Vortrag: „Stockholm 1912 – London 2012. 100 Jahre Leistungssport mit Pferden“

8. Juni 2012 | Von Redaktion | Kategorie: Ausstellungen

[Verden (GER), 06-06-2012/I. Maieli]. Was prägt den sportlichen Erfolg so nachhaltig wie olympische Medaillen und im Besonderen olympisches Gold? 1912 in Stockholm wurden diese Medaillen erstmals im Reitsport vergeben. Hier beginnt eine Erfolgsgeschichte des deutschen Reitsports, die große Siege feiert, Kurioses beschreibt aber auch dunkle Seiten aufzuweisen hat.

Dr. Martin Mehrtens (Foto: Mehrtens).

Dr. Martin Mehrtens (Foto: Mehrtens).

In wenigen Wochen finden in London die Olympischen Spiele statt. Die olympischen Reiterspiele feiern mit diesen Spielen ihr 100-jähriges Jubiläum als olympische Disziplin. Das Deutsche Pferdemuseum zeigt anlässlich dieses Jubiläums in einer Sonderausstellung die einzigartige Entwicklung dieses Sports aus deutscher Perspektive.

Einer der Ausstellungsmacher, Dr. Martin Mehrtens, lädt zu einem Blick hinter die Kulissen dieser besonderen Ausstellung ein. In der Abendveranstaltung am 12. Juli 2012 um 19.30 Uhr im Deutschen Pferdemuseum werden weitere – bislang weitgehend unbekannte – Perspektiven auf den Pferdesport eröffnet. Viele Fragen werfen diese 100 Jahre Leistungssport mit Pferden auf:

Welche Überlegungen waren ausschlaggebend für die besonderen Anforderungen der ersten Großen olympischen Dressurprüfung in Stockholm 1912? Warum durften Frauen in den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts nur in Schaukonkurrenzen starten? Warum wurden teilweise kuriose Fehlerkriterien in den Anfängen des Springsports und das Wetten am Totalisator auf Fehler im Parcours eingeführt?

Welche Rolle spielte der Gewinn der „Coppa d’Oro“ in der Entwicklung des deutschen Reitsports und wie wurde dieser besondere Pokal in den Wirren des Zweiten Weltkriegs auf abenteuerliche Weise gerettet?

Viele wissen nicht, dass Hans Günter Winklers olympische Karriere mit Halla in der Vielseitigkeit 1952 mit einer fadenscheinigen Auslegung des Berufsreiterstatus beendet wurde und hiermit ungewollt eine Weltkarriere im Springsport begann. Anderen ist nicht bekannt, dass es erst zwei deutsche Springderbysiegerinnen in der mehr als 90jährigen Derbygeschichte gegeben hat und dass das Deutsche Springderby einmal von einem Pony gewonnen wurde.

Das politische Trauma der deutschen Teilung prägte auch den Pferdesport in allen Disziplinen! Der Reitsport nahm in beiden Teilen Deutschlands eine eigene Entwicklung – warum waren die Erfolgschancen so ungleich verteilt? Welchen Anteil hat die deutsche Pferdezucht an den Erfolgen der Reiterinnen und Reiter in dem olympischen Jahrhundert? Waren die Spitzenpferde des letzten Jahrhunderts das Produkt einer gezielten Zucht oder geniale Zufallsprodukte?

Totilas steht für eine neue Ära im Dressursport - sind die Erfolgsmaßstäbe nun vollkommen anders? Wie beurteilt der Dressuraltmeister Major a.D. Paul Stecken die neuesten Entwick-lungen im Dressurspitzensport? Der Anspruch, den Grundsätzen der klassischen Reiterei gerecht zu werden, bestand zu allen Zeiten – die Grundsätze wurden jedoch oftmals unter-schiedlich interpretiert.

Viele Antworten und Informationen zu diesen Fragen und Themen haben die Recherchen zu dieser Sonderausstellung zu Tage gefördert. Der Vortrag von Dr. Mehrtens bietet aus dem Fundus der Ausstellungsrecherche hierzu spannende Einblicke und fördert auch Kurioses zu Tage.

Besondere Ereignisse des Turniersports, spannende Geschichten über herausragende Pferde, Reiterinnen und Reiter, abenteuerliche Ereignisse und entsprechende Hintergrundinformationen machen diese 100 Jahre am 12. Juli 2012 im Deutschen Pferdemuseum in besonderer Weise so einzigartig.

Das Museum ist am Tag der Vortragsveranstaltung von 10.00 – 17.00 Uhr und ab 18.00 Uhr wieder geöffnet. Als Einstimmung auf den Vortrag lädt im Vorfeld die aktuelle Sonderausstellung zu einem Rundgang ein.

Der Eintritt für die Vortragsveranstaltung beträgt 8,- € inklusive Museumsbesuch. Für Mitglieder des Deutschen Pferdmuseums e.V. und Persönliche Mitglieder der Deutschen Reiterlichen Vereinigung gilt ein ermäßigter Eintrittspreis von 6,- € pro Person. Freie Platzwahl. Verbindliche Platzreservierungen werden unter der Tel.: 04231/807140 gern entgegengenommen.

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