„Tour de Natur“ mit GPS
13. Oktober 2010 | Von Redaktion | Kategorie: Wanderreiten[Teutoburger Wald, 12-10-2010/S. Müller] Nach Hause findet Larry immer. Deswegen könnte man sich auf der zehn Kilometer langen „Bienen-Schmidt“-Runde eigentlich auf den erfahrenen, braunen Wallach verlassen. Doch da Larry auch für Abkürzungen gut ist, vertrauen wir an diesem sonnigen Herbsttag lieber den am Sattel befestigten GPS-Geräten. Hitec für Geländereiter!

Per Satellit auf Reittour: Im Kreis Lippe können Reiter ihre Tour de Natur jetzt noch entspannter genießen – mit erlebnisreichen Reitrouten auf dem GPS-Gerät (Foto: S. Müller).
Anfängliche Skepsis weicht aber schon nach wenigen Minuten der Begeisterung. Denn wer sich im großen Reiterland Lippe nicht auskennt, findet mit Hilfe der GPS-Geräte immer seinen Weg – ohne lästiges Karten Entfalten oder gar Verreiten. Während Larry auf dem weißen Sennesand zügig ausschreitet, lichte Wälder und Landschaften wie in der Lüneburger Heide durchquert, sagt der Blick aufs GPS-Gerät: Wir sind noch voll auf der Spur.
So können wir unbesorgt die Natur genießen, einen spritzigen Galopp in Angriff nehmen und uns wie die Trapper in Kanada fühlen. Immerhin gibt es hier in den lippischen Wäldern seit einiger Zeit sogar wieder einen Luchs. Er hat sich an die Reiter in seinem Revier längst gewöhnt und wurde bereits von etlichen Fotohandys festgehalten.
Fünf Reiterrouten über insgesamt 40 Kilometer hat der ostwestfälische Kreis Lippe bis jetzt konzipiert. Senne-Sand und Heide-Feeling erwartet Naturfreaks auf der Bienen-Schmidt-Route, reiterlich anspruchsvoll grüßt die Runde durch die wildromantische Hasselbachschlucht, Geländesprünge fordern im Bad Salzufler Stadwald heraus. Hügelige Wege führen in der Lemgoer Mark durch den alten Hudewald mit seinen knorrigen Eichenbäumen, während im Leistruper Wald Opfersteine und uralte Grabstätten am Wegesrand warten – ein Ausritt in mystischer Landschaft. Alle Routen sind ausgeschildert und so angelegt, dass Kollisionen mit Wanderern und Radfahrern vermieden werden. Zudem sorgt Andreas Fettig dafür, dass alle Wege stets ausgemäht und –geschnitten, kurz gesagt, tiptop in Ordnung sind.

Freuen sich über das neue GPS-System für Reiter in Lippe: (v.l.n.r.) Julia Schiel-mann, Jessica Krawinkel, Landrat Friedel Heuwinkel und Sigrun Mekwinski mit ihrem Pferd Everest Borico (Foto: S. Müller).
Reiter können sich zunächst im Internet unter www.lippe.de/navigator/ über die Routen und ihre Profile informieren und sie dann als GPS-Daten kostenlos herunterladen – auf ihr GPS-Gerät oder auf ein GPS-fähiges Handy. Auch das komplette Reitwegenetz über 125 Kilometer steht im Internet zum Download bereit. Das naturreiche lippische Bergland rund um das berühmte Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald ist für ausgedehnte Touren mit 1 PS wie geschaffen. Unterwegs laden Landgasthöfe mit Anbindebalken für die Pferde und historische Raststationen zum Ausruhen ein. Idyllische Reiterhöfe wie beispielsweise die Reitanlage Krawinkel in Lage-Hörste bieten Paddocks für die Pferde und einen Zeltplatz für die Wanderreiter. Lippes Landrat Friedel Heuwinkel ist überzeugt, mit dem neuen GPS-Service bald noch viel mehr Reiter in den Naturpark Teutoburger Wald zu ziehen. Kein Zweifel: es lohnt sich!
Weitere Informationen unter www.lippe.de/navigator












