Elias Joy entzündet ein Freudenfeuer
18. März 2010 | Von Redaktion | Kategorie: Trabrennsport
[Berlin, 15.03.2010/H. Laugk] Vereinzelte Sonnenstrahlen gepaart mit einem Schneesturm – das Wetter hielt am Sonntagnachmittag so manche Überraschung bereit. Und auch auf der Mariendorfer Rennpiste wurde eine kräftige Brise entfacht, allerdings ganz im positiven Sinn. Denn die von Pferden und Fahrern gezeigten Leistungen verdienten grösstenteils das Attribut Extraklasse. Dies galt besonders für den Hengst Elias Joy, der in der Tagesbestzeit von 1:16,2 min. eine wahre Demonstration seines Laufvermögens ablieferte. Dabei trat der von Gerhard Holtermann trainierte Fünfjährige, der das Licht der Welt auf dem Gestüt Prieros erblickt hatte und angesichts seiner Abstammung (von Floritas Hero L aus der Armbro Dia) durchaus als Berlin-Brandenburger Pflanze bezeichnet werden darf, eine überaus schwere Aufgabe an. Galt es doch, den bayrischen Seriensieger Coco Jambo zu bezwingen.
Nach vier Treffern hintereinander schien Josef Sparbers 14:10-Favorit unschlagbar zu sein. Doch Elias Joys Fahrer Benjamin Hagen sah die Sache offenbar ganz anders: „Ich habe den Gegner Coco Jambo beim Heat genau beobachtet – und er überzeugte mich ganz und gar nicht.“ Eine Einschätzung, die sich wenig später im Rennen bewahrheiten sollte. Denn im einem aufreibenden Duell um die Führung zwischen Coco Jambo und Kasina Meadow hatte Josef Sparbers Schützling das Pulver frühzeitig verschossen. Erst nach fast einer Runde, nämlich ausgangs des Rosenhof-Bogens, kam Coco Jambo nach einer verzweifelten Tempohatz an Kasina Meadow vorbei aus der „Todesspur“ weg und an die Spitze. Doch für den Favoriten gab es dennoch keine Sekunde Ruhe. Denn nun setzte Elias Joy aus seinem Windschatten heraus nach. Ein kleines Zeichen von Benjamin Hagen eingangs der Gegenseite genügte und der bei einer Quote von 65:10 rangierende Hengst aus dem Besitz von Gabriela Kuhlmann schoss grusslos vorbei. Ganze sechs Längen trennte Elias Joy am Ende von der speedigen Lady Cecile (Michael Nimczyk), während Coco Jambo mit über einer Sekunde Rückstand als geschlagener Fünfter nachhause kam.
Elias Joy war an diesem Nachmittag nicht der einzige Sieger, der in überragender Manier gewann. Auch Springfield und Rower You wurden ihrem Ruf als „Vollbomber“ gerecht. Dass die annähernd 250.000 Euro Gewinnsumme, die auf Springfields Konto stehen, kein Zufall sind, bewies der skandinavienerprobte Wallach mit Christian Heitmann im Sulky. Dem Sportler also, der den Grundstock für seine internationale Vierbeiner-Karriere gelegt hatte. Einmal in Front, liess Springfield keinen Konkurrenten auch nur annähernd in seine Nähe und zeigte mit drei Längen Vorsprung auf den tapferen Omigen Karsk (Michael Nimczyk), dass er trotz seines Alters von mittlerweile zwölf Jahren in einer ganz anderen Liga mitspielt. Gleiches gilt für Rower You, der momentan in der Form seines Lebens agiert. August Arkenaus Stallcrack, der vom Feldende aus auf der Gegenseite auf und davon zog, blieb zudem bei seinem dritten gemeinsamen Start mit Michael Nimczyk weiter ungeschlagen. Der Goldhelm: „Der Hengst ist in einer Topverfassung. Als mir das Tempo an der Spitze zu ruhig wurde, schaltete er sofort mühelos seinen Turbo ein.“
Der Mariendorfer Gast Jan van Dooyeweerd fuhr ebenfalls nicht ohne einen Sieg nach Holland zurück. Seine Stute Zaida River, die auf 11:10 heruntergewettet worden war, übernahm nach vorsichtigem Start eine Runde vor dem Ziel das Kommando und reizte ihr Können in 1:19,7 min. noch nicht einmal ansatzweise aus. Auch der Hengst Kansas C, der nach geschontem Verlauf an dritter Stelle innen Ende gegenüber mit Siebenmeilenstiefeln davon eilte, traf auf keinerlei ernsthaften Widerstand und gewann mit Jörg Hafer im Sulky mit Weile-Vorsprung – quasi mit der halben Bahn. Damit verglichen fielen die Siege von Hamilton Sebarg (Heinz Wewering), Zuccero (Daniel Wagner) und Really (Manfred Zwiener) wesentlich knapper aus. Eine mutige Leistung vollbrachte Christoph Pellander, der im Sulky des 129:10-Aussenseiters Rom Ravini Pine den 25. Erfolg seiner Amateurlaufbahn erzielte. Denn angesichts des schon im Eingangstext beschriebenen, äusserst heftigen Schneesturms war in Mariendorf minutenlang nicht einmal die Hand vor Augen zu sehen. Doch Christoph Pellander liess sich davon nicht irritieren und leitete vor den Tribünen mit einem entschlossenen Vorstoss seines Pferdes den Überraschungstreffer über die beiden Favoriten Yankee Attack (Peter Wisker) und Brentano (Ulrich Mommert) ein.
Die Videos des Renntages sehen Sie auf http://www.berlintrab.de
Gesamtumsatz: 108.782 € – Bahnumsatz: 33.187 € – Aussenumsatz: 75.595 €
Der nächste Mariendorfer Renntag findet am Sonntag, dem 21. März, ab 13.30 Uhr statt!













