Mit-Favorit für 117. Deutsches Derby mit überzeugender Generalprobe
29. Juli 2012 | Von Redaktion | Kategorie: Trabrennsport[Berlin (GER), 29-07-2012/ (MSPW)]. Bei der Generalprobe war er wieder ganz der Alte! In seinem Vorlauf für das 117. Deutsche Traberderby am Sonntag, 5. August, auf der Rennbahn in Berlin-Mariendorf zeigte sich der zuletzt im Buddenbrock-Rennen grippegeschwächte dreijährige Hengst Dream Magic BE bestens erholt. Er qualifizierte sich siegreich als 14:10-Totofavorit mit einer überzeugenden Leistung für das Finale, das ebenfalls auf der Traditionsbahn in Mariendorf ausgetragen wird. In dieser Form dürfte der Hengst, gesteuert von Josef Franzl (Sauerlach), alle Chancen auf einen vollen Erfolg in dem mit 235.178 Euro (zuzüglich zehn Prozent Züchterprämie) dotierten Endlauf haben.
Nur einmal mussten die vielen Fans, die auf Dream Magic BE gesetzt hatten, um ihren Favoriten bangen. Beim ersten Start nämlich kollidierte der Hengst mit Carlos Greenwood (Hugo Langeweg/NL). Auch Bradley verlor kurzzeitig das Geläuf. Die Rennleitung entschied auf Fehlstart. Beim zweiten Versuch ging fast alles glatt. Alleine Carlos Greenwood patzte, wurde dann mit einem Geschirrschaden angehalten.
Bradley, dem schwedischen Spitzenfahrer Erik Adielsson anvertraut und am Toto (28:10) stark beachtet, ging sofort an die Spitze. Dahinter lag Dream Magic BE in Lauerstellung.
Beim Einbiegen in die Zielgerade schien Bradley, der drei Längen Vorsprung hatte, unerreichbar zu sein. Doch dann schaltete Josef Franzl den Super-Turbo ein und pilotierte Dream Magic BE, der dem Österreicher Alois Wegscheider (Wörgl) und Johann Holzapfel (Anzing) gehört, noch zu einem sicheren Sieg. Bradley war ungefährdeter Zweiter vor dem noch sehr spurtstarken Vantastic mit Victor Gentz (Kaarst), dessen bei guten Bedingungen erzielte Zeit (1:16,7 Minuten) um eine Zehntelsekunde nicht für den Finaleinzug reichte. CC Rider wurde wegen unreiner Gangart auf der Zielgeraden disqualifiziert.
Josef Franzl war sehr zufrieden: “Ich hatte im Schlussbogen noch eine volle Hand. Als ich ihn losschickte und ihm den Kopf freigab, war alles gut. So ein Rennen aus dem Windschatten heraus liebt Dream Magic BE. Wenn er so eine Lage hat, müssen sich alle warm anziehen.”
Strecken musste sich auf den letzten Metern seines Vorlaufs der mit 18:10 am Toto notierte Chapeau, den Erik Adielsson für den in München wohnenden Harald Krogmann (Stall Express) letztlich Start/Ziel siegreich über die Linie steuerte. Der Schlussangriff des zweitplatzierten Tamburini (Robin Bakker/NL), den Trainer Rob de Vlieger zuletzt am Strand der niederländischen Küste konditionell gestärkt hatte, war beeindruckend. Erik Adielsson: “Das war noch sehr eng. Aber Chapeau hatte genügend Reserven.” Rang drei ging an Nemo Diamant mit Gerhard Biendl (München). Der stark beachtete Comeonhill (25:10) mit Roland Hülskath (Mönchengladbach) sprang heftig am Start und auch noch einmal unterwegs, wurde nur Sechster.
Nach Chapeau schickte der Stall Express den noch ungeschlagenen Indigious, in Schweden von Stig H. Johansson vorbereitet, in den dritten von vier Derby-Vorläufen, die alle mit je 20.000 Euro dotiert waren. In der gewohnten Hand von Erik Adielsson bestätigte Indigious seine hohe Wertschätzung. Als 13:10-Favorit setzte sich der vom Gestüt Westerau (Dr. Friedrich Gentz) gezogene schwarzbraune Hengst gegen acht Konkurrenten “im Spaziergang” durch. Camiel Kievitshof verteidigte den gleich zu Beginn eingenommenen zweiten Platz mit Hugo Langeweg.
