“Bergfest” bei den Bundeschampionaten

7. September 2015 | Von Redaktion | Kategorie: Dressursport, Ponysport, Springsport, link

[Warendorf (GER)/M. Hoheisel (fn-press)]. Tag drei bei den DKB-Bundeschampionaten: Auf dem Programm standen am Freitag viele kleine Finals, in denen sich weitere Reiter-Pferd-Paare durch gute Leistungen Finaltickets sichern und so die Chance auf die Siegesschärpe und den Titel des Bundeschampions wahren konnten. Zudem griffen mit den Dressur- und Vielseitigkeitsponys auch die letzten Titelaspiranten in die Wettkämpfe ein. 7,500 Zuschauer fieberten mit.

Bereits früh am Morgen lieferten sich 41 siebenjährige Springpferde in der zweiten Qualifikation des Warendorfer Youngster Championats, einer Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse S*, einen spannenden Wettstreit. Null Fehler in 39,98 Sekunden nach Phase 2 lautete das Ergebnis des siegreichen Westfälischen Schimmelwallachs Quantador (von Quinta Real/Cornet Obolensky, Züchter: Georg Kaiser (Salzkotten), Besitzer: Paul Schockemöhle) und seinem Reiter Bastian Freese (Mühlen). Als einziges Paar durchbrachen die beiden damit die Schallmauer von 40 Sekunden und sicherten sich eine der Fahrkarten für das Finale am Samstag. Punkbestes Pferd nach beiden Qualifikationen war die Holsteiner Stute Afrah (von Coriano/Lord Inci Pit, Züchter: Winfried Krautwald (Emsdetten), Besitzerin: Edeltraud Krautwald), Siegerin des gestrigen Tages mit Reiterin Jana Wargers (Emsdetten).

Auch bei den fünfjährigen Springpferden stand die zweite Qualifikation an. 96 Starter stellten sich dem Parcours, einer Springpferdeprüfung der Klasse M*. Die Tageshöchstnote 9,2 gab es für Chap II (von Cellestial/Contender) und Johannes Holzeder (Malching): der Sieg in Abteilung eins. Der Oldenburger Schimmelhengst stammt aus der Zucht und dem Besitz der Schmidt/Schmidt GbR (Neu Benthen). Die zweite Abteilung sicherten sich Cadberry (von Coronas/Carpaccio) und Philipp Schulze-Topphoff (Havixbeck) mit der Note 8,8. Gezüchtet wurde die Westfalenstute von Ludger Schulze-Topphoff (Telgte), Besitzerin ist Viola Schulze-Topphoff. In Abteilung drei ging die Siegesschleife an den Holsteiner Hengst Oak Grove’s Connected und Harm Lahde (Sassenholz). Die Richter belohnten die Vorstellung des Conterder/Corofino I-Sohns, der von Tim Sievers (Witzwort) gezüchtet wurde und im Besitz des Gestüts Eichenhain steht, mit der Wertnote 8,7. Oak Grove’s Connected war auch das Pferd, das über beide Qualifikationen hinweg die meisten Punkte sammelte und somit sein Finalticket sicher hat – ebenso wie 29 weitere Parcourstalente.

Um Finaltickets ging es am Nachmittag auch bei den sechsjährigen Springponys. Hier siegte in einem Starterfeld von 22 Ponys und nahm somit Kurs auf die Titelverteidigung der Bundeschampion des letzten Jahres, High Noon (von Halifax/Chico) mit Reiter Lars Volmer (Legden). 9,3 lautete die Wertnote. Züchterin des Hengstes ist Gisela Jung (Rittersheim), Besitzer Helmut Ewenz. Insgesamt zogen 15 Springponys in das Finale ein. Noch nicht um Finaltickets springen mussten hingegen die fünfjährigen Springponys. Für sie ging es in einer Einlaufprüfung darum, sich gut auf dem Championatsgelände in Warendorf zu akklimatisieren. Am besten gelang dies Cha Cha (von Campino/Losander) mit Reiterin Kathrin Stolmeijer (Emsbüren). Für ihre Runde über den Parcours zückten die Richter die Wertnote 8,7. Gezogen wurde die Stute von Hans Huster-Klatte (Lastrup), Besitzerin ist Victoria Klatte.

Nachdem gestern bereits die ein Jahr jüngeren am Start waren, griffen auch die vierjährigen Reitponys in das Wettkampfgeschehen ein. Den Sieg im 30-köpfigen Starterfeld bei den Stuten und Wallachen sicherte sich mit der Wertnote 8,3 die Stute Daddy’s Chanel mit Reiterin und Besitzerin Lisa Albers (Neuenkirchen). Reiner Bockholt (Steinfurt) ist Züchter des braunen Nachwuchstalents von FS Daddy Cool aus einer Mutter von Chantre B. Mit der Siegerin sowie acht weiteren Ponys gibt es ein Wiedersehen im Finale am Sonntag. Dort zu sehen sein wird auch der Sieger der vierjährigen Reitponyhengste, Drei D AT mit seiner Reiterin Jaqueline Schurf (Bedburg), die bereits mit der Stute Damenwahl K WE die Qualifikationssiegerin bei den dreijährigen Reitponys stellte. Der von Adolf-Theo Schurf (Bedburg) gezogene und noch in dessen Besitz stehende Sohn des Dance Star AT aus einer Mutter von Dreamdancer setzte sich mit einer Wertnote von 8,8 gegen seine 17 Konkurrenten durch.

