Machen synthetische Zusatzstoffe unsere Pferde krank?

19. August 2010 | Von Redaktion | Kategorie: Featured, Fütterung

Eine in einer renommierten Fachzeitschrift (Molecular and Cellular Biology, Bd.23, S.5293) veröffentlichte Untersuchung hat das erste Mal bewiesen, dass einige synthetische Nahrungszusätze sogar die Erbsubstanz verändern und diese Veränderungen vererbbar sind. Bekannt ist auch, dass verschiedene Allergien durch synthetische Zusatzstoffe bei Mensch und Tier gefördert werden.

Ein naturbelassenes und frei von synthtischen Zusatzstoffen zusammengestelltes Kraftfutter führt nach Erfahrungen aus der täglichen Praxis  zum Rückgang gesundheitlicher Probleme und zur Gesunderhaltung des Pferdes (Foto: Nehls).

Ein naturbelassenes und frei von synthtischen Zusatzstoffen zusammengestelltes Kraftfutter führt nach Erfahrungen aus der täglichen Praxis zum Rückgang gesundheitlicher Probleme und zur Gesunderhaltung des Pferdes (Foto: Nehls).

Viele Erfahrungen weisen zudem daraufhin, dass eine Fütterung mit synthetischen Zusatzstoffen für Pferde gesundheitsschädlich sein kann. So beschreibt Dr. Stefan Brosig bereits vor einigen Jahren seine Erfahrungen folgendermaßen: „Wir haben durch eine Untersuchung bei uns im Stall feststellen müssen, dass die Zusätze von synthetisch hergestellten Spurenelementen bei der Fütterung über mehrere Jahre langfristig gesundheitsschädlich sind. Dies ist dabei keine neue Entdeckung, sondern wenigstens teilweise schon bekannt. Deutschlands erfolgreichster Rennpferdetrainer Heinz Jentzsch, bei dem ich einmal einen Besitzertrainerlehrgang absolviert habe, hat das schon seit langem festgestellt: Alle Rennpferdetrainer, die von konventioneller Fütterung auf Fertigfutter umgestiegen sind, waren nach einiger Zeit in der Gewinnstatistik nur noch unter “ferner liefen” oder mussten ihren Job ganz aufgeben. Dies war auch bei seinen Kollegen im Ausland so. Die Untersuchungen in unserem Stall habe ich in mehreren Leserbriefen veröffentlicht und auch die Tierärztliche Hochschule Hannover (Prof. Coenen) informiert. Im neuen Buch “Pferdefütterung” Meyer/Coenen (seit Juli 2002) sind die Bedarfswerte für einige Spurenelemente nun herabgesetzt worden (Zink z.B. von 50 Milligramm pro Kilo Trockensubstanz auf 35 Milligramm pro Kilo Trockensubstanz, Kupfer auf 8 Milligramm pro Kilo Trockensubstanz). Die Futtermittelindustrie hat darauf noch nicht mit einer Anpassung reagiert. Daher werden die Firmen in nächster Zeit von mir mit dem Hinweis auf die bestehende Produkthaftung eine Empfehlung zur Senkung ihrer Zusätze erhalten.“

Nachlesbar ist der komplette Erfahrungsbericht von Dr. Stefan Brosig unter www.pferdeglueck.de.

Meine eigenen Erfahrungen besagen, dass die Zunahme von allergischen Erkrankungen relativ auffällig ist und immer weiter voran schreitet. Die mir vorgestellten und an Allergien erkrankten Pferde wurden immer auch mit synthetischen Zusätzen gefüttert. Seit vielen Jahren bestehen manche der marktüblichen Pferdefutter, unabhängig von der Futtersorte, auch aus vielen synthetischen Zusätzen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Dies verwundert erst einmal nicht, da die Deckung des Bedarfs durch natürliche Stoffe preislich weniger interessant ist. Chancen auf dem Markt hat im Grunde nur derjenige, der sein Pferdefutter möglichst günstig anbietet.

