Mischfutter im Test: Ergänzungsfutter für Stuten und Fohlen

16. Februar 2016 | Von Redaktion | Kategorie: Produkttest
Ergänzungsfutter werden stets in Kombination mit anderen Futterkomponenten eingesetzt (Foto: Anke Klabunde).

Ergänzungsfutter werden stets in Kombination mit anderen Futterkomponenten eingesetzt (Foto: Anke Klabunde).

[Bonn (GER)/K.-H. Grünewald]. Im Rahmen des vorliegenden Tests wurden vom Verein Futtermitteltest e.V. (VFT) 13 Ergänzungsfuttermittel für Zuchtstuten und Fohlen aus dem Zeitraum Februar bis Juni 2015 beprobt und untersucht. Im Einzelnen handelt es sich um sechs Stutenfutter und sieben reine Fohlenfutter von zehn verschiedenen Herstellerwerken. Bei den Stutenfuttersorten waren vier pelletiert (unter Druck und Temperatur gepresst), zwei lagen als Müsli (lose, grobe Struktur) vor, während bei den Fohlenfuttersorten sechs in Pellet-Form und eines als Müsli vorlagen.

Das zu testende Ergänzungsfutter lag sowohl in pelletierter Form... (Foto: Anke Klabunde).

Das zu testende Ergänzungsfutter lag nicht nur in pelletierter Form... (Foto: Anke Klabunde).

Ergänzungsfutter werden stets in Kombination mit anderen Futterkomponenten eingesetzt. Bei der Stute ergänzen sie die Nährstoffversorgung aus dem betrieblich verfügbaren Weide- und Raufutter, um die tägliche Futterration nährstoffmäßig zu komplettieren. Bei Fohlen ist während der Säugezeit die Stutenmilch, später neben der Milch auch das aufgenommene Gras- und Raufutter zu ergänzen. Um den Pferdehalter in die Lage zu versetzen, das jeweilige Ergänzungsfutter sach- und leistungsgerecht einzusetzen zu können, sind daher auch ausreichende Fütterungshinweise des Herstellers nötig. Im vorliegenden Test waren relativ viele Abweichungen von den Herstellerangaben auffällig, sowie auch teils etwas höhere Kupferzusätze vom Hersteller vorgesehen. Der VFT vergleicht die Laborbefunde mit den Herstellerangaben zur Abschätzung der Deklarationstreue, bewertet die wichtigsten Inhaltsstoffe und beurteilt die von den Herstellern gegebenen Fütterungshinweise hinsichtlich der Ansprache wichtiger Punkte/Elemente, wie Einsatzbereich, Raufutter und Futtermenge. Weitere Hinweise zur Prüfung des VFT sind im Internet unter www.futtermitteltest.de zu finden. Dort sind auch die Ergebnisse verschiedener Futtertypen und Regionen zu finden.

Kommentierung der Testergebnisse

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... sondern auch als Müsli vor (Foto: Anke Klabunde).

Die Herstellerangaben sind im linken Teil der Ergebnistabelle dargestellt. Die Angaben für die einzelnen Nährstoffe variieren zum Teil deutlich. Bei Rohasche werden 6,0 bis 11,0 Prozent angegeben, bei Rohprotein 11,5 bis 18 Prozent, bei Rohfaser 5,5 bis 12 Prozent, bei Rohfett 2,6 bis 9,0 Prozent und bei den Mineralstoffen 0,9 bis 1,6 Prozent Calcium bzw. 0,4 bis 0,7 Prozent Phosphor. Bei der großen Bandbreite der angebotenen Ergänzungsfutter (Kraftfutter) ist die richtige Futterauswahl unter Berücksichtigung der verfügbaren Raufutterart und -menge und ggf. weiterer Ergänzungen (Hafer, Möhren etc.) zu treffen. Der VFT überprüft die genannten Herstellerangaben mittels Futteranalysen auf der Grundlage futtermittelrechtlicher Vorschriften. Festgestellte Abweichungen von den Deklarationswerten werden in der Ergebnistabelle in der Rubrik „Abweichender Befund“ dokumentiert (Pfeil nach oben = überschreitender Befund, Pfeil nach unten = unterschreitender Befund).

Abweichungen in der Deklaration bei acht Futtermitteln

Acht der dreizehn Testfutter zeigten eine bzw. mehrere Abweichungen von der Deklaration. Während drei von sechs Stutenfuttern mit Abweichungen betroffen waren, wiesen fünf der sieben Fohlenfutter Abweichungen auf. Dabei lagen vor allem Unterschreitungen der Angaben für Rohasche und Rohfaser vor. Unterschreitungen bei Rohasche sollten nicht überbewertet werden, sofern die Mineralstoffgehalte stimmen. Auch geringere Gehalte bei Rohfaser sind nicht dramatisch, da die Faserversorgung überwiegend mit dem Raufutter erfolgen sollte. Dagegen sind ein Unter- bzw. Übergehalt bei Rohprotein und Übergehalte bei Calcium, Kupfer und Zink durchaus von Bedeutung.

