Adipositas beim Pferd: Abspecken ist angesagt

17. Februar 2018 | Von Redaktion | Kategorie: Featured, Fütterung, Gesundheit
Die Futterrationen sollten den Leistungsanforderungen des Pferdes angemessen dosiert sein (Foto: Klabunde).

Die Futterrationen sollten den Leistungsanforderungen des Pferdes angemessen dosiert sein (Foto: Klabunde).

(animal) Nicht nur Hunde, Katzen und Menschen, sondern auch amerikanische Pferde leiden zunehmend unter Gewichtsproblemen. Eine Gruppe von Forschern des Virginia-Maryland Regional College of Veterinary Medicine, USA, publizierte bereits 2007 eine Studie zum Thema Übergewicht bei Pferden.

Dabei wurden von Craig Thatcher und seinen Kollegen in 114 verschiedenen Farmen 300 Pferde nach dem Zufallsprinzip untersucht. Mit zwei unabhängigen Methoden, einer Art Body- Mass-Index (BMI) bei Pferden, wurde die Fettdeckung der Pferde bestimmt. Die Resultate: 51 Prozent der untersuchten Pferde erwiesen sich als übergewichtig und 19 Prozent als extrem fettleibig (Adipositas). Des Weiteren wurden alle Pferde auf Anzeichen von Laminitis (Hufrehe) untersucht und das Blut wurde auf Insulin- und Zuckerwerte sowie weitere Hormonwerte kontrolliert. 18 Prozent der übergewichtigen und 32 Prozent der fettleibigen Pferde zeigten einen deutlich erhöhten Insulinwert im Blut. In den USA wurde diese Symptomatik definiert als EMS = Equines Metabolisches Syndrom. Symptome von EMS sind der deutliche Fettansatz an Mähnenkamm, im Schulterbereich, an der Penisscheide bei Wallachen, am Euter bei Stuten, an der Kruppe oder oberhalb des Schweifansatzes.

Grund dafür sei unter anderem, so die Forscher, eine falsche Ernährung und Bewegungsmangel. Das Gras auf den Weiden sei für die Mast von Tieren gezüchtet und angebaut worden, nicht für die Pferdehaltung. Außerdem würden Pferde im Winter unter Obhut ihrer Betreuer oft zu reichhaltig gefüttert. In der freien Natur hätten sie hingegen aufgrund des geringeren Nahrungsangebotes und der niedrigen Temperaturen im Winter an Gewicht verloren. Offensichtlich glaubten Pferdehalter aber immer noch, dass gut genährte Pferde gesünder seien. Übergewichtige Pferde sind auch hierzulande keine Seltenheit. Besonders Pony- und Robustpferderassen wiegen häufig zu viel und werden krankheitsanfällig. Hier mal ein Äpfelchen oder Möhrchen, hier mal ein Leckerli oder gleich mal eine Schippe Kraftfutter – keine Seltenheit.

Rauhfutter sollte in ausreichender Menge zur Verfügung stehen (Foto: Klabunde).

Rauhfutter sollte in ausreichender Menge zur Verfügung stehen (Foto: Klabunde).

Genauso wie beim Menschen nehmen auch beim Pferd gewichtsbedingte Krankheiten zu wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes oder Gelenkprobleme. Und auch Bewegung tut Not: Nach Ansicht von Experten genügt es nicht, Pferde zweimal in der Woche 20 Minuten zu reiten. Vielmehr müssten die Tiere täglich ausreichend bewegt werden. „Die manchmal nur halbstündige Bewegung pro Tag ist auf keinen Fall genug und bei korrekter Beurteilung sogar ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, so Dr. Mathias Litsch von der Tierklinik Wiesbaden. In freier Natur legt ein Pferd etwa 10 bis 17 Kilometer pro Tag zurück.

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