Arthrose: Therapie oder Todesurteil?

10. November 2010 | Von Redaktion | Kategorie: Alternativmedizin, Featured

Unter Arthrose versteht man eine degenerative Gelenkerkrankung. Es handelt sich dabei um den krankhaften Verschleiss der Gelenke. Die Aufgabe der Gelenke besteht darin, die einzelnen Teile des Skelettsystems miteinander zu verbinden und zueinander beweglich zu erhalten.

Arthrose ist eine degenerative Veränderung an den Gelenken und tritt häufig - aber nicht nur - am Bewegungsapparat des Pferdes auf (Foto: Klabunde).

Arthrose ist eine degenerative Veränderung an den Gelenken und tritt häufig - aber nicht nur - am Bewegungsapparat des Pferdes auf (Foto: Hanselmann).

Die Gelenke werden durch die Gelenkkapsel geschützt.

Die Gelenkkapsel enthält derbe oder elastische Fasern und Bänder und produziert die Gelenkschmiere (Synovia). Die Gelenkschmiere verhindert das Aneinanderreiben der Gelenke.

Eine Arthrose zeichnet sich durch eine fortschreitende Schädigung des Gelenkknorpels aus, die zur eingeschränkten Beweglichkeit führt. Ein weiteres Indiz für eine Arthrose ist das sogenannte „Einlaufen“ zu Beginn der Bewegung; Erst nach mehreren Metern Laufens wird der Schritt wieder flüssig, beginnend ist er steif, eckig und starr. Die Verengung des Gelenkspaltes durch Knorpelverlust ist typisch für den Verlauf einer Arthroseerkrankung. Reiben erst einmal die Knorpelflächen aufeinander, führt das zu heftigen Schmerzen des Pferdes.

Die Arthrose gilt als nicht heilbar.

Bei deutlicher und fortwährender Lahmheit aufgrund einer Arthrose gibt es für den Pferdehalter lediglich zwei Möglichkeiten:

a) Das Pferd zu erlösen.
b) Eine umfassende Therapie als Chance schnellstmöglich in Angriff zu nehmen. Auch wenn der Ausgang unklar ist, so besteht nur durch umfassende Therapiemassnahmen eine Aussicht auf Erfolg. Schmerzmittel alleine bewirken keinen Stillstand der Arthrose!

Ziel einer Therapie ist eine Schmerzsenkung sowie ein Fortschreiten der Arthrose zu verlangsamen oder im besten Falle zu stoppen.

Inwieweit Therapiechancen bestehen, hängt in erster Linie vom Grad der Arthrose ab. So lässt sich eine im Anfangsstadium befindliche Arthrose recht gut therapieren. Auch wenn die Gelenkschäden nicht rückgängig gemacht werden können, so gelingt es mit umfassenden Therapiemassnahmen doch, die Schäden nicht weiter fortschreiten zu lassen.

Ist die Arthrose bereits weit fortgeschritten und das betroffene Pferd lahmt sichtbar und dauernd, gestaltet sich die Therapie schwierig und mit unklarem Ausgang.

Aber auch bei fortgeschrittenen Arthrosen lohnt sich ein Therapieversuch, denn sichtbare Erfolge sind auch bei fortgeschrittenen Arthrosen nicht gänzlich unwahrscheinlich. Ziel der Therapie ist eine Verbesserung oder Wiedererlangung der Lebensqualität des Pferdes. Im besten Falle kann das von Arthrose geplagte Pferd noch viele Jahre annähernd schmerzfrei verbringen und somit seine verloren gegangene Lebensqualität wieder erlangen.

Eine ausschliessliche Boxenhaltung ist für an Arthrose erkrankte Pferde wenig empfehlenswert (Foto: Klabunde).

Eine ausschliessliche Boxenhaltung ist für an Arthrose erkrankte Pferde wenig empfehlenswert (Foto: Hanselmann).

