Pferdegesundheit im Herbst

18. September 2017 | Von Redaktion | Kategorie: Gesundheit
Wenn im Herbst die Pferdeweiden abgegrast sind, können mit Weidenzweigen gefüllte Heunetze für Abwechslung auf dem Speiseplan der Pferde sorgen (Foto: Anke Klabunde).

Wenn im Herbst die Pferdeweiden abgegrast sind, können mit Weidenzweigen gefüllte Heunetze für Abwechslung auf dem Speiseplan der Pferde sorgen (Foto: Anke Klabunde).

Bei den derzeit kühler werdenden Nächten und dem abnehmenden Tageslicht wird auch das Futterangebot auf den Wiesen immer knapper. Im Herbst stellt sich der gesamte Stoffwechsel der Pferde um, und schon ab August wird das Winterfell gebildet. In dieser Jahreszeit sind vor allem, aber nicht nur die Besitzer von Weidepferden daher besonders gefordert.

Im Herbst sind die Weiden häufig bis auf die überständigen Gailstellen abgefressen, während es dem restlichen Gras an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien fehlt. Schon eine zusätzliche Gabe von Spurenelementen und Vitaminen im Frühherbst kann besonders älteren Tieren die Anstrengungen des Fellwechsels erleichtern. Denn bei einem ausreichenden Mineralstoff- und Futterangebot wird dieses dichter und kürzer.

Ein Abgrasen der Grünflächen um jeden Preis sollte grundsätzlich vermieden werden, ist aber vor allem in dieser Zeit für die Pferde besonders schädlich. Werden die Weiden nicht täglich oder spätestens alle zwei Tage vom Pferdemist befreit und müssen die Tiere aufgrund von Futterknappheit vorhandene Gailstellen abfressen, kann sich zusätzlich der Infektionsdruck durch die dort zahlreich vorkommenden Parasiten erhöhen. Spätestens im Herbst sollten Weidepferde auch mit gutem Raufutter versorgt werden. Mit Hilfe von Heu produziert das Pferd die für die bevorstehenden niedrigen Temperaturen erforderliche Körperwärme – vergleichbar einem kleinen Wärmekraftwerk. Darüber hinaus ist das Raufutter die Basis für einen gut funktionierenden Stoffwechsel.

Gleichzeitig erhöht sich für die Pferde aufgrund der herrschenden klimatischen Verhältnisse die Gefahr, an Hufrehe zu erkranken. Denn besonders die Kombination aus niedrigen Temperaturen bei durchaus noch sonnigem Wetter gilt als eine der Hauptverursachen dieser Stoffwechselkrankheit: Das Weidegras ist in dieser Zeit besonders gestresst, weil das die Hufrehe auslösende Fruktan durch den Einfluss der Sonne beständig produziert wird, die Pflanze dieses aber aufgrund der Kälte nicht in Längenwachstum umsetzen kann.

Kurzes Gras ist daher wenig geeignet – selbst für vermeintlich gesunde Pferde. Denn steter Tropfen höhlt den Stein: In Summe ist es nicht nur die Tagesration an mit dem Gras aufgenommenen Ein- und Mehrfachzuckern, sondern vor allem die Gesamtmenge über die bisherige Lebenszeit des Vierbeiners, die häufig den auslösenden Faktor von Zivilisations- bzw. Wohlstanderkrankungen bei Pferden darstellen.

Als ideal angesehen wird die Möglichkeit, wenn durch Umtriebsbeweidung jetzt im Herbst noch einmal eine Koppel mit langem, aus dem Sommer überständigem Gras für die Tiere geöffnet werden kann. Dieser Bewuchs stellt die Pferde zufrieden, bis es auf den Winterpaddock geht, und die abgefressenen Teilstücke können zeitig geschlossen und nachgemäht werden.

Wenn es lange nicht regnet und sowohl das Erdreich als auch die Hufe unbeschlagener Pferde stark ausgetrocknet sind, dann isoliert das Hufhorn gegen den Boden. Die gemessene Zaunspannung wird bei Berührung vom Pferd nicht geerdet, das Tier bekommt keinen elektrischen Schlag und der Respekt vor der Einzäunung schwindet. Da Elektrozäune nicht für mechanische Stabilität ausgelegt sind, stellen sie keinen ausreichenden Ausbruchsschutz mehr dar. Selbst drei Reihen Breitband sind ohne Strom für ein Pferd kein Hindernis. Hier hilft nur, die Hufe mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen – beispielsweise durch das Wässern des der Tränke vorgelagerten Bereichs. Denn auch in freier Wildbahn müssen die Pferde zum Trinken fast immer mindestens mit den Vorderbeinen in den Fluten stehen.

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