Olympiasieger Eric Lamaze gewinnt den Rolex Grand Prix
19. Juli 2010 | Von Redaktion | Kategorie: Springsport, Top Feature[Aachen, 19-07-2010/N. Knippertz] Nur zwei Millisekunden betrug der Abstand zwischen Sieger und Zweitplatzierten. Damit ging der Sieg im Rolex Grand Prix in fehlerfreien 51,62 Sekunden an den Kanadier Eric Lamaze. Das Paar ist große Erfolge gewohnt: Mit seinem 14-jährigen KWPN Hengst Hickstead wurde Lamaze auch Olympiasieger in Hongkong 2008. Der 42-Jährige lebt in Ontario und führt momentan in der Weltrangliste. Lamaze nahm viermal an Weltmeisterschaften teil und holte dort 1994 in Den Haag Silber, 1998 in Rom Bronze. Beim CHIO Aachen, Weltfest des Pferdesports, ist dieser Sieg im Großen Preis der erste, der nach Kanada geht.

Eric Lamaze ist der diesjährige Gewinner des Rolex Grand Prix, rechts neben ihm Peter Streit, Geschäftsführer der Rolex Deutschland GmbH und ALRV-Präsident Klaus Pavel (Foto: ALRV/CHIO/N. Knippertz).
Platz zwei belegte der Schweizer Pius Schwizer mit seiner neunjährigen Stute Carlina. Die Carvallo-Tochter beendete den Parcours in 51,86 Sekunden. Dritter wurde in fehlerfreien 57,55 Sekunden der 25-jährige Spanier Sergio Alvarez-Moya auf dem belgischen Heartbreaker-Sohn Action-Breaker. Pech hatte die deutsche Meredith Michaels-Beerbaum auf ihrem 17-jährigen Shutterfly. Das Siegerpaar von 2005 musste acht Fehlerpunkte verbuchen und gelangte so auf den vierten Platz.
Insgesamt 20 Reiter gelangten mit Null-Fehlerritten in den zweiten Umlauf. Dort hatte der deutsche Daniel Deusser besonders Pech: Sein Holsteiner Caballero überwand einen Sprung direkt am Ständer und berührte das Fähnchen – ausgeschieden. Das Stechen erreichten nur vier Reiter.
Der Preis des Bundesministers des Innern ging an den Schweizer Pius Schwizer. Dieser Sonderehrenpreis, gegeben von Thomas de Maiziére, Bundesminister des Innern.
Der Halla-Wanderpreis, gegeben von Hans Günter Winkler, geht an den Besitzer des erfolgreichsten Springpferds des Turniers. Das war in diesem Jahr Hickstead, der im Besitz der Ashland Stables und Torrey Pines Stable steht.
O-Töne aus der Pressekonferenz
Eric Lamaze: Jeder Reiter träumt von einem Sieg im Großen Preis von Aachen. Für mich stellt dieser Sieg gemeinsam mit meinem Olympiasieg 2008 ein absolutes Highlight in meiner Karriere dar. Ich war hier schon mal vor vielen Jahren und habe immer gesagt, hier möchte ich mal gewinnen. Hier starten die besten Reiter und Pferde der Welt.
Hickstead haben wir gekauft, kurz bevor er acht Jahre alt wurde. Nun ist er 14 und ich denke, er ist das Pferd meines Lebens. Für mich war er immer ein besonderes Pferd.
Pius Schwizer: Bevor ich ins Stechen geritten bin, ist Ludger Beerbaum mir nach gelaufen und hat gesagt, Du musst mit Deiner Stute Gas geben, Du kannst das hier gewinnen. Das ist eine große Ehre für mich, dass ein Ludger Beerbaum mir nachläuft und einen Tipp gibt. Ich habe hier definitiv nicht den Sieg verloren, sondern den zweiten gewonnen. Für mich ist es eine Ehre, hinter der Nummer eins der Welt und dem Olympiasieger zweiter zu werden.
Sergio Alvarez-Moya: Ich weiß, dass mein Pferd nicht das Schnellste ist und so bin ich auf Sicherheit geritten. Vor vier Jahren war ich hier auf den Weltreiterspielen erstmals in Aachen und wurde dort 18. Action Breaker haben mein Bruder und ich gekauft, als er drei Jahre alt war. Ich war immer verrückt nach diesem Pferd und habe immer an ihn geglaubt. Die letzten sechs Monate hat er sehr gute Ergebnisse gebracht. Er wird auch in der Zucht eingesetzt und hat schon sehr gute fünf- und sechsjährige Springpferde gebracht. Ich lebe eigentlich in Spanien aber die meiste Zeit bin ich in Belgien bei Antwerpen. Trainiert wurde ich von Albert Voorn, bekam auch Hilfe von dem Dressurreiter Jordi Domingo und dem spanischen Dressur-Nationaltrainer Jean Bemelmans. Ich schaue auf jedem Turnier, was ich von den anderen Springreitern lernen kann.
Frank Kemperman; Turnierveranstalter: Wir hatten hier eine super Woche, wenn es auch manchmal etwas schwer mit dem Wetter war. Wir hatten fantastischen Sport und eine ganz besondere Atmosphäre. Insgesamt hatten wir 353 000 Zuschauer, allein heute waren es 51.000. Wir haben hier die besten Pferde und Reiter und sind sehr froh, dass der Boden im Stadion in diesem Jahr so gut war. Das war 2009 ein Albtraum. Aber in diesem Jahr kamen die Reiter mit positiven Kommentaren über den Boden auf mich zu.
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