Sonderausstellung “PferdeGeschichten”

11. Oktober 2013 | Von Redaktion | Kategorie: Ausstellungen

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Die erste Geschichte in der umfassenden Ausstellung erzählt ein Stück aus der museumseigenen Sammlung: das 2,25 m lange Original-Haar des ‚Kranich’, des Lieblingspferds des Oldenburger Grafen Anton Günther (1603 – 1667). Das lange wallende Haar des Pferdes, zur Zeit des Grafen ein prägendes Zuchtziel und Ergebnis einer sorgsamen Pferdepflege, ist heute nur noch bei wenigen Pferderassen wie Friesen und Andalusiern von Bedeutung. So steht dieses Büschel Haare nicht nur anekdotisch für ein Stück Geschichte Oldenburgs, sondern weist sogleich auf den roten Faden der Ausstellung hin: Der Wandel des Pferdes, wie es aus der Evolution hervorgegangen ist, und wie Menschen schließlich durch Domestikation und Züchtung zur weiteren Veränderung beitrugen und beitragen.

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Der Umschwung vom Kutsch- und Wirtschaftspferd zum weltweit erfolgreichen Dressur-, Spring und Freizeitpferd ist eine Erfolgsgeschichte, getragen von vielen einzelnen Züchtern. Der größte Züchteranteil in Deutschland befindet sich in Niedersachsen – dank der zwei Pferderassen „Oldenburger“ und „Hannoveraner“ – mit Vechta als Zentrale für die Oldenburger Pferdezucht. Die Erfolge sind offensichtlich: Alle Pferde der Deutschen Dressurequipe bei den Olympischen Spielen 2012 in London waren Abkömmlinge des Oldenburgers „Donnerhall“. Die Ausstellung stellt die Bedeutung des Pferdes für Oldenburg vor und geht dabei auch auf zeitgenössische Trends in Haltung und Zucht ein. Moderne Techniken bei der Pferdezucht und Vermarktung werden in Text, Bild und Videos vorgestellt. Bedeutende Pferde wie „Donnerhall“ oder der Irisch-Englische Vollblüter „Dark Ronald“, gleichsam ein Urvater zahlloser Sportpferde in Deutschland, werden mit eindrucksvollen Exponaten und Informationen porträtiert. Sättel aus verschiedenen Kontinenten demonstrieren den Einfallsreichtum der Reiter, auf dem Rücken der Pferde die Balance zu halten, und gehen auf den Nutzungsaspekt des Pferds als Reittier ein.

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Die Aspekte der Evolution bilden ein zweites großes Thema der Ausstellung. Und anders als bei den meisten Tierfamilien ist die Stammesgeschichte der Equiden, der Pferdefamilie, fossil gut belegt. Pferde entwickelten sich aus vergleichsweise kleinen Waldbewohnern zu den heute stattlichen Steppentieren. Erstmalig in Oldenburg werden fossile Pferde mit Originalfunden aus der Grube Messel und dem Geiseltal sowie aus Nordamerika aus einer Zeit vor 55 bis 30 Millionen Jahren vorgestellt. Fossile Zähne machen die Entwicklung vom Laub- zum Grasfresser nachvollziehbar. Eine imposante Gruppe aufgestellter Exponate zeigt die Vielfalt der Pferdefamilie wie die Zebras und die Wildesel aus Nordafrika und Asien.

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Pferd und Mensch eint eine lange gemeinsame Geschichte. Sie begann vor ca. 300.000 Jahren mit dem Pferd als Jagdbeute und änderte sich grundlegend vor gut 5.000 Jahren mit der Domestikation des Pferdes. Es bekam Bedeutung in ritueller Hinsicht und als Zug- oder Reittier des Menschen. Archäologische Funde wie Pferdegeschirr oder Lackprofile, die auf Pferdebestattungen verweisen, sowie ethnologische Objekte wie Ritualgegenstände und Schmuck ergänzen die Ausstellung und geben einen Einblick in die Bedeutung des Pferdes in der Vergangenheit und in anderen Kulturen. Werke von Philips Wouwerman bis Ludwig Koch präsentieren in der Ausstellung Bildnisse des Pferdes vom Barock bis ins 20. Jahrhundert und betonen es als eigenes Bildmotiv. Kleinplastiken von Gerhard Marcks und Ewald Mataré zeigen das Pferd als Motiv künstlerischer Auseinandersetzung in der Bildhauerkunst.

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