EU verhängt Importstopp für Pferdefleisch aus Mexiko

13. Dezember 2014 | Von Redaktion | Kategorie: Tierschutz

[Zürich (SUI)/(tsb zürich)]. Jährlich werden bislang rund 160.000 US-amerikanische Pferde nach Mexiko und Kanada zum Schlachten exportiert. Ein Großteil des Pferdefleischs gelangt in die EU und die Schweiz. Diesem Handel schiebt die EU-Kommission jetzt einen Riegel vor. Ab März 2015 verfügt sie einen Importstopp für Pferdefleisch aus Mexiko, der auch für die Schweiz gilt. Begründet wird diese Kommissionsentscheidung mit den Ergebnissen eines vor kurzem durchgeführten Audits des Lebensmittel- und Veterinäramtes der EU, dem Food and Veterinary Office (FVO), in Mexiko. Darin wurde festgestellt, dass die mexikanischen Behörden keine Rückverfolgbarkeit und Lebensmittelsicherheit gewährleisten können.

Der erste Schritt ist vollbracht: Importstopp für Pferdefleisch aus Mexiko in die EU und Schweiz (Foto: TSB Zürich).

Der erste Schritt ist vollbracht: Importstopp für Pferdefleisch aus Mexiko in die EU und Schweiz (Foto: TSB Zürich).

„Erstmals werden in einem Auditbericht der FVO auch Tierschutzverstöße hervorgehoben. Besonders aufgefallen sind der FVO die grausamen Bedingungen und Folgen der tagelangen Transporte in die Schlachthöfe“, so Sabrina Gurtner, Projektleitung Pferdefleischimporte beim Tierschutzbund Zürich. Auch für den Import von Pferdefleisch aus Kanada plant die EU schärfere Auflagen. So sollen US-Pferde nicht mehr direkt von den Transporten in den Schlachthof gehen, sondern zuvor sechs Monate in Kanada gehalten werden.

Der Tierschutzbund Zürich hat mit seiner Partnerorganisation Animals‘ Angels USA über mehrere Jahre die tierquälerischen Transportbedingungen US-amerikanischer Pferde nach Mexiko und Kanada recherchiert und den Bericht der EU-Kommission übergeben. Die FVO hat ihrerseits Audits durchgeführt. Im aktuellen FVO-Bericht über ein Audit in Mexiko bestätigt sie die Kritik des Tierschutzbundes Zürich: „Die Ergebnisse des Audits unterstreichen die Berichte von Tierschutzorganisationen, wonach die Pferde unter sehr schlechten Bedingungen transportiert werden.” So werden verletzte Pferde, die an der Grenze von der mexikanischen Behörde abgewiesen werden, in den Exportpferchen in Texas ohne medizinische Versorgung sich selbst überlassen. Eine bedeutende Anzahl von US-Pferden komme tot in den Schlachthöfen an. Weiter schreibt die FVO, dass Untersuchungen der Schlachtkörper zeigen, dass viele Verletzungen während der Transporte entstehen. Zudem würden eine Vielzahl Pferde tot in den Schlachthofpferchen aufgefunden, die an ihren Verletzungen oder an Lungenentzündung gestorben sind. Auch im Schlachthof werden die EU-Anforderungen nicht erfüllt. So bemängelt die FVO eine „unzureichende Überprüfung der Wirksamkeit der Betäubung“.

„Wir informieren seit Jahren die Schweizer Importeure und Anbieter von mexikanischem und kanadischem Pferdefleisch über die Qualproduktion in Nord- und Südamerika. Es sind vor allem die GVFI International AG und Carnoglob aus Basel, Delicarna aus Pratteln und Skin Packing aus Gland, die noch immer Qualfleisch aus Mexiko und Kanada importieren und als einwandfrei verkaufen“, kritisiert York Ditfurth, Präsident des Tierschutzbund Zürich. „Spätestens jetzt nach dem Importstopp für mexikanisches Pferdefleisch durch die EU sollten die Schweizer Importeure aus eigener Verantwortung den gesamten Import von Pferdefleisch aus Übersee beenden“, fordert der Tierschutzbund Zürich. „Wenn es den genannten Firmen schon nicht um Tierschutz geht, sollte ihnen wenigstens der Verbraucherschutz wichtig sein. Denn die FVO begründet den Importstopp für Mexiko und die geplanten Einschränkungen für kanadische Schlachthöfe mit der Gefahr von Medikamentenrückständen und fehlender Rückverfolgbarkeit“, erklärt Sabrina Gurtner.

Bei Pferdefleisch aus Uruguay und Argentinien sind laut Tierschutzbund Zürich die Verstöße gegen Tier- und Verbraucherschutz vergleichbar. „Pferdefleisch aus Uruguay erfüllt keine Schweizer- und EU-Standards. In Uruguay gibt es nicht einmal eine gültige Tierschutzgesetzgebung. In Argentinien ist der Handel seit Jahren durch Korruptionsskandale unkontrollierbar“, ergänzt York Ditfurth.

www.tierschutzbund-zuerich.ch

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  1. Endlich. Kann man nur begrüssen.

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