Gesundheitliche Schädigungen treten in der Regel auch nicht sofort auf, sondern erst nach einer unterschiedlich langen Zeit. Häufig werden daher die Gesundheitsschäden nicht mit der Pferdefütterung n Zusammenhang gebracht. Auch wenn der wissenschaftliche Beweis kaum zu führen ist bzw. kaum geführt wurde, so sprechen immerhin viele Erfahrungswerte für Schäden durch synthetische Stoffe in der Pferdefütterung. Meine zahlreichen Erfahrungen besagen, dass synthetisch zugesetzte Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente im Darm zwangsabsorbiert werden. So kann es einerseits zur Hypervitaminose (Vitaminüberschuss/Vergiftung), andererseits zur sekundären Hypovitaminose (Vitaminmangel) kommen aufgrund von Imbalancen der einzelnen Mineralien, Spurenelemente oder Vitamine. Die Symptome sind meist unspezifisch, oft wird die Ursache nicht erkannt. In der Praxis weisen viele Pferde, die seit Jahren mit synthetischen Mineralfuttermitteln gefüttert werden weitaus öfter Mineral- und Spurenelementmangelzustände auf, als Pferde, die natürlich mit Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt werden. Dieser Umstand spricht bereits dafür, dass eine Verstoffwechslung synthetischer Zusätze bei Pferden nicht optimal funktionieren kann.

Ein geringeres Dosierungserfordernis und eine optimale Verstoffwechselung sind nach heutiger Erfahrung die positiven Folgen einer naturbelassenen Mineralstoffversorgung (Foto: Nehls).

Ein geringeres Dosierungserfordernis und eine optimale Verstoffwechselung sind nach heutiger Erfahrung die positiven Folgen einer naturbelassenen Mineralstoffversorgung (Foto: Nehls).

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist nicht zweifelsfrei geklärt, welche Menge Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe Pferde zur bedarfsgerechten Versorgung benötigen. Durch eine überhöhte Gabe jedoch werden die Entgiftungsorgane (Leber, Nieren, Darm) durch den Abbau der nicht benötigten Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine überlastet. Dies führt lang- bzw. je nach Überschuss auch kurzfristig zu ernsten Erkrankungen, wie beispielsweise zu Stoffwechselproblemen, Allergien, Lahmheiten, Knochenschädigungen, Nierenschädigungen, Leberschädigungen und Darmproblemen.

Ein striktes Absetzen der synthetisch erzeugten Ergänzungsfuttermittel und die Versorgung der Pferde mit natürlichen und naturbelassenen Futtersorten führt nach unseren Erfahrungen aus der Praxis zum Rückgang der gesundheitlichen Probleme und zu mehr Lebensfreude und Lebensqualität der Tiere.

Darüber hinaus stehen synthetisch zugesetzte Stoffe aufgrund vieler Erfahrungen in Verdacht, vorhandene Erkrankungen bzw. Dispositionen zu Erkrankungen weiter zu verstärken. Daher sollte grundsätzlich sowohl bei einem Pferdefutter, wie auch bei einem Ergänzungsfutter auf naturbelassene Nährstoffe Wert gelegt werden. Naturbelassenheit erkennt man jedoch weder am guten Geruch (beim Getreide fehlt er gänzlich), noch an der Werbung des Herstellers, sondern einzig und allein an den Inhaltsstoffen.

Schaut man sich Pferde vor der Domestikation an, so wird schnell klar, dass die Ernährung des Pferdes von Urzeiten her immer naturgemäß war: statt synthetischer Stoffe wurden Kräuter und Pflanzen gefressen. Unsere Böden sind heute leider verarmt an natürlichen Kräutern und Pflanzen, daher sollte hier die naturgemäße Zufütterung von Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen ansetzen.

