Leber- und Nierenerkrankungen des Pferdes

25. November 2010 | Von Redaktion | Kategorie: Alternativmedizin

Neben Hunden und vor allem Katzen sind auch immer mehr Pferde von Leber- und Nierenerkrankungen betroffen. Nierenerkrankungen sind häufig lebensbedrohlich. Lebererkrankungen reichen von leicht erhöhten über massiv erhöhte Leberwerte sowie auch bis zur Insuffizienz der Leber.

Ohne Ursachenforschung ist eine Therapie fast aussichtslos, da ausschließlich die Beseitigung der die Krankheit auslösenden Faktoren zum Therapieerfolg führen kann.

Jakobskreuzkraut gilt ls hochgradig giftig für Pferde (Foto: tutto62/pixelio.de).

Jakobskreuzkraut gilt ls hochgradig giftig für Pferde (Foto: tutto62/pixelio.de).

Vielfältige Einflussfaktoren können ursächlich für eine Leber- oder Nierenerkrankung beim Pferd sein: So ist der Verzehr giftiger Pflanzen, allen voran das Jackobskreuzkraut, oder auch eine massive Verwurmung eine der häufigsten Ursachen. Erkrankungen an Leber und Niere können aber auch die Folge von starken Stoffwechselentgleisungen, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, von Infektionen oder Bakterienbefall sein. Weitere potentiell auslösende Faktoren sind Allergien, Proteinüberschüssen, Tumore und Erkrankungen anderer Organe und Organsysteme. Auch erhöhte Toxinbelastungen durch bspw. Pflanzengifte sowie eine suboptimale Pferdefütterung können ursächlich sein.

Die Leber und Nieren sind wichtige Stoffwechselorgane und werden durch verschiedene Krankheiten des Organismus belastet. Das wiederum führt dazu, dass sie ihre Entgiftungsfunktionen nur teilweise ausführen können oder auch ganz verlieren.

Nur selten finden wir in unserer heutigen Zeit Leber- und Nierenschäden aufgrund von Mangelerscheinungen vor. Wesentlich häufiger werden diese durch eine Überversorgung mit Mineralien, Spurenelementen und/oder Vitaminen sowie durch die Aufnahme grösserer Mengen von Medikamenten verursacht.

Bakterien können ebenfallls ursächlich für Nieren- oder Leberschädigungen sein (Foto: K.Herrmann/pixelio.de).

Bakterien können ebenfallls ursächlich für Nieren- oder Leberschädigungen sein (Foto: K.Herrmann/pixelio.de).

Beim Fohlen kommt hin und wieder auch ein Leberschaden durch Seleenmangel im Verlauf einer Muskeldystrophie vor.

Auch eine Kreislaufinsuffizienz mit anschließender Blutstauung kommt als Ursache einer Lebererkrankung in Betracht.

Toxine, wie Phosphor, Antimon, Arsenverbindungen, Chloroform, Jodoform, Tetrachlorkohlenstoff, Pflanzengifte, beispielsweise aus Lupinen und Wicken, sowie pathogene Pilze sind häufige Auslöser einer Leberlipoidose.

Die Fettleber (Leberlipoidose) kann durch Eiweißmangel, Unterernährung, Sauerstoffmangel, chronische Durchfälle und schwere Infektionskrankheiten ausgelöst werden. Proteinmangel und/oder Mangelernährung schädigen die Leberzellen und fördern die Leberverfettung.

Proteinmangel kann die Folge von massivem Nahrungsentzug sein, der relaitv häufig bei bestimmten Krankheitsbildern, wie beispielsweise bei Hufreh, verordnet wird. Selbstverständlich müssen „gut im Futter stehende“ Pferde auf Diät gesetzt werden. Diese sollte jedoch immer ausgewogen und der Situation angepasst erfolgen, denn ein massiver Nahrungsentzug fördert unter anderem eine Schädigung der Leber.

Zu viel, falsches oder verdorbenes Futter kann über die Zeit leber und Nieren belasten (Foto: C. Nehls).

Zu viel, falsches oder verdorbenes Futter kann über die Zeit leber und Nieren belasten (Foto: C. Nehls).

Parasiten können die Leber ebenfalls stark schädigen: Beispiele hierfür sind der Leberegel, der Lanzettegel, der Bandwurmfinnenbefall, die durch Strongylodiden ausgelöste Strongylidose, die durch Askariden verursachte Askaridose, die durch Stechmücken ausgelöste Leishmaniose und die Zungenwurmkrankheit.

Nierenversagen ist in der Regel die Folge von Blut- oder Wasserverlusten. Aber auch Kreislaufversagen oder Herzbeschwerden können auslösend für die Störungen sein.

Die Symptome einer Leber- und/oder Nierenerkrankung sind nicht unbedingt eindeutig.

Abmagerung, Schwäche, kolikartige Schmerzen, Empfindlichkeit gegenüber Lichteinwirkungen, starkes Schwitzen und Temperaturanstieg sind Symptome, bei denen auch eine Lebererkrankung in Erwägung gezogen werden sollte.

Zu den Symptomen von Nierenkrankheiten gehören, dass zunächst nur die Harnmenge verringert ist (Oligurie) oder das Pferd zu häufig Harn absetzt (Polyurie). Im schlimmsten Fall kommt es zur Anurie, hierbei ist das Pferd nicht mehr in der Lage, Urin abzusetzen. Die Nieren versagen. Weitere Symptome sind vorwiegend am Unterbauch auftretende Wasseransammlungen (Ödeme), Stumpfwerden des Fells und Fellprobleme sowie starke Abmagerung. Die Pferde können und wollen nicht mehr arbeiten und geraten in eine Art Depression, in der keine Leistung mehr erbracht werden kann. Der Gesichtsausdruck ist müde und schwermütig, was an der narkotisierenden Wirkung des Harnstoffs, der nun nicht mehr abtransportiert werden kann, liegt. Es kommt zu Appetitlosigkeit und damit einhergehend zur Abmagerung.

