Die Fütterung der Pferde

27. April 2015 | Von Redaktion | Kategorie: Featured, Fütterung
Mit Hilfe von Ergänzungsfuttermitteln und Vitaminpräparaten lässt sich eine bedarfsgerechte Versorgung der Pferde sicherstellen (Foto: A. Klabunde).

Mit Hilfe von Ergänzungsfuttermitteln und Vitaminpräparaten lässt sich eine bedarfsgerechte Versorgung der Pferde sicherstellen (Foto: A. Klabunde).

Die Fütterung eines Pferdes muss artgemäß und leistungsangepasst erfolgen. Hierbei gilt es, den täglichen Bedarf der Tiere an Energie, Nähr-, Mineral- und Wirkstoffen durch eine entsprechend ausgewogene Fütterung abzudecken.

Der Verdauungstrakt des Steppentiers Pferd benötigt vor allem pflanzlich-faseriges Futter. Der Magen des Pferdes ist relativ klein, und erst im hinteren Magenraum wird Magensäure produziert. Damit die Verdauungsvorgänge problemlos ablaufen können, muss der Mageninhalt mit ausreichend Magensaft durchtränkt werden. Voraussetzung hierfür ist eine möglichst lange Kauzeit mit entsprechender Einspeichelung des Futters. Kraftfutter wird mit durchschnittlich zehn Minuten pro Kilogramm Futtermasse in relativ kurzer Zeit zerkaut, während faserreiches Raufutter, wie Heu oder Stroh, wesentlich mehr Zeit (ca. 30 bis 45 Minuten pro Kilogramm) erfordert. Die Versorgung mit kaufähigen, rohfaserreichen Futtermitteln wie Raufutter sollte daher grundsätzlich vor der Kraftfutterration erfolgen, denn das Pferd ist für Verdauungsstörungen relativ anfällig. Nicht nur hinsichtlich der Futterauswahl, sondern auch in Bezug auf Futtermenge und Futterhygiene ist deshalb in der Pferdefütterung besondere Sorgfalt notwendig. Kraftfutter sollte grundsätzlich restriktiv eingesetzt werden. Eine hohe Fütterungsfrequenz mit kleinen Futtermengen pro Mahlzeit gilt ebenfalls als gesundheitsförderlich und pferdegerecht. Bei Futterwechsel und -umstellungen sowie bei der Fütterung ergänzender Futtermittel empfiehlt sich, diese sukzessive einzuschleichen.

Über die Nahrung werden dem Pferd Energie, Nähr-, Mineral- und Wirkstoffe zugeführt. Darüber hinaus muss eine gewisse Futtermenge verabreicht werden, damit sich beim Pferd ein Sättigungsgefühl einstellt.

Zu den wichtigsten Mineralstoffen zählen Calcium, Phosphor, Magnesium und Natrium, bei den essentiellen Spurenelementen sind Zink, Mangan, Selen, Eisen, Kupfer, Kobalt und Jod zu nennen. Ein Mangel der tatsächlich nur „in Spuren“ im Organismus vorhandenen Elemente kann bereits zu manifesten Symptomen führen.

Die Mineralstoffe sind in größeren Anteilen im Körper des Tieres vorhanden, deshalb wird bei ihnen auch von Mengenelementen gesprochen.

Die Vitamine unterscheiden sich in fettlösliche (Vitamin A mit seiner Vorstufe Beta-Carotin, Vitamin D, Vitamin E und Vitamin K) und in die wasserlöslichen B-Vitamine (Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6, Vitamin B12, Nikotinsäure, Pantothensäure, Folsäure, u.a.) sowie Vitamin C. Während das Pferd auf die Zufuhr der fettlöslichen Vitamine über das Futter angewiesen ist, trifft dies für die wasserlöslichen Vitamine nur begrenzt zu. Full Article lassen sich Mangelsituationen ausgleichen.

Der Energiebedarf für ein Reitpferd hängt von der Bewegungsart und –dauer ab. Im Vergleich zum Energiebedarf für die Gangart Schritt in einer Zeitspanne von zehn Minuten steigt dieser bei den anderen Gangarten überproportional an: auf rund 250 Prozent bei leichtem Trab, auf ca. 490 Prozent bei mittlerem Trab und auf durchschnittlich 1470 Prozent bei Galopp.

Obwohl sich der Eiweißbedarf bei Muskelarbeit nicht wesentlich erhöht, wird eine gleichbleibende Energie/Eiweißrelation von 1 : 5 empfohlen. Überschüssiges Eiweiß wird im Stoffwechsel zu Energie verbrannt. Der dabei übriggebliebene Stickstoff muss allerdings in Form von Harnstoff entgiftet und über den Harn ausgeschieden werden. Dieser Vorgang führt zu einer unnötigen Stoffwechselbelastung bei den Tieren.

Die ausreichende Versorgung mit Natrium beim Pferd hängt mit dem Wasser- und Energiehaushalt zusammen. Der Bedarf schwankt daher in Abhängigkeit vom Schwitzen der Tiere sehr stark. Über den Schweiß wird bei körperlicher Belastung Wasser und Wärmeenergie abgegeben. Gleichzeitig verliert aber der Körper über den Schweiß auch die darin enthaltenen Elektrolyte. Dies sind vor allem Natrium, Kalium, Chlorid und auch Calcium. Es ist deshalb unbedingt notwendig, die Natriumversorgung über das ständige Angebot von Lecksteinen sicherzustellen.

Für den Knochenaufbau aus dem vorhandenen Knorpelgewebe ist eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Phosphor erforderlich. Die betreffenden Mineralstoffe müssen aber nicht nur in entsprechender Menge, sondern auch in verfügbarer Form vorhanden sein. Phosphor, der an organische Verbindungen und an das Phytat in Körnerprodukten gebunden ist, hat eine eingeschränkte Bioverfügbarkeit. Getreide ist reich an Phytat, der Phytatgehalt steigt mit zunehmender Reife des Getreides.

Im Überschuss verfüttertes Phosphat binden Calcium im Darm und können so die Resorptionsrate aus dem Futter weiter senken. Trotz ausreichender Zufuhr kann es dann über die verminderte Resorption zu einer Mangelversorgung kommen.

Eine Überversorgung mit Calcium belastet nicht nur die Nieren des Pferdes, sondern kann auch die Absorption einiger Spurenelemente verringern. Das gilt für Zink, Mangan und Eisen. Sind die letztgenannten Elemente nur in mäßigen Anteilen an der unteren Grenze der Empfehlungen vorhanden, kann durch eine übermäßige Calcium-Zufuhr eine Mangelsituation bei diesen Spurenelementen entstehen.

Die Kunst der Fütterung liegt demnach darin, den Nährstoffbedarf der Tiere durch eine richtig kombinierte Futterration abzudecken. In diesem Zusammenhang sind insbesondere das Futteraufnahmevermögen, der Struktur- und Ballaststoffanteil und die hygienische Beschaffenheit der Futtermittel ebenfalls zu berücksichtigen. Bei der Rationsgestaltung muss darüber hinaus die Versorgung mit fehlenden Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen über spezielle Mineralfuttermittel sichergestellt werden.

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