Wohin nur mit dem Mist?

22. August 2012 | Von Redaktion | Kategorie: Featured, Stall- & Betriebsmanagement

[Bonn (GER), 22-08-2012/F. Heidenhof (aid)]. Kleinvieh macht zwar auch Mist, aber große Pferde umso mehr: Täglich fallen bis zu 20 Kilogramm Pferdeäpfel und etwa zehn Liter Harn an, die gelagert und abtransportiert werden müssen. Zusammen mit der Einstreu kommen 20 bis 35 Kilogramm pro Pferd und Tag zusammen. Für viele Betriebe stellt sich – je nach Lagerkapazität – fast wöchentlich die Frage nach der “Entsorgung”.

Täglich fallen bis zu 20 Kilogramm Pferdeäpfel und etwa zehn Liter Harn an, die gelagert und abtransportiert werden müssen (Foto: U. Steinbrich/pixelio.de).

Täglich fallen bis zu 20 Kilogramm Pferdeäpfel und etwa zehn Liter Harn an, die gelagert und abtransportiert werden müssen (Foto: U. Steinbrich/pixelio.de).

Dass Pferdemist allerdings kein Abfall ist, betont Gerlinde Hoffmann, Leiterin der Abteilung Umwelt und Pferdehaltung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Pferdemist sei ein wertvoller Wirtschaftsdünger, biologisch abbaubar und kompostierbar und damit ein guter Humus- und Nährstofflieferant. Von Vorteil sei die Verwertung von Pferdemist auf dem Acker; im Herbst auf Stoppeln ausgebracht oder im Frühjahr als Kompost in die Bestände.

Allerdings darf niemand seinen Pferdemist "einfach so" auf Weiden oder Äcker ausbringen. Auch hierfür gilt die Düngeverordnung, nach der nur bestimmte Mengen an Nährstoffen pro Hektar ausgebracht werden dürfen. Für 30 Großpferde wird dafür eine Fläche von ca. 9,5 Hektar benötigt, um die Stickstoffmenge von 170 Kilogramm pro Hektar nicht zu überschreiten. Werden 10 bis 20 Tonnen Pferdemist pro Hektar ausgebracht, entspricht das 80 bis 160 Kilogramm Stickstoff. Im Herbst dürfen daher nur ca. 10 Tonnen ausgebracht werden, da maximal 80 Kilogramm Stickstoff pro Hektar erlaubt sind.

Wird der Mist nicht selbst ausgebracht, sondern verkauft, sind die Vorschriften über das Inverkehrbringen von Düngemitteln zu beachten. Sie schreiben eine detaillierte Kennzeichnung von Düngerart, Zusammensetzung, Nettogewicht, Hersteller, Datum und Anschrift vor und erfordern einen Lieferschein. Neben der Ausbringung als Festmist besteht jedoch auch die Verwertungsmöglichkeit in Biogasanlagen. In der Praxis können bis zu 20 Prozent Pferdemist beigemischt werden. Positiv zu bewerten ist die günstige Beschaffung, jedoch müssen mit den Stallbetreibern bestimmte Rahmenbedingungen geklärt werden: Verunreinigungen durch Steine, Ballenschnur und -netze, Führstricke oder Halfter können die Anlagen stören oder beschädigen. Zudem sollte die Anlieferung regelmäßig und wenn möglich in größeren Mengen erfolgen.

Ist das geklärt, liefert Pferdemist etwa 55 m3 Biogas pro Tonne Frischmist. Das ist zwar nur gut ein Viertel im Vergleich zu Maissilage, dafür handelt es sich hierbei aber um eine echte Resteverwertung, für die keine Feldfrucht eigens angebaut werden muss.

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