Leishmaniose wird durch Stechmücken übertragen (Foto: F. Hollenbach/pixelio.de).

Leishmaniose wird durch Stechmücken übertragen (Foto: F. Hollenbach/pixelio.de).

Beim Pferd finden sich im Rahmen von Blutuntersuchungen oft aus der Norm fallende Nieren- und Leberwerte, ohne dass überhaupt Symptome vorhanden sind. Oftmals zieht man eine Leber- und Nierenerkrankung erst durch eine Blutuntersuchung, welche die schlechten Werte zutage bringt, in Betracht.

Aussagekräftig sind hier leberspezifizierende Werte wie ALT, SDH, GLDH, GT, OCT, Hinweise bieten AST, AP, LDH und MDH, Bilirubin, Urobilinogen, Cholesterin, Gallensäuren, Triglyzeride, Proteine (Albumin, Globuline, Gerinnungsfaktoren), Ammoniak sowie Belastungs- oder Funktionstests. Bei Nierenerkrankungen sind hauptsächlich der Kreatininwert und der Harnstoffwert ausschlaggebend. Die Abweichung von der Norm zeigt die Schwere der Erkrankung an.

Wird bei der Blutuntersuchung ein hoher Bilirubinspiegel festgestellt, so muss man von einer starken Schädigung der Leberzellen ausgehen.

Die Gelbsucht (Ikterus) ist bei den meisten Lebererkrankungen besonders in den Lidbindehäuten oder auch den Maulschleimhäuten charakteristisch.

Zeigt das Pferd einen abgestumpften, schwankenden Gang und allgemeine Schwäche sowie eine gewisse Apathie, ständige Müdigkeit, oftmals auch Abmagerung und Aggressivität gegenüber Artgenossen, ist dies ein Hinweis auf eine Lebererkrankung. In schweren Fällen bilden sich kleine, punktförmige Blutungen auf Nick- und Schleimhäuten, der Puls beschleunigt sich auf 100 bis 120 Schläge pro Minute, der Harn verfärbt sich dunkel, oftmals auch mit Blutungen.

Bei schweren Leberschädigungen kann es zum Leber-Gehirn-Syndrom kommen mit Ataxie, Senken des Kopfes, Anlehnung an Wänden, Kontraktion der Gesichtsmuskeln, Richtungsabweichungen sowie Appetitlosigkeit.

Blutuntersuchungen sind ein weitestgehend verlässliches Diagnose-Instrument bei Leber- oder Nierenerkrankungen (Foto: R.v.Melis/pixelio.de).

Blutuntersuchungen sind ein weitestgehend verlässliches Diagnose-Instrument bei Leber- oder Nierenerkrankungen (Foto: R.v.Melis/pixelio.de).

Die Leberamyloidose ist eine Form der Leberdegeneration, bei der eine Entartung des Lebergewebes infolge Störungen des Proteinstoffwechsels auftritt.

Eine große Rolle spielt auch die Hepatitis (Leberentzündung). Sie ist Begleiterscheinung und Folge einer großen Anzahl von Einflüssen. Der Verlauf kann akut bis chronisch sein und zur Leberatrophie und Leberzirrhose führen. Hierbei kann die Leberfunktion so weit geschädigt werden, dass der Tod eintritt.

Eine andere Form der Erkrankung der Nieren ist die Nierenentzündung (Nephritis), die Ausgangspunkt für eine chronische Niereninsuffizienz werden kann. Sie geht einher mit Abmagerung, Schwäche und Ödemen, sowie Fieber.

Hochakute Leberentzündungen können innerhalb von Stunden zu einer gelben Leberdystrophie, zum Zusammenbruch der Leberfunktion und damit unweigerlich zum Tode führen.

Die Leber ist jedoch ein Organ, dass sich selbst bei starker Schädigung wieder regenerieren kann, wenn dieser Prozess auch oftmals sehr lange dauert.

Wenn die Nieren beim Pferd ihre Funktion einschränken fällt das lange Zeit nicht auf, da die Symptome erst einmal ausbleiben.

Ähnliches ist bei Nierenerkrankungen zu beobachten: Als paarig angelegtes Organ unterstützen sich die beiden Nieren oft gegenseitig in ihrer Wirkung, so dass ein Schaden nicht auffällt.

Obwohl den Nieren nachgesagt wird, eine Regeneration sei hier aussichtslos, lässt sich dies in meiner Praxis nicht bestätigen. Viele Fälle schwerer Niereninsuffizienzen konnten langfristig reguliert werden mit einer umfassenden homöopathischen, phytotherapeutischen und Fütterungstherapie.

Ist die Ursache erst einmal gefunden und ausgeschaltet, bietet die Homöopathie, Isopathie und vor allem die Phytotherapie erstklassige Mittel zur erfolgreichen Regulation der Leber und Nieren. Bei Leber- und Nierenerkrankungen hat sich in meiner Praxis ganz besonders die Biofeld-Haaranalyse bewährt, um einerseits die Ursache zu ermitteln und andererseits eine umfassende und ganzheitliche Therapie einzuleiten.

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