Burberry-Style fürs Pferd

21. August 2016 | Von Redaktion | Kategorie: Kolumne
Strass-funkelnde Stirnriemen, Bandagen im Burberry-Look: Luxus fürs Pferd oder für den Reiter? (Foto: Klabunde).

Strass-funkelnde Stirnriemen, Bandagen im Burberry-Look: Luxus fürs Pferd oder für den Reiter? (Foto: Klabunde).

Wir vermenscheln die Pferde, sagt meine nicht-reitende Freundin. Da gibt es eine Pferdedecke für das edle Ross, nur weil die Aussentemperaturen minus fünf Grad Celsius anzeigen. In einem Reitstall, nicht weit von Stuttgart, stehen ein Pferdefön, ein Solarium – und sogar eine Sauna für die Vierbeiner zur Verfügung. Das findet sie – die Freundin – überzogen. Seit wann gibt es in der freien Wildbahn solche Wellness-Oasen für die Pferde? Und überhaupt: Auf der anderen Halbkugel verhungern die Kinder und die durchschnittliche, europäische Pferdebesitzerin kann sich nicht entscheiden: Lieber die rosafarbene Schabracke, passend zur Reithose oder dann doch eher die in dezentem blau gehaltene und mit goldenen Applikationen versehene Abschwitzdecke mit den farblich abgestimmten Bandagen im Burberry-Look?

Phhh. Ich finde, sie übertreibt. Sooo schlimm sind wir Reiter und Pferdebesitzer nicht. Nur weil es seit diesem Jahr die ersten Adventskalender für den edlen Vierbeiner gibt, muss man nicht gleich pauschalieren. Ja, gut – die Strass-besetzten Stirnriemen sind vielleicht nicht unbedingt erforderlich für die Sicherheit beim Reiten. Aber die Swarowski-Steine funkeln doch so schön. Kann im Dunkeln nicht verkehrt sein…

Dass Äpfel und Möhren grundsätzlich nur noch in mund-, äh maulgerechte Stückchen gereicht werden, ist auch mir schon aufgefallen. Aber es gibt ja inzwischen den Pferdezahnarzt. Der kann die Zähnchen dann wieder begradigen, wenn diese sich vor lauter Mash- und Müsli-Fütterei nicht mehr richtig abwetzen. Was soll’s. Die Torte aus Haferflocken, Honig und geraspelter roter Beete zum Geburtstag des Pferdes oder die Tüte Lakritz-Leckerli als Snack zwischendurch – das ist doch heute bereits selbstverständlich. Nein, verwöhnen ist anders: Zum Beispiel, wenn der Gaul, dick eingepackt bis zur Halskrause, mit Pferdeschal und warm bandagierten Beinen in einer mit viel Stroh ausgestatteten Box einen kuscheligen Abend verbringen kann. Dann darf Pferd gefälligst Dankbarkeit (darüber) zeigen, dass es heute nicht Laufen muss. Denn wie sagt man immer so schön: Wie der Herr, so’s G’scherr. Und Herrchen freut sich immer über einen Gammeltag auf der Couch.

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2 Kommentare
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  1. Amüsant und unterhaltsam. Wann gibt’s die nächste Kolumne?

  2. Ich verstehe auch gar nicht, was die Freundin hat. Pferde wollen es doch schließlich auch nett haben. ;)

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