EM Aachen: Zweites Silber für Kristina Bröring-Sprehe

16. August 2015 | Von Redaktion | Kategorie: Dressursport

[Aachen (GER)/S. Hennig (fn-press)]. Ein beinahe dramatischer Kampf um die Medaillen kennzeichnete die Kür zum Abschluss der Europameisterschaft der Dressurreiter in Aachen. Nur einen Wimpernschlag lag die britische Seriensiegerin Charlotte Dujardin mit Valegro vor Kristina Bröring-Sprehe mit Desperados FRH, die nach dem Grand Prix Special auch in der Kür die Silbermedaille gewann. Zu Bronze ritt die Spanierin Beatrice Ferrer-Salat mit Delgado.

88,804 Prozent – neuer internationaler Kürrekord für Kristina Bröring-Sprehe, die strahlend sagte: „Das war meine beste Kür aller Zeiten.“ Und fügte gleichsam als Ausblick auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro hinzu: „Nächstes Jahr will ich es noch besser machen.“ Ihre Kür war reich an Höhepunkten, dazu fehlerfrei und in der Choreographie anspruchsvoll. Die Goldmedaille rückte für die 28-Jährige und den eleganten Hengst in greifbare Nähe, zumal die nach ihr startende britische Olympiasiegerin und Weltmeisterin Charlotte Dujardin sich mit Valegro in den Einerwechseln, die sie zweimal in ihre Kür eingebaut hatte, jeweils Fehler leistete. Insgesamt wirkte der 13-jährige niederländische Wallach müde. Dies drückte sich auch im Ergebnis aus: 89,054 Prozent. Seine besten Küren hatte Valegro mit über 90 Prozent bis hin zu seinem Rekord von 94,3 Prozent absolviert. Die Aachener Vorstellung sollte dennoch für den Sieg reichen, wenn auch knapp. Das Publikum quittierte das Richterurteil mit einem Pfeifkonzert.

Etwas überraschend gewann die Spaniern Beatrice Ferrer-Salat mit Delgado die Bronzemedaille (82,714). Der bewegungsstarke Fuchs, der den westfälischen Brand trägt und von De Niro-Weltmeyer abstammt, war lange Zeit das Sorgenkind. Sechsjährig kam er in den Stall von Beatrice Ferrer-Salat. Immer wieder warfen ihn Krankheiten zurück, nun, mit 14, scheint der Fuchs stabil zu sein und ermöglicht seiner sympathischen 49-jährigen Reiterin, die mit Ton de Ridder trainiert, die Rückkehr an die Spitze. 2002 gewann sie die Einzel-Silbermedaille bei den Weltreiterspielen, zwei Jahre später ritt sie mit dem spanischen Team zu Bronze bei Olympia in Athen.

Die Rangierung hätte auch anders aussehen können, denn gleich drei Reiter lagen mit über 82 Prozent dicht beieinander. Isabell Werth zeigte mit dem Hannoveraner Don Johnson eine starke Kür, die wie gewohnt mit allerlei Höchstschwierigkeiten gespickt war und mit 82,482 Prozent bewertet wurde. „Es gibt so Tage, an denen alles klappt“, sagte Isabell Werth lachend in Anspielung auf ihr Verreiten am Vortag im Grand Prix Special. „Es freut mich für Jonny, dass er endlich zeigen kann, was er kann.“ Auf Platz fünf behauptete sich der Niederländer Hans-Peter Minderhoud mit Glock’s Johnson (82,411).

Jessica von Bredow-Werndl zog ein zufriedenes Fazit ihrer Championatspremiere. Mit dem 14-jährigen Hengst Unee BB gelang ihr eine gute, aber nicht ganz fehlerfreie Kür. Wiederum haperte es an den Galoppwechseln. „Ich habe hier in Aachen nicht meine persönliche Bestleistung abrufen können, aber der Druck ist bei einer Europameisterschaft einfach höher als bei anderen Turnieren. So gesehen bin ich mit meinem ersten Championat ganz zufrieden“, sagte die 29-Jährige.

„Eine Woche voller Höhen und Tiefen“, so fasste der Chef des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR), Dr. Dennis Peiler, die Ereignisse der Dressur-EM zusammen. Die Tiefen bezogen sich auf den Auftritt des Hengstes Totilas, für den das Championat ein frühzeitiges Ende genommen hatte, die Höhen auf die großartigen Leistungen der drei Teamreiterinnen. „Wir können sehr stolz sein. Gold und Bronze wären heute in der Kür zwar drin gewesen, aber das müssen wir sportlich sehen. Ich bin jedenfalls mit Blick auf Rio sehr zuversichtlich.“

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