Mögliche therapeutischen Massnahmen zur Behandlung einer Anfangsarthrose sowie auch einer fortgeschrittenen Arthrose

Haltung: Dauernde freie Bewegung auf ebenen Ausläufen:

Pferde mit Arthrose haben Schwierigkeiten, bergauf sowie auch bergab zu gehen. , Ebenso ist unebener Boden kontraproduktiv und schmerzhaft.

Eine dauernde – jedoch frei zu gestaltende – Bewegung ist anzuraten, ohne dass das betroffene Pferd von Herdenmitgliedern gejagt werden kann. Eine Boxenhaltung – auch über Nacht – ist zu vermeiden.

Eine Box mit angeschlossenem Paddock oder ein Offenstall sind ideal.

Hufbearbeitung: Keine einheitliche Empfehlung

Die ideale Hufbearbeitung und Korrektur für das an Arthrose erkrankte Pferd ist sehr unterschiedlich: Bei dem einen Pferd ist ein sogenannter orthopädischer Beschlag mit Eiereisen in Kombination mit Silikonfüllung und Platte erforderlich. Bei anderen Pferden kann diese Form des Beschlags jedoch das Gangverhalten dramatisch verschlechtern. Die Erfahrung zeigt, dass verschiedene Alternativen der Hufbehandlung ausprobiert und das Ergebnis kritisch durch Pferdehalter und Therapeut beobachtet werden sollten.

Optimal ist die Unterbringung eines Pferdes in einem Laufstall mit eher wenigen Artgenossen (Foto: Hanselmann).

Optimal ist die Unterbringung eines Pferdes in einem Laufstall mit eher wenigen Artgenossen (Foto: Hanselmann).

Substanzen im Kampf gegen die Arthrose:

Gelatine:

Durch den Bestandteil Collagenhydrolysat soll Gelatine die Bildung von „Gelenkschmiere“ fördern und eine positive Wirkung auf die Gelenke besitzen. Fraglich ist, ob die darin enthaltenen tierischen Bestandteile unserem Pflanzenfresser Pferd nicht schaden können. Trotzdem ist zumindest die versuchsweise Fütterung von Gelatine zu empfehlen. Nebenwirkungen aufgrund von Gelatinefütterung sind bisher nicht bekannt.

Methyl-Sulfonyl-Methan (MSM):

Methyl-SulfonyI-Methan, kurz MSM genannt, ist eine natürliche, im Körper vorkommende Schwefelverbindung. Bei MSM geht man davon aus, dass es eine Schlüsselfunktion im Aufbau von gesunden Knorpelgewebe besitzt.

Chondroitinsulfat (auch Chondritinsulfat):

Chondroitinsulfat (auch Chondritinsulfat) ist ein sulfatiertes Glycosaminoglycan (GAG) oder Mucopolysaccharid, welches aus einer Kette sich abwechselnder Zuckerderivate (N-Acetyl-D-Galaktosamin (GalNAc) und Glucuronsäure) besteht. Auch Chondroitinsulfat unterstellt man eine positive Wirkung auf die Gelenkschmiere und auf deren Wiederaufbau.

Auch hierbei handelt es sich um eine Verbindung, die aus tierischen Substanzen gewonnen wird.

Glucosamin:

Glucosamin ist ein wichtiger Baustein des Knorpels und der Innenhaut der Gelenke. Glucosamin sorgt für eine ausreichende Gelenkschmierbildung und somit auch für eine reibungslose Gelenkfunktion. Glucosamin wird vom Organismus selbst aus Glukose hergestellt und ist ein Aminozucker. Glucosmin ist Bestandteil der so genannten Synovia (Gelenkschmiere). Nur eine zähe und somit stabile Gelenkschmiere ist ein wirkungsvoller Puffer zwischen den Knorpelflächen und stellt eine wichtige Voraussetzung für eine reibungslose Gelenkfunktion dar. Darüber hinaus versorgt die Gelenkschmiere das Knorpelgewebe mit Nährstoffen und transportiert Abfallstoffe ab. Unterschiedliche Gehalte an Glucosamin sind beispielsweise in der Neuseeländischen Grünlippmuschel enthalten. Der Gehalt an Glucosamin schwankt jedoch zwischen 1 % und 75,4 %.

