Aus Ernteabfall wird Wertstoff: Futtermittel-, Bio-Brennstoff- und Düngerproduktion konkurrieren um Stroh

15. September 2011 | Von Redaktion | Kategorie: Business

[Bonn (GER), 14-09-2011/(aid)]. Die Unwetter sind vorbei – der Sommer aber auch … Glücklicherweise hat die Mehrzahl der Landwirte ihre Strohernte noch zu grossen Teilen einfahren können. Nun liegen eckige und runde Strohballenriesen auf den Feldern. Das Stroh schimmert dabei nicht nur golden in der Sonne, seine Farbe ist auch finanziell Programm. Denn vor dem Hintergrund steigender Düngerpreise ist Stroh inzwischen eine echte Alternative zu den herkömmlichen mineralischen Düngemitteln.

Konkurrenz um Stroh (Foto: R. Thielen/pixelio.de).

Konkurrenz um Stroh (Foto: R. Thielen/pixelio.de).

Aber nicht nur mit Dünger konkurriert eines der wichtigsten Einstreu- und Futtermittelprodukte für Nutztiere, wie Pferd und Rind: Auch die Biomasseheizkraftwerke, früher lapidar als Müllverbrennungsanlagen bezeichnet, stehen in einem ernsthaften Wettbewerbsverhältnis.

Jährlich fallen in Deutschland rund 44 Millionen Tonnen Stroh an. Ein Fünftel, also knapp neun Millionen Tonnen, könnten in Strom und Wärme umgewandelt werden. Denn mit vier kWh pro Kilogramm hat Stroh, als Abfallprodukt aus der Getreidewirtschaft für die energetische Nutzung im Gespräch, einen deutlich höheren Heizwert als die üblicherweise vorgesehenen Grün- und Holzabfälle aus der kommunalen Landschafts- und Parkflächenpflege. Ursprünglich schied Stroh als Bio-Brennstoff jedoch aus, denn in Abhängigkeit von der gefahrenen Temperatur in der Heizanlage schmilzt die Asche der Getreidehalme und neigt zur Klumpenbildung. In den modernen Öfen lassen sich die Verbrennungstemperaturen jedoch besser regulieren, so dass keine Verschlackung auftritt.

Als organisches Düngemittel hat Getreidestroh ebenfalls einen hohen Wert, denn es enthält große Mengen an Phosphat und Kali. Diese sind als Pflanzennährstoffe nutzbar und sorgen für eine ausgewogene Humusbilanz des Bodens. Verteilt man das gehäckselte Stroh auf dem Acker, ist es rund ein halbes Jahr später zersetzt und kann dann als Dünger wirken. Im kommenden Frühjahr regen die Nährstoffe im Boden das Wachstum der Pflanzen an.

Allerdings enthält Stroh eine noch stärkere Düngerwirkung, wenn es vorher zur Einstreu verwendet wurde und als Mist tierischer Herkunft angereichert auf den Acker ausgetragen wird. Insbesondere Pferdemist aus Weizenstroh ist aufgrund seiner reichhaltigen Nährstoffe vor allem bei der Champignonproduktion sehr begehrt.

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