Wenn die Welt aus den Fugen gerät

24. Dezember 2011 | Von Redaktion | Kategorie: Versicherungen

[Telgte (GER), 23-12-2011/C. Schmidt]. Jan Majewski (Name wurde von der Redaktion geändert) gilt als Großes Reittalent in Polen, bildet Zuchthengste aus, trainiert Rennpferde und nimmt an internationalen Dressurturnieren teil. Nachdem er mit seiner Familie nach Deutschland gezogen ist, arbeitet er als Stallmeister auf einem Reiterhof, reitet Pferde Korrektur, gibt Unterricht und widmet seine gesamte Freizeit dem Sport. Bis zum Sommer 2009.

Zum ersten Mal seit Jahren fährt die Familie, zu der neben der Ehefrau auch zwei Töchter gehören, in den Urlaub nach Italien. Aus ungeklärten Gründen kommt das Auto von der Fahrbahn ab, überschlägt sich und landet im Graben. Während Frau und Tochter mit leichten Schrammen davon kommen, hat es Jan Majewski schwer erwischt. Sein Rückenmark ist ab der Halswirbelsäule (C 5) durchtrennt. Im Alter von 53 Jahren ist der begeisterte Reiter querschnittsgelähmt und ohne Hoffnung auf Genesung. Rund um die Uhr pflegebedürftig, hat sich das Leben von Jan Majewski und das seiner Familie von einer Sekunde zur anderen von Grund auf geändert.

Um wenigstens nicht ganz abgeschnitten von der Außenwelt zu leben, wünscht sich die Familie ein behindertengerechtes Auto. Doch keine Organisation oder Stiftung erklärt sich bereit, zu helfen. Einzig die Berufsreiter-Unterstützungskasse (BUK) fackelte nicht lange, sondern sagt Unterstützung zu. Die BUK hat ihren Sitz in Warendorf und existiert bereits seit über 50 Jahren. Am Anfang gab es nur eine kleine Stiftung, mit der konkrete Hilfe für Hamburg und den norddeutschen Raum geleistet werden konnte. In den 60er Jahren wurde die Idee dann überregional aufgenommen und durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) auf eine breite Basis gestellt. Zu den damaligen Förderern zählten vor allem Horst von Trotha, langjähriger Vorsitzender der Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR), und Reitmeister Hans Niemann.

Lange Zeit flossen zwei Prozent der ausgezahlten Turniergewinngelder an die BUK. Als die Regelung nach Jahrzehnen wieder abgeschafft wurde, verfügte die BUK zumindest über Kapital und die daraus entstehenden Erträge. Mit diesem Geld werden – nach sorgfältiger Prüfung – Berufsreiter und –fahrer sowie Mitarbeiter von Turnierställen und Reitinstituten, die unverschuldet berufsunfähig oder in Not geraten sind, unterstützt. Die Zahlungen können einmalig oder laufend sein und werden ohne Rechtsanspruch für die Empfänger erbracht. So hilft die BUK jedes Jahr so manchem Pferdesportler wieder auf die Sprünge. Allerdings: Je mehr Mitglieder der BUK angehören, desto mehr kann getan werden.

Vorsitzender ist traditionell der jeweilige Vorsitzende der BBR, zurzeit Burkhard Jung. Die Mitgliedschaft in der BUK ist mit einem Jahresbeitrag von nur zehn Euro verbunden und ermöglicht es bereits, einem Berufsreiter mit einem schweren körperlichen Gebrechen zu helfen – so wie zuletzt Jan Majewski. Seine Familie hofft, dass er durch das behindertengerechte Fahrzeug bald wieder den Weg in die Reithalle finden wird, um dort vom Rollstuhl aus Unterricht zu geben.

Gutes bewirken lässt sich natürlich auch mit einer (steuerabzugsfähigen) Spende an die BUK (Volksbank Oelde-Ennigerloh-Neubeckum EG, Konto 1902131100, BLZ 41261419). Wer sich für eine Mitgliedschaft in der BUK interessiert, erhält hier mehr Informationen: www.berufsreiterverband.de

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