Kein Start bei den Paralympics für Hanne Brenner

5. September 2016 | Von Redaktion | Kategorie: Para Equestrian

Warendorf (GER)/ (fn-press). Die Austauschwelle in den deutschen Championatsmannschaften reißt nicht ab. Nun hat es Hannelore Brenner (Wachenheim) getroffen. Die aktuell erfolgreichste deutsche Para-Dressurreiterin und zweifache Goldmedaillengewinnerin von 2012 muss kurzfristig auf ihren Einsatz bei den Paralympics in Rio vom 7. bis 18. September verzichten, da sich ihr Trakehner Kawango verletzt hat. An ihrer Stelle rückt Claudia Schmidt (Darmstadt) mit Romeo Royal nach, sofern die Bestätigung durch den Deutschen Behindertensportverband (DBS) erfolgt ist.

Grund für Brenners Verzicht ist ein Bluterguss am Vorderbein von Kawango. „Es ist nichts wirklich Schlimmes, aber er muss die nächsten zwei Wochen geschont werden. Er wird sich wohl in der Box selbst mit dem Huf ans Bein geschlagen haben, was z.B. beim Wälzen durchaus mal passieren kann“, sagte die 14-malige Deutsche Meisterin, für die Rio die fünften Paralympischen Spiele gewesen wären. „Mit so etwas rechnet man einfach nicht, und dann geht es doch schneller, als man denkt“, so Brenner enttäuscht. „Aber das Wohl von Kiwi steht über allem, das heißt, uns ist es am wichtigsten, dass er sich richtig auskuriert und keine Folgeschäden davon trägt! Insofern gab es keine Alternative zu der Entscheidung, nicht zu fahren.“ Dabei hatte die erfolgreiche Para-Dressurreiterin, die seit ihren ersten Weltmeisterschaften 1999 in Dänemark 17 goldene, 17 silberne und vier bronzene Medaille bei Championaten gewonnen hat, ihre Koffer bereits gepackt. Am 31. August sollte es zum Abschlusstraining auf das Gelände des Pferdesport- und Reittherapie Zentrums (PRZ) der Gold-Kraemer-Stiftung nach Frechen-Buschbell gehen. Von dort wird die deutsche Para-Mannschaft am 1. September offiziell in Richtung Rio verabschiedet.

Für Claudia Schmidt ist es der erste Einsatz bei einem Championat. „Ich war schon ein bisschen geschockt, als ich das gehört habe. Es tut mir sehr leid für Hanne“, sagte sie. Claudia Schmidt ist seit einem Reitunfall vor zwölf Jahren einseitig querschnittgelähmt, seit zehn Jahren ist sie in der Para-Dressur aktiv, war mehrfach Bronzemedaillengewinnerin bei Deutschen Meisterschaften und zuletzt zweimal Vizemeisterin. Mit ihrem 14-jährigen Hannoveraner Wallach Romeo Royal von Royal Diamond – Glueckspilz ist sie im Regelsport bis zur Klasse M** erfolgreich.

Mit dem Ausfall von Hannelore Brenner ist Steffen Zeibig (Arnsdorf) mit Feel Good der einzige deutsche Reiter mit Paralympics-Erfahrung im Team. Er startet wie Claudia Schmidt in Grade II. Ferner reisen Elke Philipp (Treuchtlingen) mit Regaliz (Grade Ia) und Alina Rosenberg (Konstanz) mit Nea’s Daboun (Grade Ib) nach Rio sowie Carolin Schnarre (Osnabrück) mit Del Rusch (Grade IV). Auch sie war zunächst Reservistin, erhielt aber kurzfristig noch einen frei werdenden Startplatz. Am 4. September flogen die Reiter zusammen mit Equipechefin Britta Bando (Hamburg), Bundestrainer Bernhard Fliegl (Schöneck) und Tierärztin Bernadette Unkrüer (Telgte) nach Rio. Die Pferde folgen ihren Reitern heute in einem Spezialtransport.

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