Heuraufen im Pferdestall

1. August 2011 | Von Redaktion | Kategorie: Gesundheit, Stall- & Reitanlagen

[Anke Klabunde]. Früher wurden Heuraufen gerne oberhalb der Futterkrippe angebracht. Damals gab es allerdings auch noch Ständerhaltung. Beides gilt heute als antiquiert, weil nicht artgerecht: Ermöglichte diese Form der Pferdehaltung nur wenig Bewegungsspielraum für das Tier, so ist es inzwischen nachgewiesen, dass für Pferde die Futteraufnahme möglichst bodennah erfolgen sollte.

Heuraufen sollten eine möglichst bodennahe Futteraufnahme ermöglichen (Foto: T. Blenkers/pixelio.de).

Heuraufen sollten eine möglichst bodennahe Futteraufnahme ermöglichen (Foto: T. Blenkers/pixelio.de).

Beim Fressen aus der hochgehängten Raufe muss das Pferd seinen Rücken durchdrücken und den Hals strecken. Die physiognomisch atypische Kopfhaltung erschwert den Speichelfluss und begünstigt den Senkrücken. Der sich durch die permanente Heuentnahme entwickelnde Staub reizt Lunge und Augen und kann im ungünstigen Fall zu Husten und Augenentzündungen führen.

Moderne Heuraufen berücksichtigen die Erfordernisse einer artgerechten Pferdehaltung. Soll das Heu nicht auf dem Boden in der Box liegen, um Verlust durch Dekontaminierung mit Urin und durch Zertreten in der Einstreu zu vermeiden, bieten sich verschiedene Fütterungsoptionen an: Heunetze zählen hier zu den preiswerten Alternativen. Es gibt sie u.a. in Kugel- bzw. Tropfen-Form, die bequem am Boxengitter befestigt werden können. Darüber hinaus existieren inzwischen auch Heunetze in Trapez-Form, die entlang der Boxenwand oder sogar im Freien zwischen zwei Bäumen aufgespannt werden können.

Präferiert werden engmaschige Netze. Sie erschweren die Futteraufnahme und zwingen die Pferde, kontinuierlich nur geringe Mengen aufzunehmen. Die permanente Futterzuführung in kleinen Portionen ist für den Dauerfresser Pferd deutlich magenfreundlicher. Auch die wesentlich längere Beschäftigungszeit für das Pferd ist ein positiver Nebeneffekt.

Unter dem Aspekt der Sicherheit ist eine geringe Maschenweite ebenfalls vorzuziehen: Bei einem zu grossen Maschenabstand besteht Verletzungsgefahr, wenn sich die Pferde mit ihren Beinen im Netz verfangen. Enge Netzmaschen sind aber auch aus kaufmännischer Sicht zu empfehlen, da der Verbrauch und Schwund durch herausfallendes Heu deutlich verringert wird.

Eine weitere Option sind computergesteuerte Raufutterautomaten, die sowohl für die Boxen-, als auch für die Auslaufhaltung angeboten werden. Die Futteraufnahmezeiten können individuell für jedes Pferd programmiert werden. Aus ergonomischer Sicht kommt diese Form der Heufütterung aufgrund der steuerbaren Fressdauer und der Art der Futteraufnahme den Anforderungen an eine moderne und artgerechte Pferdehaltung am nächsten.

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Ein Kommentar
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  1. Ich kann auch nicht nachvollziehen, weshalb so viele auf die so weit oben angebrachten Heuraufen nicht verzichten möchten. Schon der Anblick eines Pferdes, welches in dieser Haltung sein Heu fressen muss, ist doch gruselig: Das kann doch nicht gesund sein…!
    Netter, kleiner Beitrag.
    Gruss, Manni

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