Die äußeren Bedingungen waren in diesem dritten Vorlauf alles andere als günstig. Es regnete in Strömen, so dass die Innenspur teilweise unter Wasser stand und gesperrt werden musste. Indigious, den der erfahrene Erik Adielsson auch im Derby-Finale am nächsten Sonntag fahren wird, siegte in der witterungsbedingt mäßigen Zeit von 1:17,3 Minuten überlegen. Lindo Eden mit Roland Hülskath (Mönchengladbach) als Dritter hatte mit seiner Zeit keine reelle Chance auf den Finaleinzug.
Im letzten Vorlauf stand ein Fragezeichen hinter Casanova (Totokurs 15:10). Der von Paul Hagoort (Oldertrijne/NL) trainierte und von Roland Hülskath gesteuerte Hengst war zuletzt gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe (Kehlkopfprobleme), ging ohne Vorbereitungsrennen, aber noch unbesiegt, in diese anspruchsvolle Aufgabe. Früh tauchte Casanova an zweiter Position hinter Sir Mathijs mit dem in Schweden stationierten Süddeutschen Conrad Lugauer auf und fing diesen noch relativ leicht ab. Dritter wurde Buddenbrock-Sieger Global challenger mit Michael Schmid (Oberhausen). Casanovas Fahrer Roland Hülskath kommentierte: “Die Startnummer sieben war nicht gerade prickelnd. Aber am Ende war Casanova einen Tick besser als Sir Mathijs.”
Neben den vier Vorlaufsiegern kamen auch die jeweils Zweiten (Bradley, Tamburini, Camiel Kievitshof, Sir Mathijs) sowie die beiden zeitschnellsten Dritten (Nemo Diamant und Global challenger) in den Derby-Endlauf.
Die Auslosung der Startplätze und die Fahrer-Zuteilung ergab folgendes Derby-Finalaufgebot:
1 Chapeau (Thorsten Tietz)
2 Dream Magic BE (Josef Franzl)
3 Casanova (Roland Hülskath)
4 Indigious (Erik Adielsson)
5 Sir Mathijs (Conrad Lugauer)
6 Camiel Kievitshof (Hugo Langeweg)
7 Bradley (Robert Bergh)
8 Nemo Diamant (Gerhard Biendl)
9 Global challenger (Michael Schmid)
10 Tamburini (Robin Bakker)
Charlie-Mills-Rennen: Candles N Caviar rettet sich ins Ziel
Im Hauptlauf des mit 25.000 Euro dotierten Charlie-Mills-Rennens gab es einen vollen Erfolg für Candles N Caviar (97:10) mit dem Niederländer Robin Bakker, der sich vor Baltimore As mit Roland Hüskath knapp ins Ziel rettete. Baltimore As musste 20 Meter mehr zurücklegen als Candles N Caviar, überzeugte mit einem phantastischen Endspurt auch in der Niederlage. Rang drei ging an Yesterday (Stefan Schoonhoven/NL). Platz vier belegte Time of my Life mit Dion Tesselaer (NL).
Im Stutenlauf zum Charlie-Mills-Rennen, mit 12.500 Euro dotiert, setzte sich Zenzi Energy mit dem in überragender Form auftrumpfenden Ex-Recklinghäuser Thorsten Tietz (jetzt Schöneiche) für den Berliner Stall Vision BK Start/Ziel durch. Besitzer der Siegerin ist Volker Riediger. Für Zenzi Energy, die 2011 vier Rennen für sich entschieden hatte, war es der erste Sieg in diesem Jahr. Die Sechsjährige zahlte am Toto 125:10 Euro. Das Preisgeld für den Sieg betrug 6.250 Euro. Zweite wurde Ginger Belle mit Kornelius Kluth (Willich), der an der Innenkante Durchschlupf fand, vor Parisienne Blue, mit der Hannu Voutilainen (Willich) eine doppelte Zulage ausgleichen musste.
















