Asthma, chronisch allergische Bronchitis und Dämpfigkeit bei Pferden

5. Oktober 2010 | Von Redaktion | Kategorie: Alternativmedizin, Featured

Der Begriff „Asthma“ wird bei uns nur selten genutzt, wir sprechen von einer chronischen Bronchitis, einer chronisch obstruktiven Bronchitis, Husten, Pferdehusten oder Dämpfigkeit. Asthma bronchiale beim Pferd zeigt jedoch im Großen und Ganzen die Symptome einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD, chronic obstructive pulmonary disease) oder auch von „Dampf“ bzw. „Dämpfigkeit“.

Wir bezeichnen Asthma bei Pferden als rezidivierende Atemwegsobstruktion (RAO). Ein Lungenemphysem stellt das Endstadium einer RAO dar. Es kommt beim Asthma zum Platzen der Lungenbläschen und zur Erweiterung der Lunge, wobei die Atemfläche kleiner wird. Da die eingeatmete Luft durch den Verlust der Lungenelastizität bei Asthma nicht mehr ausgestoßen werden kann, muss die Muskulatur der Bauchwand beim Asthma von Pferden zum Ausatmen zu Hilfe genommen werden. Dies wird sichtbar durch die sogenannte Dampfrinne an der seitlichen Bauchwand, eine Einkerbung zwischen Bauchmuskel und Rippenbogen und kennzeichnet ein dämpfiges Pferd sowie auch ein Pferd mit Asthma. Die Pferde haben einen trockenen und qualvollen Husten sowohl bei Asthma als auch den o. g. Bezeichnungen. Ob wir nun den Begriff Asthma, Bronchitis oder Dämpfigkeit wählen, die Symptome unterscheiden sich nur unerheblich. Eine Therapie lohnt sich in jedem Stadium des Asthmas bei Pferden.

Häufig reagieren Pferdebesitzer erst bei solch auffäligen Symptomen einer Atemwegserkrankung (Foto: C. Nehls).

Häufig reagieren Pferdebesitzer erst bei solch auffäligen Symptomen einer Atemwegserkrankung (Foto: C. Nehls).

Die Warnzeichen von Asthma und Bronchitis sowie von vereinzeltem Husten werden von den Besitzern oft unterschätzt und erst bei starker Luftnot infolge des Asthmas beim Pferd wahrgenommen. Grundvoraussetzung der Therapie von Asthma, chronischer Bronchitis und sämtlichen Atemwegserkrankungen bei Pferden ist generell eine problemorientierte Haltung und Fütterung.

Entstehung von Atemwegserkrankungen bei Pferden

Die chronische Bronchitis, die chronisch allergische Bronchitis, der chronische Husten und sämtliche Nuancen der Atemwegserkrankungen und des Pferdehustens bis hin zum Lungenemphysem, der gefürchteten Dämpfigkeit und Pferdeasthma, entstehen in der Regel durch eine akute Infektion.

Weitere Auslöser sind beispielsweise Influenza-Impfungen bei bereits geschwächtem Abwehrsystem und/oder bei einer akut vorliegenden Erkrankung. Auch eine Ansteckung durch andere Pferde, eine kurzzeitige Unterkühlung und ein vorübergehend geschwächtes Immun- und Abwehrsystem können ursächlich sein. Ebenso treten ganz besonders allergische Atemwegserkrankungen im Winter in den Vordergrund, da allergische Reaktionen des Pferdes durch entsprechende Winterhaltung, meist verbunden mit viel Staub, Ammoniak und wenig Frischluft, forciert werden. Die chronische Form von Pferdehusten und Bronchitis tritt auf, sofern die akute Form nicht erfolgreich therapiert wird und vollständig ausheilen kann. Allergene treten im Verlauf jeder chronischen Bronchitis von Pferden in den Vordergrund. Das bedeutet im Umkehrschluss:

Jede chronische Bronchitis ist auch eine allergische Bronchitis, da in Folge der Erkrankung Umgebungsfaktoren zu Allergenen werden. Viele verschiedene Faktoren in der Pferdehaltung lassen sich von Pferdehaltern beeinflussen, andere weniger oder gar nicht. Beeinflussen lässt sich durch viele geeignete und vorbeugende Maßnahmen die Prophylaxe. Beeinflussen lässt sich ebenso eine erfolgreiche Regulation und Ausheilung einer akuten Atemwegserkrankung und Bronchitis.

Faktoren zur Vermeidung von Asthma, Husten, Bronchitis & Atemwegserkrankungen:

Pferde sind Klimawiderständler benötigen viel frische Luft - ein Faktor, der immer häufiger vernachlässigt wird (Foto: C. Nehls).

Pferde sind Klimawiderständler benötigen viel frische Luft - ein Faktor, der immer häufiger vernachlässigt wird (Foto: C. Nehls).

Ein Pferd benötigt ganzjährig Licht, Luft und Bewegung und sollte nicht über längere Zeit ungeschützt Nässe, Kälte und Wind ausgesetzt werden. Pferde tolerieren trockene Kälte sehr gut, Nässe und Wind weniger.

Heu und Stroh, aber auch andere Futtermittel, dürfen nur in einwandfreier Qualität verfüttert werden. Sofern wenig Einflussnahme auf die Qualität von Heu und Einstreu bestehen sollte und diese nicht einwandfrei ist, empfehle ich Heustaub Stopp zu verwenden. Heustaub Stopp reduziert den Staub in Heu, Stroh und Alternativeinstreu und dient so zur Schadensbegrenzung.

