Migrolino: Risiko-Pferdefleisch aus Qualproduktion

16. Oktober 2013 | Von Redaktion | Kategorie: Tierschutz

[Zürich (SUI)/(tsb zürich)]. Im Februar 2013 hat der Tierschutzbund Zürich eine Dokumentation zur Qualproduktion von Pferdefleisch in Kanada und anderen Ländern vorgelegt. Die Migros hat daraufhin beschlossen, ein Programm zur Verbesserung der Produktionsbedingungen bei der Firma Bouvry in Alberta aufzulegen. Unabhängig davon bezieht die Migros-Tochter Migrolino aus einem zweiten Schlachthof derselben Firma ihr Pferdefleisch. „Beim Bouvry-Standort Richelieu in Québec kommen die Pferde direkt vom Transporter in den Schlachtprozess. Unsere aktuellen Recherchen belegen, dass hier Qualtransporte ankommen mit verletzten, kranken und ausgezehrten Pferden. Die Herkunft der Pferde ist unklar, Medikamentenrückstände ein hohes Risiko“, so York Ditfurth, Präsident Tierschutzbund Zürich.

Schwer verletzte, kranke und schwache Pferde werden ohne tierärztliche Unterstützung und ohne ausreichende Versorgung mit Wasser oder Futter über Tage und bis zu 1.800 Kilometer weit bis nach Kanada transportiert (Foto: TSB Zürich).

Schwer verletzte, kranke und schwache Pferde werden ohne tierärztliche Unterstützung und ohne ausreichende Versorgung mit Wasser oder Futter über Tage und bis zu 1.800 Kilometer weit bis nach Kanada transportiert (Foto: TSB Zürich).

Das European Food and Veterinary Office (FVO) weist in seinen Berichten immer wieder auf die Gefahr hin, dass bei Importpferden aus den USA Medikamentenrückstände nicht ausgeschlossen werden können – insbesondere das für die Gesundheit der Konsumenten gefährliche Phenylbutazon, welches niemals verabreicht werden darf bei Tieren, die für den Verzehr bestimmt sind. Ein grosser Teil der nach Kanada exportierten Pferde sind ausrangierte Sportpferde, die mit diesem Schmerzmittel und Entzündungshemmer routinemässig behandelt werden.

Die FVO schreibt in ihrem Bericht 2011: “Die Zuverlässigkeit der Begleitpapiere bei importierten Pferden aus den USA (nach Kanada), die direkt geschlachtet werden, ist nicht gegeben. Eine Sicherheit könnte hier nur durch Rückstandskontrollen erreicht werden.“

Der Tierschutzbund Zürich hat die Migros bereits am 3. Juni 2013 auf das Problem der Qualproduktion und Medikamentenrückstände aufmerksam gemacht. In einem Schreiben wurde die Migros Mitte Juli erneut angefragt, warum noch immer Pferdefleisch aus Richelieu, Kanada, angeboten würde. „Man teilte uns mit, dass dies in den nächsten Wochen gestoppt würde. Jetzt, ein Vierteljahr später, bietet Migrolino noch immer das Risiko-Qualfleisch an“, berichtet York Ditfurth.

Noch immer bietet die Migros-Tochter Migrolino Pferdefleisch aus Qualpro-duktion an (Foto: TSB Zürich).

Noch immer bietet die Migros-Tochter Migrolino Pferdefleisch aus Qualproduktion an (Foto: TSB Zürich).

Der Tierschutzbund Zürich hat 2013 erneut die Stationen der Pferde aufgesucht, die aus den USA nach Kanada transportiert werden. Die Situation ist wie schon im TSB-Bericht 2012. Noch immer werden verletzte, kranke und erschöpfte Pferde durch die Auktionshallen getrieben, auf überfüllte Transporter verladen und ohne jede Versorgung über Tage und bis zu 1.800 Kilometer von Knoxville nach Kanada gebracht.

Auf den Pferdeauktionen in Knoxville, Tennessee, und Sugarcreek, Ohio, werden die Pferde von sogenannten „Killbuyers“ für den Schlachthof der Firma Bouvry in Quebec, Kanada, zusammengekauft. Der Tierschutzbund Zürich dokumentiert mit seiner Partnerorganisation Animals` Angels USA regelmässig diese Auktionen. Die Berichte belegen unvorstellbare Grausamkeiten. Schwer verletzte, kranke und schwache Pferde werden im Minutentakt durch den Auktionsring gejagt und anschliessend mit Gewalt auf die Transporter getrieben. Verletzte Pferde bekommen keine tierärztliche Hilfe, sie werden sich selbst überlassen. Eine ausreichende Versorgung mit Futter und Wasser ist nicht gegeben. Auf dem Transport ist über mindestens 28 Stunden ebenfalls keine Versorgung vorgesehen, weil das US-Gesetz es nicht verlangt. Der Tierschutzbund Zürich fordert einen Stopp für Pferdefleischimporte aus Qualproduktion und ohne vertrauenswürdigen Herkunftsnachweis. „Ohne garantierte Rückverfolgbarkeit gibt es keinen Schutz für die Pferde, aber auch keinen für die Konsumenten“, erklärt York Ditfurth.

www.tierschutzbund-zuerich.ch

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