Mit Barockmusik gegen Bluthochdruck

21. Juni 2016 | Von Redaktion | Kategorie: Kolumne

Laut einer aktuellen Pressemitteilung aus dem Thieme Verlag, bekannt für seinen Fokus auf medizinische Themen, hat die Barockmusik von Johann Sebastian Bach nicht nur eine beruhigende Wirkung auf das Gemüt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Kantaten Blutdruck und Herzfrequenz in ähnlicher Weise wie Medikamente senken. Ein beruhigender Effekt der Musik ließ sich auch in einer tierexperimentellen Studie nachweisen, die ein Kardiologe in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2014) vorstellt.

Klassische Musik wirkt beruhigend auf Mensch und Tier, so das Ergebnis eines Humanmediziners und einer Veterinärin (Foto: Terramara/pixelio.de).

Klassische Musik wirkt beruhigend auf Mensch und Tier, so das Ergebnis eines Humanmediziners und einer Veterinärin (Foto: Terramara/pixelio.de).

Während Opernarien und laute Orchestermusik Puls und Blutdruck eher ansteigen lassen, wirkte eine Bach-Kantate vergleichbar einem häufig verordneter Blutdrucksenker, dem Betablocker: Durch eine Erweiterung der kleinen Blutgefäße kam es zu einem Rückgang der Blutdruckwerte. Bach wirkte dabei schneller als jede Blutdrucktablette: Ein Effekt war laut Professor Hans Joachim Trappe vom Marienhospital bereits nach einer Beschallung von nur zehn Sekunden nachweisbar.

Eine derart günstige Wirkung ist von Heavy-Metal-Musik nicht unbedingt zu erwarten. In ihrer Dissertation konnte die Tochter des Kardiologen, die Tiermedizinerin Eva-Maria Trappe, zeigen, dass Songs der Gruppe „Disturbed“ neugeborene Schweine unter Stress setzten. Bei einigen Rassen sprangen die Tiere gegen die Wände, wenn sie Heavy Metal hören, andere Rassen verfielen in eine Schockstarre. Ein eindeutig positives Verhaltensmuster zeigten die Schweine dagegen, als sie mit Bachs Orchestersuite Nr. 3 beschallt wurden. Die Tiere schienen auf die Musik zu achten, sie wirkten entspannter, und sie beschäftigten sich länger mit einem Ball, den die Forscher in den Stall geworfen hatten. So ist Bachs Musik auch aus veterinärmedizinischer Sicht für Herz und Gesundheit der Tiere günstiger als der Heavy-Metal-Stress.“

Schweine gelten gemeinhin als sehr stressanfällig, deshalb sind sie sicherlich ein guter „Indikator“ für die Wirkung von Musik. Aber vielleicht lässt sich dieses Wissen um die positive Wirkung von mit Bedacht ausgewählter Musik auch auf Pferde übertragen? Sowohl bei einem Einsatz im Stall für Neuzugänge, in der Zucht bei bevorstehenden Geburten, am Jahresende zur Silvesterzeit oder vor allem bei Großveranstaltungen wäre eine solche musikalische Beschallung sicherlich überlegenswert.

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Ein Kommentar
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  1. Warum sollten Tiere auch nicht auf Musik reagieren? Aber solche Erkenntnisse werden viel zu selten thematisiert…Danke fuer den Beitrag.

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