Silvesterangst

15. Dezember 2016 | Von Redaktion | Kategorie: Featured, Gesundheit
Silvester ist kein guter Tag im Leben eines Fluchttieres (Foto: Renate Tröße/Pixelio.de).

Silvester ist kein guter Tag im Leben eines Fluchttieres (Foto: Renate Tröße/Pixelio.de).

[A. Klabunde]. Regelmäßig endet der letzte Tag des Jahres mit einer Silvesternacht – und mit dem Krach, Qualm und den bunten Lichtern kommt bei vielen Tieren auch die Angst! Vor allem das Fluchttier Pferd mit seinen empfindlichen Sinnesorganen nimmt die optischen, olfaktorischen und akustischen Reize sehr intensiv wahr. Die flackernden Lichtreflexe von Raketen und die ungewohnten Geräusche der Böller können dann neben dem fremdartigen Geruch der Pyrotechnik schnell zum Auslöser akuter Angstzustände werden, die sich in einer erhöhten Herzfrequenz, Schwitzen, erweiterten Nüstern und erregtem Umherlaufen äußern.

Viele Pferde zeigen eindeutige Angstsymptome auf die Feuerwerkskörper zur Jahreswende. Die Anwesenheit besonders sensibler Artgenossen kann selbst bei ruhigen Vierbeinern die Angst noch potenzieren – der akute Angstzustand wird dann zur Phobie mit möglicherweise fatalen Konsequenzen.

Eine echte Gewöhnung ist aufgrund der großen zeitlichen Abstände dieses Ereignisses so gut wie unmöglich. Allerdings kann mit Hilfe eines belohnungsgesteuerten Gelassenheitstrainings für eine Entschärfung der Stress-immanenten Situation gesorgt werden. Die Angst vor den Silvester-typischen Geräuschen kann beispielsweise mit Hilfe von im Handel erhältlichen Tonaufzeichnungen von unterschiedlichen Knallkörpern reduziert werden, indem diese regelmäßig und möglichst frühzeitig im Jahr beispielsweise zu den Fütterungszeiten abgespielt werden. Die tiefe, langgestreckte Halshaltung und die Kaubewegungen bei der Futteraufnahme wirken grundsätzlich beruhigend auf das Tier, so dass der Lärm nicht mehr als so stark belastend empfunden wird. Dieses Phänomen können sich Pferdebesitzer und Reiter auch am Silvesterabend zunutze machen: Großzügig bemessene Raufuttergaben helfen bei der Ablenkung und beruhigen die unter Stress stehenden Vierbeiner. Junge bzw. unerfahrene Tiere sollten in dieser Nacht auch nicht unbedingt mit für ihre Ängstlichkeit bekannten Artgenossen vergesellschaftet sein – denn deren extreme Angstreaktion kann sich leicht auf die Jungpferde übertragen. Weidepferde sind in dieser Zeit möglichst weit entfernt und außerhalb von Ortschaften unterzubringen. Nicht nur, aber vor allem an Silvester ist die Hütesicherheit, also ein ausbruchssicherer Zaun, zwingend zu gewährleisten – dies gilt insbesondere auch bei der Paddock (Trail)- und Offenstallhaltung. Ob eine Unterbringung in einer Box die bessere Option darstellt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Durch das Verschließen und Abhängen von Fenstern und Türen lassen sich die Außenreize durchaus erheblich verringern. Für an Boxenhaltung weniger gewöhnte Pferde könnte sich der Aufenthalt im Stall jedoch noch Stress-belastender darstellen.

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