Süßgräserfibel für Pferdehalter

17. März 2013 | Von Redaktion | Kategorie: Buch-Tipp, Featured, Leseproben

gmat awa evaluationEndlich! Mit Hilfe des Handbuches “http://www.digital-connector.com/index.php/black-history-essay/” aus dem Westarp Verlag können auch Laien und Amateurbiologen sicher und exakt eine Pflanzenbestimmung zugunsten ihrer Pferde vornehmen. Dr. Renate Vanselow hat in ihrem Leitfaden eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit illustriertem Bestimmungsschlüssel zusammengestellt (Leseprobe mit freundlicher Genehmigung des Westarp Verlags; S. 6 und S. 10):

1 Wozu Gräser bestimmen?

Dieses Büchlein ist eine Überarbeitung des »Schlüssel zum Bestimmen der landwirtschaftlich wichtigsten Gräser Deutschlands im blütenlosen Zustande« von Prof. Dr. C. A. Weber (1924, mit Zeichnungen seines Sohnes Bernhard Detlef Weber), speziell für die Bedürfnisse heutiger Pferdehalter. Weber begann sein Vorwort sehr treffend mit den Sätzen: »Es ist nicht möglich, eine Wiese oder Weide richtig zu beurteilen, wenn man nicht über sichere Kenntnis der auf ihr vorhandenen Pflanzen verfügt, und zwar muß man diese nicht nur zur Zeit der Blüte oder Fruchtreife bestimmen können, wenn die in den floristischen Werken zu ihrer Bestimmung erforderlichen Charaktere vorhanden sind, sondern auch wenn die betreffenden Teile fehlen. Das gilt besonders von den Gräsern. Ihre Kenntnis ist wie das der anderen Grünlandpflanzen zwar durchaus nicht das einzige, aber doch für den Anfang das erste und wichtigste Erfordernis, denn die Gräser bilden die Hauptmasse der Futtergewächse des dauernden Grünlandes.«

Der heutige Pferdehalter trifft vor allem im Tiefland, zunehmend aber auch in höheren Lagen, oftmals Weidelgrasweiden aus der Rinderhaltung an. Derart fette Weidelgras-Grünländer und das aus ihnen gewonnene Winterfutter waren die Zukunftsvision, die Weber, und nach ihm z. B. Klapp, verfolgte. Diese Vision ist heute Realität. Ist dieses Grünland wirklich das ideale Ziel, das Grünland, das wir alle wollen? Keinesfalls sind derartige Grasflächen das, was Pferde vergangener Jahrhunderte fraßen.

Heute, wo Pferde immer häufiger an sog. »Wohlstandserkrankungen « leiden, stellt sich die Frage nach der ursprünglichen Futtergrundlage unserer Hauspferde. Pferde kann man durchaus in ihren Ansprüchen an das Futter mit alten, vom Aussterben bedrohten Haustierrassen gleichsetzen. Was für Gräser stellen also ursprünglich die Nahrungsgrundlage dieser Haustiere dar und halten sie gesund? Und was wächst auf meiner eigenen Weide? Wie weit ist meine Futtergrundlage von dem entfernt, an das mein Tier durch die Evolution oder Jahrhunderte anhaltende Zuchtselektion angepasst wurde?

2 Kurze Anleitung zum Bestimmen der Gräser im blütenlosen Zustand

Dieses Kapitel wurde – leicht verändert und mit Anmerkungen versehen – aus dem Original von C. A. Weber (1925) übernommen.
Zur Bestimmung eines Grases im blütenlosen Zustand dienen seine Wuchsform und ganz besonders die Eigentümlichkeiten der Blätter. Die Wuchsform ist bedingt durch die Art, wie die Grundtriebe sich aneinander reihen. Sie sind nämlich entweder längere oder kürzere, oberoder unterirdische Kriechtriebe (Ausläufer), wie bei der Ackerquecke oder sie sind dicht aneinander gedrängt, wodurch mehr oder minder dichte Horste entstehen, wie besonders auffallend bei der Rasenschmiele und dem Schafschwingel. Am wichtigsten sind für die Bestimmung die Blätter. Jedes Grasblatt entspringt an einem Knoten und lässt drei stets zu beachtende Teile erkennen: die Blattscheide, das Blatthäutchen und die Spreite.

Die Blattscheide umschließt den Halm oder bei jungen Trieben das jüngste Blatt bzw. die Knospe. Sie ist entweder eine rings geschlossene Röhre, die erst, wenn das Blatt älter wird, infolge der Dickenzunahme des von ihr umschlossenen Triebes auf der Vorderseite oben aufreißt und aufklafft; oder aber sie ist frühzeitig in ihrer ganzen Länge oder im größten oberen Teil derselben vorne offen, und die Ränder sind, soweit sie nicht auseinanderklaffen, übereinander geschlagen. Man erkennt diese Verhältnisse am besten, wenn man den jungen Trieb mit einem scharfen Messer quer durchschneidet. Dabei sieht man auch, ob die Scheide von den Seiten her zusammengedrückt oder kreisrund (stielrund) ist. Zuweilen ist es geboten, um Sicherheit zu erlangen, dünne, mit einem Rasiermesser hergestellte Querschnitte anzufertigen, die man auf ein Objektglas in einem Wassertropfen legt und bei geringer Vergrößerung unter dem Mikroskop betrachtet.

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