"Naturbelassenheit erkennt man weder am guten Geruch (beim Getreide fehlt er gänzlich), noch an der Werbung des Herstellers." (Foto: Nehls).

"Naturbelassenheit erkennt man weder am guten Geruch (beim Getreide fehlt er gänzlich), noch an der Werbung des Herstellers." (Foto: Nehls).

Spezielle Pferdekräutermischungen, die wir für die Therapie verschiedener Krankheiten bei Pferden und zur natürlichen Mineralstoffversorgung entwickelt haben, enthalten im Vergleich zu den synthetischen Mineralfuttermitteln nur einen Bruchteil der Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine,

Diese werden jedoch optimal verstoffwechselt und decken daher auch bei niedrigen Gehaltwerten unserer langjährigen Erfahrung nach den Bedarf.

Ein Vorteil der Pferdefütterung z.B. mit den Nehls Pferdekräutermischungen ist darüber hinaus, dass diese für unterschiedliche Krankheitsbilder konzipiert wurden. So wird das Pferd nicht nur natürlich mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen versorgt, sondern gleichzeitig auch entsprechend therapiert.

Kräuter enthalten viele natürliche Mineralstoffe und Spurenelemente und wirken im Organismus basisch. Sie gleichen Übersäuerungszustände aus und tragen zu einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt bei. Ein unausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist Ursache bzw. Mitursache zahlreicher Erkrankungen unserer Pferde. Viele Kräuter wirken zusätzlich entgiftend und helfen, das körpereigene Schutzsystem aufzubauen und im Gleichgewicht zu halten. Sie enthalten Vitamin C als natürliches Antioxidant, Kieselsäure, natürliches Biotin, Zink und die sekundären Pflanzenstoffe sowie Mikronährstoffe. Deren positive Wirkungen sind zwar nicht bewiesen, müssen jedoch vorhanden sein, da synthetisch nachgeahmte Pflanzenstoffe nicht deren volle Wirksamkeit erzielen.

Um auch die Fütterung von Kraftfutter natürlich gestalten zu können, entwickelte das Tierheilkundezentrum natürliche Pferdemüslis und Pferdefutter ohne synthetische Zusätze für verschiedene Bedarfswerte und Erkrankungen bzw. Mangelerscheinungen von Pferden.

Nach Jahren praktischer Erfahrung in der Pferdefütterung kann ich nur ein Resümee ziehen: Eine naturgemäße und individuell zu ermittelnde Fütterung ist der Schlüssel zur Erhaltung der Gesundheit unserer Pferde!

Zur Autorin:

Claudia Nehls mit ihrem Tinker Gustav (Foto: Archiv Nehls).

Claudia Nehls mit ihrem Tinker Gustav (Foto: Archiv Nehls).

Claudia Nehls, Jahrgang 1966, ist Tierheilpraktikerin und betreibt ein eigenes Tierheilkundezentrum in Bad Driburg. Darüber hinaus produziert sie Futtermittel für den täglichen als auch für den therapeutischen Einsatz beim Pferd. Sie hat sich vor allem auf Pferde spezialisiert, betreut aber auch andere Haustierarten.

Homöopathie, Phytotherapie, Naturheilkunde, Haaranalyse – diese und weitere Behandlungsmethoden sind die Grundlage, auf der die Diagnose und die Therapie im Krankheitsfall ausgerichtet werden. Grundvoraussetzung für eine effiziente und nachhaltige Behandlung des Pfer-des ist jedoch aus ihrer Sicht eine problemorientierte Pferdefütterung. Bekannt ist Claudia Nehls auch für die erfolgreiche Therapie von Pferden, die bereits aufgegeben und austherapiert waren.

Tierheilpraktikerin Claudia Nehls
Tierheilkundezentrum
Am Buchholz 3
33014 Bad Driburg
Tel.: 05648/963335
Mobil: 0173/51 57 633
Fax: 05648/963334
Internet: www.tierheilkundezentrum.de
E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de

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