EM Aachen: Grischa Ludwig gewinnt Reining-Silbermedaille

16. August 2015 | Von Redaktion | Kategorie: Westernreitsport

[Aachen (GER)/A. Borchardt (fn-press)]. Die Reiner sammeln Medaillen: Nach Teamsilber holten die deutschen Reiter bei den Reining-Europameisterschaften in Aachen heute Einzel-Silber und –Bronze. Grischa Ludwig (Bitz) gewann mit Shine My Gun den Titel Vize-Europameister, Championtsdebütant Elias Ernst (Windeck) nahm überwältigt die Bronzemedaille entgegen. Neuer Europameister ist der erst 22-jährige Italiener Giovanni Masi de Vargas mit Dance Little Spook.

„Wenn man zwei Medaillen gewinnt, kann man nur zufrieden sein“, resümierte Bundestrainer Nico Hörmann (Bünde). Ihm war es gelungen, fünf Reiter ins Einzelfinale zu bringen – fünf Chancen auf Titel und Medaillen. Fünf Möglichkeiten für Glück und Pech. Gewissheit gab es erst ab den letzten sechs Teilnehmern. Zunächst startete der frischgebackene Team-Vize-Europameister Volker Schmitt (Pressath) mit seinem Quarter Horse Smokin Milfillena. Sein Ritt war „fehlerfrei, aber am Ende hat die Spritzigkeit gefehlt“, sagte der Bundestrainer. Alle waren dennoch mit Mifi – so der Cosename des neunjährigen Hengstes – zufrieden: „Er geht immer einen 216er oder 217er Score und ist damit ein stabiles und zuverlässiges Teampferd“, weiß Schmitt um die Qualität seines Pferdes.

Vielleicht befreit durch Teamsilber ritt als nächstes Championatsdebütant Elias Ernst (Windeck) mit seinem zehnjährigen Quarter Horse-Hengst USS N Dun It ein. Kurz bevor er die Arena verließ, erklang sein Score: 219. Führung. Jubel. Warten, was draus wird. Es folgte Oliver Stein (Rhede) mit der neunjährigen QH-Stute Timbers Whizzer. Seine Erwartungen für das Einzel waren hoch nach dem vierten Platz in der ersten Qualifikation. Der Dämpfer kam allerdings gleich beim ersten Manöver: Der Stopp misslang. „Das war ein Abstimmungsproblem. Das Pferd ist in so einer Arena noch recht unerfahren. Deshalb ist Oliver auch Einzelreiter bei dieser EM“, sagte Nico Hörmann nach dem Ritt, der von den Richtern dann auch nur 210,5 Punkte erhielt: Platz 19.

Weiter ging es mit Medaillenkandidat Francesco Martinotti (ITA) und Rambo Bo Sun. Seine Vorstellung entlockte den Richtern aber nur 216 Punkte. Damit war klar: Die erste Einzelmedaille ist gewonnen. Elias Ernst hat Bronze sicher. „Ich bin sehr stolz auf ihn. Das ist die logische Konsequenz aus seinem bisherigen Weg und was er im Trainingslager gezeigt hat“, lobte Nico Hörmann. Der Jubel war nur kurz, denn nun folgte Grischa Ludwig als vorletzter Reiter. Ob WM oder EM. Der 41-jährige Profitrainer hat schon zahlreiche Championatseinsätze hinter sich. Nach zweimal EM-Team Gold (2007 und 2013) und EM-Einzel-Bronze 2013 sollte es nun auch Einzel-Gold werden. Entsprechend risikoreich und ambitioniert ritt er mit seinem achtjährigen Quarter Horse-Hengst Shine My Gun das Pattern 9 – und überzeugte die Richter: 221 Punkte, neue Führung. Fünf Minuten später tönte der letzte Score des Tages durch die Arena: 222. Titel und Gold für Giovanni Masi de Vargas. „Silber ist gut. Ich wollte Gold. Mein Pferd war super“, so die erste Reaktion von Ludwig. Die Enttäuschung dauerte aber nicht lange. Schon in der anschließenden Pressekonferenz blickte er in Richtung nächste EM. „Ich hatte schon fünfte, vierte, dritte und zweite Plätze. Die Tendenz geht nach oben.“ In der PK erfuhr Ludwig dann auch, dass er bis zum letzten Manöver geführt hatte. Ein kleiner Fehler beim letzten Stopp, kostete Grischa Ludwig also Gold, erzählte Ralf Hesselschwerdt, einer der Richter. „Das war ein Kopf an Kopf-Rennen.“

Und Verena Klein (Bünde)? Sie feierte als Einzelreiterin in Aachen ebenfalls Championatspremiere. Mit ihrem Pferd Olena Joe Cody war sie als Siegerin der zweiten Qualifikation ins Einzelfinale nachgerückt. Das beendete sie schließlich mit 215,5 Punkte und Platz acht. Mit Volker Schmitt – am Ende auf Rang 6 – ritten sich damit vier deutsche Reiter in die Top Ten der EM-Einzelwertung.

„Dieses Championat war super. Unser Dank geht an die Organisatoren. Das war das am besten organisierte Reining-Championat ever. Wir fühlten uns die ganze Zeit auf Augenhöhe mit den anderen Disziplinen“, fasste Grischa Ludwig eine für die deutschen Reiner fantastische Woche zusammen. Der Bundestrainer ergänzte: „Super Stimmung, super Publikum, super Mannschaft.“

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