Internationale Voltigiertagung Bad Boll: „Bewegungssport der Extraklasse“
25. Februar 2010 | Von Redaktion | Kategorie: VoltigiersportBad Boll (fn-press/dp). Unter dem Motto „Voltigieren – Kreativität und Verantwortung“ hat die Evangelische Akademie Bad Boll bereits zum siebten Mal die Tore für die Voltigierer geöffnet. Rund 200 Sportler, Trainer, und Richter aus dem Voltigiersport folgten der Einladung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), des Deutschen Kuratoriums für therapeutisches Reiten (DKThR), der Deutschen Richtervereinigung für Pferdeleistungsprüfungen (DRV), des Hofs am Brühl Familie Gölz, des Landessportverbandes der Pferdesportvereine Baden-Württemberg und des Pferdesportbetriebes Badhof. Während für die einen die Geselligkeit und das Treffen mit der internationalen Voltigierfamilie im Vordergrund stand, war für die anderen die Motivation für ihre Teilnahme in den zahlreichen Seminarangeboten begründet. In diesem Jahr diskutierten die Teilnehmer in etwa 40 Foren, geleitet von 20 Referenten, aktuelle Themen im Voltigieren und erhielten Anregungen für ihre tägliche Arbeit in den Vereinen.
„Starreferent“ war wie bereits bei der Bundesausbildertagung in Altleinigen 2009 Professor Dr. Jürgen Weineck von der Universität Erlangen. Der Humanmediziner und Sportwissenschaftler stimmte mit seinem Eröffnungsreferat die Teilnehmer auf die Tagung ein. Der Bewegungsexperte bediente sich bei seinem insgesamt dritten Auftritt vor Voltigierern dieses Mal eines pädagogischen Ansatzes. „Voltigieren tut gut – was kann der Voltigiersport Kindern und Heranwachsenden bieten“ war der Leitgedanke seines Vortrages. Immer wieder brachte er seine Begeisterung für den Voltigiersport zum Ausdruck. „Voltigieren ist ein Bewegungssport der Extraklasse. Er ist hochgradig koordinativ und konditionell geprägt und das über alle Altersklassen hinweg“, so Weineck. „Ich werde versuchen als Theoretiker über eine Praxis zu reden, die ich nicht kenne.“ Schnell machte er aber den Anwesenden klar, wie wichtig es ist, den Blick über den Tellerrand in andere Bereiche des Sports zu wagen, „denn es gibt keine Sportart, die keine Defizite hat und auch der Voltigiersport muss kompensatorisch in anderen Sportarten ‚fischen’ gehen.“ Weineck skizzierte einerseits den Voltigiersport als positiv hinsichtlich der Gesunderhaltung des Körpers und betonte dabei die Haltungs- und Osteoporose-, aber auch die Stressprophylaxe. Andererseits wies er auf die positive Wirkung des Voltigiersports auf die kognitiv-psychische Schulung hin sowie auf die Charakterbildung durch die Beziehung zwischen Mensch und Tier.
Der Universitätsprofessor lieferte mit seinem Impulsreferat den Startschuss für die diversen Foren und Workshops. Egal ob zum Beispiel beim „Training an der Doppellonge“, der Ausbildung und dem Training von Voltigierpferden, dem „Erstellen einer Sponsorenmappe“, der „Choreographie einer Gruppenkür“, „Powerlanding – Kürabgänge“ oder auch der „Rhetorik für Ausbilder und Richter“, hier war für jeden Geschmack etwas dabei. Zum Abschluss der Tagung erwartete die Tagungsgäste noch ein weiterer Höhepunkt. In moderierten Rededuellen zu aktuellen Themen standen sich zwei „Kontrahenten“ gegenüber, die bewusst „überspitzt“ Argumente für ihre Position und gegen die des Gegenüberstehenden einnahmen. Hierbei wurde die „Altersgrenzenreglung im Voltigieren“ und die „Vereinskooperation mit der Ganztagsschule“ genauso thematisiert wie zum Beispiel das Thema „Behandlung von Pferden im Wettkampf“. Eines war am Ende allen Teilnehmern klar: Bad Boll lieferte genügend „Zündstoff“ und Themen für weitere Tagungen.
Informationen und Tagungsberichte werden im Internet veröffentlicht unter www.voltigierzirkel.de













