Risikosportart Reiten: Verhalten bei Gewitter

21. November 2016 | Von Redaktion | Kategorie: Gesundheit

Reiten bei Gewitter gehört zu den gefährlichen Sportarten. Nicht nur, weil der Reiter auf einem Pferd in erhöhter Sitzposition ein gutes Ziel für einen Blitzschlag abgibt, sondern weil das Pferd eine extrem große Schrittspannung aufweist.

Pferde sind bei Blitz besonders gefährdet, weil sie eine besonders grosse Schrittspannung aufweisen (Foto: Stefan Heerdegen/pixelio.de).

Pferde sind bei Blitz besonders gefährdet, weil sie eine besonders grosse Schrittspannung aufweisen (Foto: Stefan Heerdegen/pixelio.de).

Aber auch Pferde auf der Weide sind nicht weniger gefährdet: Sie reagieren im Allgemeinen empfindlicher auf elektrische Entladungen als Menschen. Dies kann damit zusammenhängen, dass vier Beine eine Verbindung zum Boden aufweisen und dem Strom einen Weg durch lebenswichtige Organe ermöglichen.

Auch wenn bei einem Gewitter der Blitz einige Meter entfernt einschlägt, kann er noch lebensgefährlich sein. Schuld daran ist die sogenannte Schrittspannung. Trifft ein Blitz den Boden, breitet sich die Spannung kreisförmig von der Einschlagstelle aus und verliert dabei an Stärke. Der Grad der Gefährlichkeit richtet sich bei einem Aufenthalt in unmittelbarer Nähe zur Einschlagstelle nach der sogenannten Schrittweite: Der Abstand zwischen den sich bewegenden Beinen bewirkt einen Spannungsunterschied. Und Spannungsunterschied bedeutet, dass Strom fließt. Bei einem Vierbeiner ist die Gefahr nachvollziehbar höher als bei einem Zweibeiner: Allein aufgrund der horizontalen Ausdehnung ist der Beinabstand vom vordersten bis zum hintersten Huf größer, die Schrittspannung damit deutlich höher. Hufeisen aus Metall erleichtern den elektrischen Kontakt und erhöhen damit die Stromstärke. Wegreiten bzw. –rennen ist daher nicht unbedingt die beste Lösung.

Um das Gefährdungspotential zu senken, sollte der Reiter – auch dem Pferd zuliebe – besser absteigen und einen sicheren Ort aufsuchen. Um eine möglichst kleine Angriffsfläche zu schaffen, sollte sich der Mensch in die Hocke begeben und die Füße eng nebeneinander stellen. Die Empfehlung, sich flach auf den Boden zu legen, ist nicht mehr aktuell. Denn inzwischen gilt es, den Kontakt zum Boden so gering wie möglich zu halten. Nach Expertenratschlägen ist eine Fortbewegung nur in Schlusssprüngen ratsam.

Um die Gefahren durch Blitzeinschläge zu minimieren, gilt Prävention als ein wichtiges Thema. Bei Weidegang und Wanderritten ist daher im Bedarfsfall die Wettervorhersage zu berücksichtigen. Auch auf Unterstände und ausreichend Witterungsschutz sollte geachtet werden. Bei einem unvorhergesehenen Unwetter kann die Zeitspanne zwischen Blitz und Donner eine Aussage über die Entfernung des Gewitters liefern. Dabei gilt die Faustformel, dass drei Sekunden einer Entfernung von einem Kilometer entsprechen.

Windenergieanlagen, insbesondere Windkrafträder, sind trotz Blitzschutzsystem nicht vor Blitzeinschlag gefeit. Hügel, Höhenzüge und offenes Gelände müssen verlassen und Vertiefungen sollten aufgesucht werden. Ein Aufenthalt in der Nähe von Gewässern ist nicht empfehlenswert. Bildet ein Bach den tiefsten Punkt im Gelände, ist von einem Hineinreiten Abstand zu nehmen – denn das Wasser zieht den Blitz an und gilt als guter Stromleiter. Freistehende, einzelne Bäume sind zu meiden, gleiches gilt für den Waldrand. Größeren Schutz bietet dagegen der Aufenthalt im Waldesinneren.

Sind Pferd und Reiter auf freier Fläche in einer Gruppe unterwegs, empfiehlt sich die Trennung und eine individuelle Suche nach Schutz. Pferde sollten nicht an Masten oder Metallzäunen angebunden werden.

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