Der richtige Stall für mein Pferd

17. Juni 2012 | Von Redaktion | Kategorie: Buch-Tipp, Featured, Leseproben

https://www.lifeofanaddict.com/Jeder Reiter wünscht sich ein gesundes und rittiges Pferd, das leicht an den Hilfen steht und motiviert mitarbeitet. Der Schlüssel hierzu liegt in der Arbeit über den Rücken, denn nur ein tätiger Rücken ermöglicht die korrekte Gymnastizierung. Sabine Ellniger beschreibt in ihrem neuen Buch “Pferde über den Rücken arbeiten” anschaulich und praxiserprobt die gesundheitsfördernde Methdoe von Stammer Kinetics. Dieses innvoative System analysiert die Ursachen für mangelnde Rückentätigkeit und ermöglicht eine Neukoordination von Bewegungsabläufen. Zunächst auf dem Laufband, dann an der Hand und an der Longe und schließlich unter dem Sattel.

Nachfolgend eine Leseprobe über die Seiten 43 bis 44 aus dem o.g. Buch, welche uns der Kosmos Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

[...]

Durch Publikationen und Seminare sind heute viele Reiter darüber informiert, was Pferde brauchen. Das Grundwissen über die natürlichen Bedürfnisse ist gefragt und in diesem Punkt war es „früher“ sicherlich schlechter. Die Pferde wurden teilweise in Ständern oder zumindest in Boxen ohne Auslauf oder Koppeln gehalten, damit jederzeit eine schnelle Verfügbarkeit gegeben war.

Unwissende Pferdebesitzer sind Stallbesitzern meist lieber, denn diese stellen nicht so hohe Ansprüche. Sie haben auch nicht ständig etwas auszusetzen, weil sie gar nicht wissen, über was sie sich beschweren könnten. Viele Reitvereinsstallungen, die nur begrenzt Platz zur Verfügung haben und z. B. keine Ausläufe oder Koppeln besitzen, sind meist bevölkert von Reitern, die bezüglich der Haltung von Pferden sehr wenig wissen. Sie gehen davon aus, dass ein Pferd 23 Stunden in einer Box ganz gut aufgehoben ist. Sie wissen es ja nicht besser. Denn wenn sie es wüssten und realisieren würden, dann wären sie nicht mehr dort. In solchen Ställen sieht man beim Durchlaufen Pferde, die resigniert haben. Sie befinden sich mehr oder weniger die meiste Zeit in einer Art Dämmerschlaf und wachen nur zu den Futterzeiten auf. Oder man sieht aggressive Pferde, die mit den Zähnen gegen die Gitter fahren und die Ohren anlegen, oder Koppen, Weben oder Boxenlaufen betreiben gegen die zermürbende Langeweile.

Die Reitschüler, die dort reiten lernen, kennen es von Anfang an nicht anders und empfinden es wohl als normal, dass ein Pferd den ganzen Tag im Gefängnis sitzen muss, obwohl es doch nichts verbrochen hat. So ist es eben.

Unter solchen Bedingungen kann es kaum anders sein, dass Pferde abbauen und beim Reiten dann auch nicht gewillt sind mitzumachen. Lassen Sie sich nicht vom Ambiente des Casinos beeindrucken. Dort steht kein Pferd. Dass der Reiter auch gewisse Annehmlichkeiten haben möchte, ist schon klar, aber bei der Auswahl eines geeigneten Stalles ist Ihr Pferd die Hauptperson, denn das Pferd muss dort sein Leben fristen.

Freier Auslauf ist kein Trainingsersatz

Zum Abschluss dieses Kapitels muss jedoch eines noch gesagt sein:

Auch der beste Pensionsstall mit allen Vorzügen für das Pferd kann keine Ausbildungsarbeit allein durch die Infrastruktur leisten. Das muss immer noch der Reiter. Es gibt Ställe mit Hallen, Außenplätzen und Longierzirkeln, die verwaist sind, weil die Reiter ihr Pferd lieber in der Führanlage laufen lassen und derweil Kaffee trinken. Da drängt sich dann die Frage auf, wozu man das Pferd denn überhaupt noch braucht?

Ebenso kenne ich Reiter, die sich die ganze Woche lang keinen Deut um die Bewegung ihrer Pferde kümmern, denn sie können sich ja im Auslauf bewegen. Aber am Wochenende wird dann drei Stunden ins Gelände geknattert. Wie schön fürs Pferd, wenn es dann montags seine schmerzenden Knochen wieder ausruhen kann. Bis zum nächsten Wochenende. Eine pferdegerechte Haltung ist sehr wichtig, sie ersetzt aber keineswegs das Reiten.

[...]

Bibliographie:

Sabine Ellinger
Pferde über den Rücken arbeiten
Gesundheit und Rittigkeit durch innovative Trainingsmethoden
26,99 EUR [D]
176 Seiten
257 Abbildungen
laminierter Pappband
ISBN: 978-3-440-12220-4
Art.-Nr.: 12220
25 x 17,8 cm (LxB)

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