Impfungen dürfen ausschließlich nach vorhergehender ausführlicher Untersuchung und bei gutem Allgemeinbefinden stattfinden; grundsätzlich darf keine Influenza-Impfung bei bereits vorgeschädigten Atemwegen und chronischen Atemwegserkrankungen, wie Husten und Bronchitis, vorgenommen werden.

Wenn Haltungsbedingungen nicht optimal gestaltet werden können, ebenso, wenn Pferde in vorangegangenen Wintern mit Atemwegsproblemen, Husten, Bronchitis u. a. reagierten, empfehle ich, in der Fütterung entsprechende Ergänzungen einzusetzen, die die Funktion der Atemwege unterstützen und auch gut vorbeugend eingesetzt werden können. Homöopathische Mittel eignen sich nicht zur Vorbeugung, sondern lediglich, wenn bereits eine Erkrankung vorhanden ist!

Der Einsatz von Kräutern zur Prophylaxe von Atemwegserkrankungen wird empfohlen - aber Vorsicht bei der Auswahl geeigneter Pflanzen (Foto: C. Nehls).

Der Einsatz von Kräutern zur Prophylaxe von Atemwegserkrankungen wird empfohlen - aber Vorsicht bei der Auswahl geeigneter Pflanzen (Foto: C. Nehls).

Zur Vorbeugung eignen sich ganz besonders gut Kräuter und Pflanzen, welche eine positive Wirkung bei Atemwegserkrankungen ausüben. Ein Kraut, welches jedoch beispielsweise bei einer akuten Atemwegserkrankung bzw. bei akuten Pferdehusten eine effektive Wirkung aufzeigt, kann bei einem allergisch chronischem Husten von Pferden kontraproduktiv wirken und zu einer eher schädlichen Wirkung führen. Vor diesem Hintergrund müssen Kräuter zur Unterstützung der Atemwege sinnvoll zusammengesetzt und ausgewählt werden.

Aus der tierheilpraktischen Praxis heraus entwickelte ich das Ergänzungsfuttermittel Broncho-Fit aus Kräutern, welches sich seit vielen Jahren sehr gut bewährt hat. Die Zusammenstellung der einzelnen Kräuter berücksichtigt sämtliche Formen und Faktoren der Atemwegserkrankungen und hat somit positive Wirkungen bei chronisch allergischer Bronchitis, Asthma und Pferdehusten. Bei der Fütterung von Ergänzungsfuttermitteln sollten nur bewährte und nach Möglichkeit von langjährig am Markt befindlichen Herstellern verwendet werden.

Wesentliche Faktoren zur Regulation und Ausheilung bereits eingetretener Atemwegserkrankungen, wie Husten, Asthma und Bronchitis:

Ebenso wie bei der Vermeidung gehört auch zur erfolgreichen Therapie Licht, Luft, mäßig freie Bewegung sowie die Verfütterung qualitativ einwandfreier Futtermittel und beanstandungsfreier Einstreu.

Heu und Einstreu sollten, im Grunde unabhängig von der vorherrschenden Qualität, bei einem atemwegserkrankten Pferd immer mit Heustaub-Stopp behandelt werden. Auf diese Weise wird der Staub gebunden, der auch bei einwandfreier Qualität nicht ganz vermeidbar ist.

Daneben gilt es hier, dem erkrankten Pferd Ruhe zu gönnen und es nicht zu schnell wieder zu fordern. Daher: lieber einige weitere Wochen auf einen Arbeitseinsatz verzichten, als zu früh mit diesem zu beginnen.

Besonders wichtig ist bei eingetretenem Husten, für einen Austritt der Verschleimung (welche grundsätzlich vorhanden ist, auch wenn sich die Lunge frei anhört) zu sorgen. Hierzu eignen sich besonders gut flüssige Kräutermischungen, die in Form eines Saftes täglich verabreicht werden. In meiner Tierheilpraxis habe ich hier sehr gute Erfahrungen mit Broncho-Elexier - in Verbindung mit Broncho-Fit zur Unterstützung - machen können und setze seither grundsätzlich Broncho-Elexier und Broncho-Fit bei erkrankten Pferden im Wege der Fütterung ein.

Eine zusätzliche homöopathische Therapie, beispielsweise aufgrund einer Biofeldhaaranalyse, hat sich zudem ergänzend gut bewährt. Auch Asthma lässt sich im Wege einer Haaranalyse erfolgreich und ganzheitlich therapieren.

Claudia Nehls mit ihrem Tinker Gustav (Foto: Archiv Nehls).

Claudia Nehls mit ihrem Tinker Gustav (Foto: Archiv Nehls).

Zur Autorin:

Claudia Nehls, Jahrgang 1966, ist Tierheilpraktikerin und betreibt ein eigenes Tierheilkundezentrum in Bad Driburg. Darüber hinaus produziert sie Futtermittel für den täglichen als auch für den therapeutischen Einsatz beim Pferd. Sie hat sich vor allem auf Pferde spezialisiert, betreut aber auch andere Haustierarten.

Homöopathie, Phytotherapie, Naturheilkunde, Haaranalyse – diese und weitere Behandlungsmethoden sind die Grundlage, auf der die Diagnose und die Therapie im Krankheitsfall ausgerichtet werden. Grundvoraussetzung für eine effiziente und nachhaltige Behandlung des Pfer-des ist jedoch aus ihrer Sicht eine problemorientierte Pferdefütterung. Bekannt ist Claudia Nehls auch für die erfolgreiche Therapie von Pferden, die bereits aufgegeben und austherapiert waren.

Tierheilpraktikerin Claudia Nehls
Tierheilkundezentrum
Am Buchholz 3
33014 Bad Driburg
Tel.: 05648/963335
Mobil: 0173/51 57 633
Fax: 05648/963334
Internet: www.tierheilkundezentrum.de
E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de

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