grashalmen und Grünpflanzen auf und kommen so mit dem Pferd in Kontakt. Nur im Larvenstadium treten sie als Parasiten für Mensch und Tier in Erscheinung, wenn die Bodentemperaturen nicht mehr über 16 Grad steigen. Sie ernähren sich überwiegend von Zellsaft und Lymphe aus den Hautschichten, seltener auch von Blut. Das klinische Bild des Grasmilbenbefalls sind offene Stellen an Kopf, Beinen, Rücken und Sattellage. Die Haut ist gerötet. Pusteln, Quaddeln und Krusten sind die Folge, verbunden mit heftigem Juckreiz und Haarausfall. Bei massivem Befall mit Grasmilbenlarven kann es bei den Wirtstieren zu Krämpfen und generalisierten Anfällen kommen, die Epilepsie ähneln. Durch den Speichel der Milbenlarven können Allergien ausgelöst werden. Darüber hinaus besteht die Gefahr der Maukebildung in der Fesselbeuge.

Der Befall kann von Pferd zu Pferd variieren, und nicht immer erkranken alle Tiere eines Herdenbestands. Häufiger betroffen sind vor allem helle oder Pferde mit grossflächigen, weissen Abzeichen an Kopf und Beinen. Die Ursachen gelten bisher als noch ungeklärt, jedoch geht man von einer verringerten Immunabwehr bei den betroffenen Wirtstieren aus.

Die sechsbeinigen Larven sind rundlich und blassgelb bis ziegelrot gefärbt. Sie sitzen als kleine Punkte von 0,2 bis 0,3 mm Grösse auf der Haut und sind damit mit blossem Augen gerade noch zu erkennen – wenn sich die Wirtstiere durch heftiges Kratzen nicht schon so verletzt haben, dass die Milben in der Entzündung verborgen bleiben. Hilfreich kann ein am Pferd angelegtes Stück weisses Papier sein, welches die Milben anlockt und ihre Anwesenheit verrät.

Eine regelmässige Sichtkontrolle potentieller bzw. bereits betroffener Hautareale ist daher empfehlenswert. Rechtzeitig entdeckt, sollten die Plagegeister vorsichtig mit einem Rasiermesser oder einem scharfen Löffel abgekratzt werden. Auch eine Waschung mit Kernseifenlauge und anschliessender Spülung mit klarem Wasser ist hilfreich. Äusserlich können Jodtinktur zur Desinfektion und Zinksalbe zur Heilung von Hautverletzung Linderung verschaffen. Unterstützend sind die Gabe von Zink-, Kupfer- und Selen-haltigen Mineralfuttermitteln sowie eine homöopathische Behandlung zur Steigerung des Immunsystems ratsam. Bei besonders schwerem Befall ist die Hinzuziehung eines Tierarztes unumgänglich.

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