Hilfsprojekt für jordanische Arbeitspferde erfolgreich

7. September 2016 | Von Redaktion | Kategorie: Tierschutz
Die Pferde in Petra müssen oftmals viel zu schwere Lasten tragen. Nicht wenige leiden in der Folge u.a. unter starken Rückenschmerzen - wie dieses Pferd mit den unnatürlich nach hinten ausgestellten Hinterbeinen (Foto: Vier Pfoten/Tibor Rauch).

Die Pferde in Petra müssen oftmals viel zu schwere Lasten tragen. Nicht wenige leiden in der Folge u.a. unter starken Rückenschmerzen - wie dieses Pferd mit den unnatürlich nach hinten ausgestellten Hinterbeinen (Foto: Vier Pfoten/Tibor Rauch).

[vier pfoten]. Im Rahmen eines gemeinsamen Hilfsprojekts haben die jordanische Prinzessin Alia Al Hussein, Gründerin der “Princess Alia Foundation” (PAF), und Helmut Dungler, Gründer und Präsident der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“, in Petra eine neu gebaute Tierklinik und neue Stallungen besichtigt.

Die neue Verordnung der Tourismusbehörde in Petra soll zukünftig den Umgang mit den Tieren streng regeln (Foto: Vier Pfoten/Tibor Rauch).

Die neue Verordnung der Tourismusbehörde in Petra soll zukünftig den Umgang mit den Tieren streng regeln (Foto: Vier Pfoten/Tibor Rauch).

Im März 2015 hatte „Vier Pfoten“ gemeinsam mit der PAF und der Tourismusbehörde der jordanischen Felsenstadt Petra ein Hilfsprojekt für arbeitende Pferde in Petra gestartet. Prinzessin Alia Al Hussein, Gründerin der „Princess Alia Foundation“, schildert das Vorhaben: „Unser gemeinsames Ziel ist, ein Best Practice Beispiel für tierfreundlichen Tourismus in der gesamten Region zu sein.“

Denn in Petra und der umliegenden Region arbeiten insgesamt etwa 1.350 Pferde und Esel. Sie befördern jährlich tausende Touristen auf ihrem Rücken oder in einer Pferdkutsche durch die Wüstenmetropole. Bisher waren die Lasten, die die Arbeitstiere tragen oder ziehen mussten, viel zu schwer und die Arbeitstage viel zu lang. Zahlreichen Tieren mangelte es außerdem an Schutz vor der Sonne sowie an regelmäßiger Fütterung, Wasser, Ruheplätzen und an medizinischer Versorgung. Sie litten unter Erschöpfung, Lahmheit, Koliken und falschen Diagnosen.

Inzwischen hat sich der Gesundheitszustand vieler Tiere erheblich verbessert, neue Stallungen wurden gebaut und ein Wasserableitungssystem zum Schutz vor Sturzfluten wurde installiert. Ab sofort stehen den Pferden insgesamt 18 geräumige Einzelboxen zur Verfügung. Erfahrene Tierärzte von „Vier Pfoten“ und PAF behandeln verletzte oder kranke Tiere und schulen lokale Tierärzte.

Helmut Dungler, Gründer und Präsident von „Vier Pfoten“, zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis: „In den Stallungen haben die Pferde einen kühlen Ruheplatz mit Einstreu, frischem Wasser zum Trinken und genügend Futter. Hier können sie sich erholen und Kraft tanken. Ich freue mich sehr darüber, dass wir gemeinsam mit unseren beiden Partnern in einem ersten Schritt die Bedingungen für die arbeitenden Pferde in Petra durch den Bau von Stallungen, durch medizinische Versorgung und durch eine neue Verordnung verbessern können.“

Diese von der Tourismusbehörde erlassene neue Verordnung “Instruction on organizing horses’ and camels’ work in the ancient Petra nature reserve” soll von nun an einen besseren Umgang mit den Tieren gewährleisten. Dr. Emad Hijazeen von der Tourismusbehörde Petra erklärt: „Die Verordnung schreibt den Besitzern vor, dass sie immer Futter und Wasser für die Tiere mitführen müssen. Sie gibt außerdem vor, wie schwer die Last höchstens sein darf, die sie tragen oder ziehen müssen, und sie verbietet den Besitzern, ihre Pferde zum Galoppieren anzutreiben. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Strafe rechnen, die bis zum Entzug der Arbeitserlaubnis führen kann.“
Von der Tourismusbehörde eingesetzte Ranger und die Tourismuspolizei sollen für die Einhaltung und den Vollzug der Verordnung sorgen.

In den kommenden Monaten wollen „Vier Pfoten“ und die PAF weitere Schulungen für Pferdebesitzer, Hufschmiede und lokale Tierärzte durchführen. In einem weiteren Schritt sollen die Rechte der Esel gestärkt und ihre Arbeitsbedingungen verbessert werden.

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