Die Versorgung mit Rohprotein ist gerade für laktierende Stuten und Fohlen sehr wichtig, da dieses die Aminosäuren als lebensnotwendige Eiweißbausteine für Auf- und Abbauvorgänge im Körper und den Muskelaufbau enthält. Eine Unterversorgung kann z.B. die Milchleistung und Milchqualität (Kolostrum) der Stute und das Organ- und Muskelwachstum des Fohlens beeinträchtigen. Kraftfutter für diesen Einsatzbereich sollte daher mindestens 14 Prozent, besser mehr als 15 Prozent Rohprotein enthalten. Die Futter „Pferd Zucht S-pelletiert“ vom Tierhaus Froodo und „Fohlengold“ von Mühle Ebert waren mit 11,5 Prozent bzw. 13 Prozent zu niedrig konzipiert und letztgenanntes Futter unterschritt mit 10,6 Prozent den angegebenen Wert auch noch deutlich. Ohne andere Proteinergänzungen kann ein Mangel resultieren, was gerade bei der Fohlenfütterung unbedingt vermieden werden sollte. Übergehalte sind dagegen unnötig, in begrenztem Umfang bei den genannten Tieren aber unproblematisch. Weiterhin ist die Mineralstoffversorgung von großer Bedeutung: einerseits bei der Knochenentwicklung (v.a. Calcium, Phosphor, Kupfer), andererseits als Enzymbestandteil bei vielen Stoffwechselfunktionen (Phosphor, Kupfer, Zink, u.a. Spurenelemente). Für eine ausreichende Kupferversorgung (v.a. bei Fohlen und Stuten) wird eine Ergänzung im Mischfutter in Höhe von 20- 45 mg/kg erwartet. Höhere Gehalte an Kupfer, wie auch an anderen Mineralstoffen und Spurenelementen, können zu Imbalancen führen, was den Mineralstoffhaushalt beeinträchtigen kann. Zwei Stuten- und sechs Fohlenfutter fallen hierbei mit Kupfergehalten von 55-101 mg/kg auf. Dies gilt gleichfalls für die Überschreitung von Herstellerangaben zu diesen Werten, da die Kraftfutter ja auch nach dem entsprechenden Zusatz ausgewählt werden können. Anzumerken ist, dass bei sehr jungen Fohlen mit nur geringer Futteraufnahme je Tag ein unnötig hoher Gehalt eher unproblematisch wäre, allerdings steigt die Zuteilung des Ergänzers schon vor und dann nach dem Absetzen deutlich an, was dann schnell zur Überversorgung führen kann. Ein weiterer Bereich bei diesem Warentest ist die Überprüfung der Fütterungshinweise, die möglichst exakt und zielgerichtet vorliegen sollten. Werden die diesbezüglichen VFT-Anforderungen erfüllt, wird dies durch ein Häkchen dokumentiert. Werden keine oder nur unzureichende Hinweise gegeben, erfolgt die Bewertung mit n.v. (nicht vorhanden). Bei vier Futtern fehlen Angaben zu einzelnen Bereichen wie z.B. Hinweise auf Raufutter (Rationsgestaltung) oder Angaben zur Kraftfuttermenge. Meist liegen noch weitergehende Informationen vor. Der Name „Pferd Zucht S pelletiert“ legt den Einsatz bei Stuten nahe, ein klarer Hinweis auf tragende/laktierende Stuten wäre aber wünschenswert bezüglich einer „leistungsangepassten“ Fütterung. Während die ersten fünf für Fohlen vorgesehenen Ergänzungsfutter als Fohlenstarter für junge Fohlen empfohlen werden, ist das „PavoPodo Grow“ (zwei Proben) laut Hersteller für ältere Fohlen nach dem Absetzen ab dem achten bis zum 30. Monat geeignet. Die Energiegehalte der Ergänzungsfutter werden selten deklariert, teils aber in den Produktinformationen angegeben. Informationen hierzu sind aber gerade in der Fohlen- und Stutenfütterung von größerer Bedeutung. Deshalb ermittelt der VFT die Energiegehalte, und zwar auf Basis einer eigens dafür entwickelten Schätzformel. In diesem Test reichte die große Spanne bei den Energiewerten von 10,2 bis 12,7 MJ DE/kg, bei einem mittleren Wert von 11,5 MJ DE/kg.

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Die vorliegenden Testergebnisse gelten nur für die geprüften Futterlieferungen.

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