Quizmaster heißt der Sieger bei den dreijährigen Stuten und Wallachen. Mit der Wertnote 8,8 setzte sich der Sohn des Quasar de Charry aus einer Mutter von Velten Third, vorgestellt von Jessica Lynn Andersson (Wettringen) in der Reitpferdeprüfung gegen seine 20 Konkurrenten durch. Züchter des Hannoveraner Wallachs ist Klaus Küver (Lamstedt), Besitzer Mathieu Beckmann.

Viele Zuschauer waren am frühen Abend am Reitpferdeplatz, um sich die gleichaltrigen Hengste anzusehen. Hier siegte ein Sohn des Fürst Wilhelm aus einer Mutter von Lord Sinclair I: Fürst William HC, präsentiert von Anna-Sophie Fiebelkorn (Ottersberg). Der dreijährige Oldenburger aus der Zucht von Monika Stärk (Merzen) und im Besitz der HC Stables erhielt für seine Vorstellung die Wertnote 9,2. Insgesamt zogen hier sechs der 19 Hengste in das Finale ein, wobei die Meinungen von Publikum und Jury zu einigen Pferden weit auseinandergingen und letztere für ihre Bewertungen zum Teil Pfiffe erntete.

Ernst wurde es für die Dressurponys auf dem Dressurplatz II. Für sie ging es um die direkte Qualifikation für die Finals am Sonntagvormittag. Bester der 44 Starter bei den fünfjährigen Ponys war Carleo Go WE, vorgestellt von der Dritten der diesjährigen Junioren-EM, Paulina Holzknecht (Solingen). 8,2 lautete die Wertnote für den Wallach von Constantin aus einer Mutter von Weltmeyer, der von Maria Brocks (Ahaus) gezogen wurde und sich im Besitz des Hofs am Eifgen befindet. Insgesamt schafften acht Ponys den direkten Einzug ins Finale, an vier weitere werden im kleinen Finale noch Startplätze verteilt. Genau halb so viele Teilnehmer wie bei den fünfjährigen, nämlich 22, waren bei den sechsjährigen Dressurponys am Start. Hier setzten sich Tackmann’s Don Alonso (von Der feiner Lord AT/Black Boy) und Laetitia Terberger (Geilenkirchen) mit der Wertnote 8,3 in Front. Züchter des Westfälischen Ponyhengstes ist Karl-Heinz Minnerop (Werl), Besitzerin Christina Schankat. Ins Finale zogen die besten acht Ponys der Prüfung ein, dies bedeutete eine Wertnote von 7,5 und besser.

Einen Startplatz im Finale sichern konnte sich Zalando (von Zack/Sunny-Boy) mit Nicole Casper (Donzdorf). Der vom Gestüt ERA in Dänemark gezogene und im Besitz von Thomas Casper stehende Oldenburger Hengst siegte im kleinen Finale der fünfjährigen Dressurpferde mit der Wertnote 8,3. Neben ihm schafften noch fünf weitere Pferde als „Nachzügler“ den Weg ins Finale. Bei den sechsjährigen Dressurpferden ging der Sieg im kleinen Finale mit der Wertnote 8,7 und deutlichem Abstand zum Rest des Feldes an die Stute Fasine und Reiterin Isabel Bache (Mühlen). Die Tochter des Fürst Romancier aus einer Mutter von Sir Donnerhall I wurde auf dem Gestüt Lewitz geboren, als Besitzer wird die Paul Schockemöhle Pferdehaltung GmbH geführt. Des Weiteren schafften noch sechs andere Pferde mit Wertnoten von 7,8 bzw. 7,7 den Sprung ins Finale.

Auf dem Geländeplatz waren erstmals auch die Ponys los. Es siegte im 19 Paare starken Starterfeld der Finalqualifikation der sechsjährige Wallach Mama’s Liebling mit Reiterin Johanna Schulze Thier (Ascheberg) und der Wertnote 8,9. Gezogen wurde der Sohn des ehemaligen Bundeschampions Mr. Hale Bob aus einer Bolero-Mutter von seiner Besitzerin Elke Stegemann (Westbevern). Er zog gemeinsam mit zehn weiteren vielseitig begabten Ponys ins Finale ein. Bei den Vielseitigkeitspferden hingegen gab es in den kleinen Finals die letzte Chance, sich doch noch für das große Finale zu qualifizieren. Bei den fünfjährigen Pferden nutzte diese Chance Kontessa M (von Royal Dream/Machandel) mit Reiterin Rebecca-Juana Gerken (Rümpel). Die Oldenburger Stute aus Zucht und Besitz von Sybille Michalski (Borstel) erhielt für ihre Runde über die Geländesprünge eine glatte 9,0. Das kleine Finale der ein Jahr älteren, sechsjährigen Vielseitigkeitspferde wurde zur Beute von Hulingshof’s Jogi und Reiterin Christin Tidow (Springe). Der Oldenburger Schimmelwallach stammt aus der Zucht und dem Besitz von Johannes Baumann (Kempen), für seine Vorstellung gab es von den Richtern eine 9,2. Insgesamt schafften über die kleinen Finals sieben fünf- und sechs sechsjährige Pferde noch den Einzug in das Finale. Weiter geht es dort am Samstag mit den Teilprüfungen Dressur und Springen, ehe am Sonntag auf dem Vielseitigkeitsplatz der Ritt über Geländehindernisse über die Titelvergabe entscheidet.

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