Irgendwie sind wir alle Pferdetrainer und Reitausbilder…

21. Juli 2016 | Von Redaktion | Kategorie: Kolumne

[Anke Klabunde]. Der Pferdesport scheint sich nicht grossartig vom Fussball zu unterscheiden. Sie meinen, dass diese beiden Sportarten keine Gemeinsamkeiten aufweisen? Da muss ich Sie leider enttäuschen.

Auf jedem Platz ein Pferdetrainer und Reitausbilder ... ? (FotoVerena N./pixelio.de).

Auf jedem Platz ein Pferdetrainer und Reitausbilder ... ? (FotoVerena N./pixelio.de).

Gehen Sie auf eine Reitsporttribüne, und Sie werden auch hier schnell merken: Auf jedem Platz sitzt ein Pferdetrainer und Reitausbilder. Das Phänomen ist auch im Fussball bekannt. Vor Deutschlands Fernsehgeräten und in den Fussballstadien dieser Welt sitzt im Grunde ein Fussballtrainer neben dem anderen.

Und im Reiterstadion ist es genauso! Da sitzen sie – nein, nicht Sie, wir sind natürlich die löblich Ausnahme der breiten Masse – und wissen in jedem Moment der Vorführung, wie dieses Pferd geritten, der Reiter sitzen müsste, damit die Vorführung gut aussieht, das Pferd korrekt vorgestellt wird. Da wird auch nicht hinterfragt – ist das Pferd vielleicht noch ein Turnierfrischling? Hat sich das Reiter-Pferd-Paar eventuell erst vor kurzem zusammen gefunden? Nein, da wird gefachsimpelt und geurteilt, der Kopf geschüttelt und das Urteilsvermögen der Richter angezweifelt. Fehlergucken kann eigentlich jeder, aber den meisten mangelt es an entsprechender (Beurteilungs-)Kompetenz – so denkt vermutlich jeder über seinen Sitznachbarn. Die selbsternannten Experten dieser Welt, sie werden wohl nicht aussterben. Ob beim ländlichen Turnier in der Führzügelklasse oder vor grosser Kulisse einer internationalen Veranstaltung… Immer, so scheint es, wissen es die Leute auf den Rängen besser als die Richter am Viereck oder Parcours.

„Mal langsam mit den jungen Pferden!“, werden Sie mir jetzt vorwerfen. Jeder hat nun mal seinen Erfahrungshintergrund. Sicherlich. Aber das allein kann ja kein Qualitätskriterium sein. Oder? Erfahrungen machen wir jeden Tag. Aber werden wir dadurch auch schlauer? Vermutlich die wenigsten. Denn, dass der Kopf zum Denken da ist, wird doch all zu oft vergessen – hat man den Eindruck. Oder täuscht der? Viel bequemer ist doch die Übernahme von Standardfloskeln. Phrasendreschen ist „in“, Nachdenken „out“. Die USA haben für „Bequemlichkeit“ ein schönes Wort: Convenience. Convenience food, convenience communications.

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