Problematisch bei der Fütterung der Neuseeländischen Grünlippmuschel ist – neben der tierischen Substanz – oft der Geruch und der Geschmack nach Fisch; beides wird von Pferden in den seltesten Fällen akzeptiert.

Wie so oft spielt auch die richtige Fütterung eine nicht unerhebliche Rolle bei der Therapie von Arthrose (Foto: C. Nehls)..

Wie so oft spielt auch die richtige Fütterung eine nicht unerhebliche Rolle bei der Therapie von Arthrose (Foto: C. Nehls)..

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist ein körpereigener Stoff, welcher in den Gelenken aller Säugetiere und Menschen vorkommt. Hyaluronsäure wird vom Körper produziert und ist Bestandteil der Synovial-Flüssigkeit, welche die Knorpel der Gelenke schmiert und vor Reibung schützt. Der Feind des gesunden Gelenkes ist die Reibung. Reibung wird durch Schmierung verhindert. Die Gelenkkapsel enthält eine Innenauskleidung, die als Synovial Membrane bezeichnet wird. Diese sondert die Gelenkschmiere ab. Ein Schlüsselbestandteil in dieser Flüssigkeit ist die Hyaluronsäure. Mit zunehmendem Alter produziert auch der Organismus von Pferden weniger Hyaluronsäure. Dies führt zur Abnützung der Gelenke. Die Gelenke werden steif, und die Beweglichkeit nimmt ab. Nicht nur das Älterwerden, vor allem Fehlstellungen und Erkrankungen lassen die Synovial Flüssigkeit schwinden, so, dass wie bei der Arthrose, Knochen auf Knochen reibt ohne den dringend benötigten Schmierstoff. Die Viskosität der Gelenksflüssigkeit nimmt ab, sie wird dünner und ist nicht mehr in der Lage, die Knorpeloberflächen genügend zu schmieren. Dies führt zu vermehrter Reibung und Abnützung der Knorpel des von Arthrose, Spat oder Schale betroffenen Pferdes.

Durch die Bildung der Hyaluronsäure wird die normale Viskosität der Gelenksflüssigkeit wieder hergestellt. Die Fütterung von Hyaluronsäure soll die Beweglichkeit und Federung in den Gelenken von Arthrose Pferden verbessern.

Hyaluronsäure wird auch seit vielen Jahren mit Erfolg in die Gelenke injiziert. Die Injizierung von Hyaluronsäure birgt jedoch neben erheblicher Kosten auch einige Risiken. Beim Menschen wird die Hyaluronsäure im Krankenhaus unter klinischen Bedingungen injiziert, um Infektionen bestmöglich auszuschliessen. Auch hält der Mensch bei Injektion von Hyaluronsäure still, da dieser weiss, dass Bewegung Komplikationen mit sich bringen kann. Infektionen bei Injektionen in die Gelenke sind ein bekanntes Risiko. Weiterhin birgt eine Bewegung im falschen Moment der Injektion zusätzliche Gefahren. Hinzu kommen die hohen Kosten der einzelnen Injektionen.

Für Pferde bietet das Tierheilkundezentrum Claudia Nehls ein Produkt zur Fütterung an, dessen Inhaltsstoff Hyaluronsäure ist. Dieses Produkt ist geschmackneutral und wird problemlos akzeptiert.

Eine Box mit angeschlossenem Paddock ermöglicht dem Pferd mehr Bewegungsspielraum - allerdings sollte dieser dann auch ausreichend gross sein (Foto: Hanselmann).

Eine Box mit angeschlossenem Paddock ermöglicht dem Pferd mehr Bewegungsspielraum - allerdings sollte dieser dann auch ausreichend gross sein (Foto: Hanselmann).

