Ich ritt Gaddafis Pferde

5. Januar 2015 | Von Redaktion | Kategorie: Featured, Rezensionen

blaes_d-luser_gaddafis-pferdeBei „http://essaytop.technology/study-essays/“ handelt es sich um einen Tatsachenbericht von Doris Luser, in welchem sie ihre Zeit in Libyen beschreibt.

Eine junge Österreicherin reist – beruflich bedingt – in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts für mehrere Jahre nach Libyen – und erhält dort u.a. die Möglichkeit, die Pferde und die Stallanlagen des damaligen Staatsoberhauptes Gaddafi kennen zu lernen. Normalerweise bleibt Ausländern – und vor allem Frauen – der Zugang zu den persönlichen Einrichtungen des Herrschers verschlossen, doch der Autorin Doris Luser gelingt es dennoch: Sie fährt regelmäßig auf die Farm und darf dort einige ausgewählte Pferde besuchen.

Auf mehr als 400 Seiten beschreibt die Protagonistin in einem amüsant-burschikosen Stil ihre Erlebnisse vor Ort – mit den sogenannten Expatriates, mit Diplomaten, mit Arbeitskollegen, aber auch mit Einheimischen. Vor allem mit einer jungen Libyerin – ebenfalls begeisterte Reiterin – trifft sie sich immer häufiger und darf schließlich auch einige der gut ausgebildeten Grand Prix-Pferde aus dem Bestand des Diktators reiten.

Doch der Umgang mit Tieren in arabischen Ländern ist oftmals wenig human, die Haltung selten artgerecht. Hunde und Katzen haben dort zumeist keinen Wert, selbst die grundversorgten Pferde Gaddafis werden bei Boxenhaltung nicht immer täglich bewegt. Doch Doris Luser kümmert sich – u.a. rettet sie einem kleinen Kater das Leben und einen Straßenhund vor dem Verhungern. Den von ihr betreuten Pferden ermöglicht sie, so oft es geht, zusätzlichen Auslauf auf den Paddocks der Farm.

Die Autorin schildert in ihrem Buch das Erlebnis ihres Lebens. Eindrucksvoll, spannend, auf jeden Fall interessant und dabei durchaus unterhaltsam erzählt sie von ihren Abenteuern in einem Land, welches dem Durchschnittseuropäer doch so fremd und gleichzeitig so faszinierend erscheint. Dabei lernt der Leser viel über die Lebensart und die Kultur des nordafrikanischen Staates – aus der sehr persönlichen Perspektive einer „Ausländerin“.

Insgesamt ist das sympathisch und kurzweilig geschriebene Buch mehr als empfehlenswert – als Leser mag man es kaum aus der Hand legen. Dies gilt nicht nur für Pferdefreunde und -sportler, die mehr über die Reitkultur in einem anderen Land erfahren möchten. Auch „Nicht-Reiter“ mit Interesse an fremden Kulturen und/oder einer Affinität für Afrika werden ihre Freude an dem auf Tatsachen beruhenden Taschenbuch haben.

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