EM Aachen: Silber für Kristina Bröring-Sprehe

16. August 2015 | Von Redaktion | Kategorie: Dressursport

[Aachen (GER)/S. Hennig (fn-press)]. Die britischen Seriensieger Valegro und Charlotte Dujardin erzielten einen neuen Europameisterschafts-Rekord im Grand Prix Special (87,577 Prozent), Desperados FRH und Kristina Bröring-Sprehe (Dinklage) beeindruckten mit einer fehlerfreien und ausdrucksstarken Vorstellung, die verdient mit der Silbermedaille belohnt wurde (83,067). Zu Bronze ritt der Niederländer Hans-Peter Minderhoud mit Glock’s Johnson (79,034).

Waren im Grand Prix, der Mannschaftsentscheidung der Dressur-Europameisterschaft, alle Spitzenpaare etwas unter Form geblieben, spielten sie im Kampf um die ersten Einzelmedaillen im Grand Prix Special all ihren Stärken aus. Kristina Bröring-Sprehe und ihr 14-jähriger Hannoveraner Desperados gelang eine der besten Prüfungen ihrer Karriere. Fehlerfrei und „federleicht“, mit enormen Verstärkungen und einer makellosen Piaff-Passage-Tour beendete das Paar den Wettbewerb, begleitet von stehenden Ovationen der rund 28.000 Zuschauer im Riesenstadion der Soers. 83,067 Prozent bedeuteten Silber. „Der Druck am ersten Tag war wegen der Mannschaftswertung höher, heute konnte ich befreiter und mutiger reiten“, sagte die strahlende Vize-Europameisterin.

Besser als die Deutsche war nur die britische Olympiasiegerin und Weltmeisterin Charlotte Dujardin, deren 13-jähriger KWPN-Wallach Valegro sich im Special ebenfalls souveräner präsentierte als im Grand Prix und sich nur einen kleinen „Haker“ in den Einerwechseln leistete. „Ich wollte es diesmal definitiv besser machen“, so die 30-Jährige, die mit ihrem Ausnahmepferd einen weiteren Rekord erzielte: diesmal höchstes EM-Ergebnis im Grand Prix Special. Der Bronzemedaillengewinner Hans-Peter Minderhoud konnte seinen Ritt gar nicht genießen. Eine Virusinfektion machte ihm schaffen. Die Medaille kam obendrein unerwartet, denn sein Landsmann Edward Gal und der Wallach Undercover traten als Favoriten auf Silber oder Bronze an. Die Prüfung des Paares endete jedoch vorzeitig durch Abläuten: Gals Rappe hatte sich auf die Zunge gebissen und blutete – Ausschluss im internationalen Sport.

Humor bewies Isabell Werth, nachdem sie mit Hannoveraner Don Johnson den falschen Weg auf dem Viereck eingeschlagen hatte: Lachend sagte sie: „Was kann das Pferd dafür, wenn eine alte Blondine im Sattel zu blöd ist? Seit 27 Jahren reite ich Championate, aber jetzt habe ich mich zum ersten Mal verritten.“ Bei ansonsten fehlerfreier Prüfung erzielte das Paar 75,924 Prozent – Platz sechs. Einen Rang dahinter folgte Jessica von Bredow-Werndl mit Unee BB. Nach missglückten Zweierwechseln gingen auch noch die Einerwechsel daneben. „Ich wollte unbedingt zeigen, dass wir die Einer besser hinkriegen. Da habe ich wohl zu viel Druck gemacht“, begründete sie die Fehler. Mit 74,79 Prozent und Platz sieben beendete das Paar den Special. Alle drei deutschen Paare haben sich somit für die Grand Prix Kür der Top 15 am Sonntag qualifiziert.

Wie schon im Grand Prix gaben auch im Special einige Richterurteile Anlass zur Diskussion. Es musste sogar eine Anfang des Jahres neu geschaffenen Regel des Weltverbandes FEI angewandt werden: Ist ein Richter mehr als sechs Prozent vom Durchschnittswert seiner Kollegen entfernt, wird sein Ergebnis korrigiert und dem nächstliegenden Wert eines Kollegen angeglichen. Im Klartext: Bei der Bewertung des Niederländers Diederik van Silfhout mit Arlando vergab der niederländische Richter über 83 Prozent, das Jurymitglied aus den USA hingegen nur 70 Prozent. Nach Korrektur des Holländers rangierte der Reiter mit 74,426 Prozent an zehnter Stelle.

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