Phytotherapie:

In der Tierheilpraxis von Claudia Nehls hat sich das Ergänzungsfuttermittel Lauf-Fit bei Arthrosen ohne nennenswerte Entzündungsschübe bewährt sowie das Ergänzungsfuttermittel Lauf-Fit Spezial bei Arthrosen mit Entzündungsschüben. Beide Ergänzungsfuttermittel aus getrockneten Kräutern in Deutscher Arzneibuch-Qualität können auch gut miteinander kombiniert werden.

Obwohl manche der oben genannten Substanzen unter dem Aspekt noch ausstehender, wissenschaftlicher Studien eher als umstritten gelten, sind in der Praxis zahlreiche Fälle mit einem positiven Verlauf zu beobachten.

Die in der Phytotherapie verwandten Kräuter Teufelskralle, Weidenrinde und Ingwer werden häufig in der Erfahrungsheilkunde genannt.

Inwieweit die oben genannten Substanzen vom Organismus aufgenommen und umgesetzt werden können, hängt sicher auch vom einzelnen Organismus ab und ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht restlos geklärt.

Das Tierheilkundezentrum von Claudia Nehls hat sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Phytotherapie in Kombination mit den oben genannten Substanzen machen können. Nicht immer lässt sich sagen, welche Substanz die beste Wirksamkeit brachte. Wichtig ist aber allein, dass ein sichtbarer Erfolg verzeichnet und dem von Arthrose betroffenem Pferd geholfen werden konnte.

Über die oben genannten Nahrungsergänzungen und Ergänzungsfuttermittel hinaus hat sich auch eine homöopathische Therapie aufgrund der Biofeld-Haaranalyse positiv gezeigt. Eine homöopathische Therapie erscheint jedoch grundsätzlich nur erfolgversprechend, wenn die lokale Situation und die Fütterung gleichzeitig optimiert wird.

Auch der vorübergehende Einsatz von Schmerzmitteln mit entzündungshemmender Wirkung soll hier erwähnt werden und kann dem Schmerz erst einmal Abhilfe schaffen. Der dauernde Einsatz von Schmerzmitteln kann jedoch keine geeignete Massnahme sein, um die Arthrose aufzuhalten und dem Pferd langfristig wieder Lebensqualität zu ermöglichen.

Alles in Allem kann der Pferdebesitzer dem von Arthrose betroffenen Pferd eine hilfreiche Unterstützung im Wege der Fütterung und geeigneter Therapien bieten, um vorhandene Gelenkerkrankungen weniger schmerzhaft und nicht weiter voranschreiten zu lassen.

Claudia Nehls mit ihrem Tinker Gustav (Foto: Archiv Nehls).

Claudia Nehls mit ihrem Tinker Gustav (Foto: Archiv Nehls).

Zur Autorin:

Claudia Nehls, Jahrgang 1966, ist Tierheilpraktikerin und betreibt ein eigenes Tierheilkundezentrum in Bad Driburg. Darüber hinaus produziert sie Futtermittel für den täglichen als auch für den therapeutischen Einsatz beim Pferd. Sie hat sich vor allem auf Pferde spezialisiert, betreut aber auch andere Haustierarten.

Homöopathie, Phytotherapie, Naturheilkunde, Haaranalyse – diese und weitere Behandlungsmethoden sind die Grundlage, auf der die Diagnose und die Therapie im Krankheitsfall ausgerichtet werden. Grundvoraussetzung für eine effiziente und nachhaltige Behandlung des Pfer-des ist jedoch aus ihrer Sicht eine problemorientierte Pferdefütterung. Bekannt ist Claudia Nehls auch für die erfolgreiche Therapie von Pferden, die bereits aufgegeben und austherapiert waren.

Tierheilpraktikerin Claudia Nehls
Tierheilkundezentrum
Am Buchholz 3
33014 Bad Driburg
Tel.: 05648/963335
Mobil: 0173/51 57 633
Fax: 05648/963334
Internet: www.tierheilkundezentrum.de
E-Mail: tierheilpraxis1@t-online.de

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